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Ratgeber Recht 52 – 2025

lic. iur. Roman M. Hänggi, Rechtsanwalt
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Keine Vertrauensperson?
Sie wollen Ihre Vorsorge für den Fall Ihrer Urteilsunfähigkeit und Ihren Nachlass für den Fall Ihres Ablebens regeln, haben aber niemanden, dem Sie voll vertrauen? Erstellen Sie einen Vorsorgeauftrag mit einer Kontrollperson (z.B. Anwalt), definieren Sie klare Regeln und eine Stellvertretung, nutzen Sie professionelle Beratung, um die Rolle des Beauftragten präzise zu definieren und Missbrauch zu verhindern, und erwägen Sie einen Willensvollstrecker für das Erbe, der die Einhaltung Ihrer Wünsche überwacht. Im Einzelnen:

Für Vorsorge (Gesundheit & Finanzen)
1. Vorsorgeauftrag mit Kontroll­mechanismus
Bestimmen Sie eine Person (auch wenn es jemand ist, dem Sie nur bedingt vertrauen), aber fügen Sie eine Kontrollperson hinzu, die Berichte prüft und bei wichtigen Entscheidungen mitentscheidet. Legen Sie fest, dass der Beauftragte regelmässig (bspw. jährlich) einen Bericht abliefert oder bestimmte, wichtige Aktionen nur mit Zustimmung der Kontrollperson ausführen darf. Auch wenn die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) die Vertretung grundsätzlich überwacht, ermöglicht diese Massnahme eine zusätzliche Kontrolle und Absicherung.
2. Professionelle Hilfe suchen
Wenden Sie sich an Institutionen und Stellen für Beratung und Unterstützung bei der Formulierung. Sprechen Sie mit einem Anwalt oder einem Notar, um den Vorsorgeauftrag rechtssicher und detailliert zu gestalten.
3. Klare Definitionen
Seien Sie präzise in der Formulierung der Aufgaben des Beauftragten (z.B. Bankgeschäfte vs. medizinische Entscheidungen). Legen Sie eine stellvertretende Vertretungsperson fest, falls Ihre erste Wahl ausfällt.

Für das Erbe (Testament & Vollstreckung)
1. Willensvollstrecker einsetzen
Wenn Sie einen Lebenspartner haben, empfiehlt es sich grundsätzlich, diesen in Ihrer letztwilligen Verfügung (Testament, Erbvertrag) auch als Willensvollstrecker in Ihrem Nachlass einzusetzen. Ist dies aber nicht der Fall, sollten Sie in Ihrer letztwilligen Verfügung einen unabhängigen Willensvollstrecker (z.B. einen Anwalt oder einen Treuhänder) bestimmen, der Ihren Nachlass aufteilt und dabei sicherstellt, dass Ihre Anweisungen umgesetzt werden.
2. Testament erstellen
Klären Sie Ihre Wünsche genau und halten Sie diese in Ihrer letztwilligen Verfügung präzise fest, um Streitigkeiten zu vermeiden. Im Bedarfsfall können Sie Ihr Testament auch gebührenpflichtig notariell beurkunden lassen.

Wichtige Schritte
• Sprechen Sie offen mit potenziellen Personen: Besprechen Sie Ihre Erwartungen und die Aufgaben mit der gewählten Person, um sicherzustellen, dass sie diese versteht.
• Ersetzen Sie Personen: Benennen Sie immer eine Ersatzperson für den Fall, dass die erste Person ausfällt.
• Spezifizieren Sie Aufgaben: Teilen Sie Verantwortlichkeiten auf, um eine Person nicht zu überfordern und Missbrauch zu verhindern (z.B. eine Person für Gesundheit, eine für Finanzen).
• Dokumentieren Sie alles: Halten Sie Ihre Wünsche und Entscheidungen schriftlich fest, um spätere Missverständnisse zu vermeiden und deponieren Sie diese bei einer geeigneten Stelle (Anwalt, Notar, Gericht etc.).
Sofern Sie Fragen rund um die Regelung Ihrer Vorsorge und Ihres Nachlasses haben, helfen Ihnen die Anwältinnen und Anwälte der Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG gerne weiter.

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Ratgeber Finanzen 50 – 2025

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Ist der Kunde König?
Ich habe in den letzten Jahren ab und zu von Vorfällen geschrieben, in denen der Kunde von seiner Bank eher als Knecht denn als König behandelt wurde. Immer häufiger – so zumindest mein Eindruck – versucht die Bank dem Kunden ihre Bedingungen aufzuzwingen, egal ob es um den Kommunikationskanal, das bankeigene Formular oder Nichtanerkennung von gültigen Vollmachten geht. Im Folgenden zwei weitere solche Vorfälle, beides bei simplen Kontosaldierungen.
Wie lange dauert eine Kontosaldierung?
Ich war im letzten Sommer in die Saldierung eines Kontos einer Firma involviert. Von der ersten Information bis zur letztlichen Kontosaldierung dauerte es trotz mehrfacher Nachfrage und einigem Hin und Her über vier Wochen. In einem Zwischenstand nach etwa zwei Wochen wollte die Bank plötzlich einfordern, die Kündigung bzw. der Saldierungsauftrag müsse auf dem bankeigenen Formular erfolgen. Auf diese absondere Gängelung verzichtete die Bank schliesslich, aber wie gesagt, dauerte es über vier Wochen bis die Bank den klaren Kundenwillen endlich umgesetzt und das Konto saldiert hatte.
In einem zweiten Fall sind wir derzeit gerade drin. Auch hier ist der erste Auftrag für die Saldierung mittlerweile vier Wochen her. Die Saldierung ist trotz mehrfacher Nachfrage noch nicht erfolgt.
Warum reicht die Kundenunterschrift nicht für einen Auftrag?
Eine andere Bank hat beschlossen, dass ihr ein vom Kunden rechtsgültig unterschriebener Zahlungsauftrag nicht mehr genügt. Mit der abstrusen Begründung, dass die Depotbank ja den Kunden eines externen Vermögensverwalters nicht selber betreut und ihn daher «nicht kenne», verlangt die Bank ein Konferenzgespräch zu dritt als Absicherung: die Bank ruft gleichzeitig den Kunden und den Vermögensverwalter an. Wenn beide die Zahlung bestätigen, wird sie ausgeführt, ansonsten nicht. Die Begründung, man kenne ja den Kunden nicht, ist wirklich absurd, denn jede Bank ist verpflichtet, den Kunden bei Start der Kundenbeziehung zu identifizieren. Und es geht hier auch nicht darum, dass die Bank eine rückversichernde Anfrage macht, wenn Sie Zweifel hat, dass der Auftrag korrekt ist, sondern ausnahmslos in jedem Fall nebst der Kundenunterschrift zusätzlich eine mündliche Bestätigung durch den Kunden und den externen Vermögensverwalter verlangt. Egal, ob der Begünstigte die Steuerbehörde oder zum hundertsten Mal der Neffe ist.
Neue Formulare zur Reduktion von unnötigen Formalitäten
Als Alternative für solche «Konferenzgespräche zu dritt» schlägt die Bank ein neues Formular vor, wo der Kunde schriftlich den Vermögensverwalter ermächtigt, alleine (also ohne erneute Bestätigung durch den Kunden) den bereits unterzeichneten Auftrag des Kunden zu bestätigen. Fazit: Das unnötige «Konferenzgespräch zu dritt» wird durch ein zusätzliches Formular in ein unnötiges Gespräch zu zweit «verbessert». Wir regulieren uns schon immer mehr zu Tode. Hier sind für einmal nicht Politiker und Beamte schuld, sondern Juristen und Controller in der Bank. Compliance und Risk Management mit ihrem verfehlten Nullfehler-Anspruch treiben manchmal seltsame Blüten...

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Ratgeber Psychologie 49 – 2025

Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Weisse Depression
Haben Sie schon einmal von der «weissen Depression» gehört? Der Begriff ist nicht im medizinischen Sinne standardisiert, d.h. es gibt kein klinisch klar definiertes Störungsbild, sondern beschreibt eher eine psychische Struktur, die unterschiedliche Symptome hervorbringen kann. Allen Formen der Depression liegt die Dunkelheit des psychischen Erlebens zugrunde. Bei der weissen Depression sind die finsteren Wolken vielleicht weniger dramatisch, sie sind eher stille und unsichtbare Begleiter. Viele Menschen, die an dieser Form der Depression leiden, können ihren Alltag bewältigen, haben Partnerschaften, sind Mütter oder Väter, führen ein vermeintlich normales Leben. Trotzdem verspüren sie eine tiefe Sinnlosigkeit und ein Gefühl, dass die äusseren Umstände noch so toll sein können, es an ihrem inneren Zustand nichts verändert. Sie können an nichts glauben und Gefühle der Freude oder der Liebe sind für sie fast nicht spürbar. Auch wenn es im Aussen gut läuft, und es z.B. berufliche Erfolge gibt, reagieren Menschen mit einer weissen Depression darauf eher mit Abwehr oder Rückzug, statt mit Freude. Für Aussenstehende ist diese Reaktion oft schwer verständlich.
Wie entsteht dieses Störungsbild? Wie bei den meisten psychischen Erkrankungen wird davon ausgegangen, dass die Ursachen in der Kindheit entstehen. In einer gesunden Familie kann das Kind erleben, dass sein Dasein willkommen ist und seine Aktivitäten wahrgenommen und wohlwollend gespiegelt werden. Nehmen wir an, das Kind malt ein Bild, reagiert der Vater darauf interessiert und positiv. Das Ich des Kindes formt sich aus solchen Beziehungserfahrungen. Werde es gesehen und geliebt, kann es sich später als Erwachsene/r selbst Bedeutung geben. Ist ein Elternteil emotional abwesend und/oder mit seinen eigenen Themen beschäftigt, versucht das Kind zunächst Aufmerksamkeit zu bekommen, resigniert aber irgendwann und zieht sich innerlich zurück. Es empfindet sich als bedeutungslos, auch wenn es die Mutter oder den Vater liebt, kommt keine emotionale Antwort. Es sind keine «bösen» Eltern, sie sind nur mit anderen Inhalten beschäftigt, wie z.B. der Arbeit, der Partnerschaft oder auch mit sich selbst. Heute könnte man auch hinzufügen: mit dem Handy. Wenn das Kind bei der Bezugsperson keine Resonanz auslösen kann, wird diese Beziehungserfahrung verinnerlicht. Der Schauspieler und Schriftsteller Christian Berkel beschreibt dies in seinem neusten Buch «Sputnik» folgendermassen: «Ich sitze auf ihrem Schoss. Ich schaue sie an. Wieder bewegen sich ihre Augen nicht. Es klopft in ihrer Brust, aber ihr Herz ist still, ihr Gesicht so starr, als atme sie nicht. Wo ist sie?»
Im Erwachsenenalter kann sich dies als ein Gefühl des nicht in Kontaktkommens mit anderen Menschen zeigen, die Leere wird als normal empfunden. Sie werden meist von ihren Partnern oder Partnerinnen von deren Liebe überzeugt, ohne selbst die Liebe zu spüren. Dennoch haben sie ein Gefühl, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Das Leben wird wie hinter einer Glasscheibe erlebt. Die anderen scheinen ein lebendiges und interessantes Leben zu führen, zu dem sie keinen Zugang haben.
In der Therapie geht es darum zuerst einmal klarzumachen, dass das kleine Kind keine andere Möglichkeit hatte als sich zurückzuziehen. Es geht auch nicht darum Schuldzuweisungen zu machen, denn auch die Mutter oder der Vater konnte nicht anders, weil sie selbst verletzt waren. Aber in der therapeutischen Beziehung kann bewusst die Resonanz aufgebaut werden, die in der Kindheit so schmerzlich vermisst wurde. Sie können lernen sich selbst Bedeutung zu geben und in Kontakt zu gehen mit anderen Menschen. Das ist meist ein langsamer Prozess. Das Vertrauen in die Umwelt muss sehr sorgfältig aufgebaut werden, so dass es sich sicher anfühlt aus dem inneren Schneckenhäuschen herauszukommen und die Sonne zu spüren.

Fragen richten Sie gerne an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Ratgeber Gesundheit 48 – 2025

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Wasserlösliche Vitamine: Vitamin B1 Thiamin
Die Geschichte der Entdeckung dieses Vitamines ist beispielhaft für die wissenschaftliche Entwicklung unserer «Neuzeit». Eine bekannte Krankheit (ein Übel, das die Menschen plagte) wurde zwar beobachtet, aber eine Hilfe dagegen, wie eine Linderung oder gar eine Heilung, war lange nicht erkennbar. Durch Beobachtung und Schlussfolgerungen, die überprüft wurden, konnte der Zusammenhang zwischen Krankheit und Heilung gefunden werden:
In diesem Fall ging es um die rätselhafte Krankheit namens Beriberi, die in Asien häufig auftrat und zu Lähmungen und Nervenschäden führte. Der auf Java lebende niederländische Arzt Christiaan Eijkman beobachtete, dass Hühner, die mit poliertem weissen Reis gefüttert wurden, ähnliche Symptome bekamen. Als ihr Futter auf Vollkornreis umgestellt wurde, verschwanden die Beschwerden. Eijkman schloss daraus, dass im Silberhäutchen des Reiskorns ein lebenswichtiger Stoff steckt, der beim Polieren verloren geht. (Bei diesem Prozess werden Schale, Silberhäutchen und Keimling entfernt – und damit gehen fast alle Nährstoffe, darunter auch Vitamin B1, verloren. Der Vorteil ist, die längere Haltbarkeit, der kürzere Kochprozess und die hellere und weichere Konsistenz des Reises, zudem können die dabei gewonnenen Produkte gewinnbringend weiterarbeitet werden.)
1911 isolierte der Biochemiker Casimir Funk erstmals diesen geheimnisvollen, wichtigen Stoff aus Reiskleie und prägte den Begriff «Vitamin». In den 1920er- und 1930er-Jahren gelang es schliesslich, Vitamin B1 vollständig zu isolieren und künstlich herzustellen. Damit konnte Beriberi praktisch ausgerottet werden.
Für seine grundlegenden Beobachtungen erhielt Eijkman 1929 den Nobelpreis. Die Entdeckung von Thiamin markierte den Beginn der modernen Vitaminforschung und zeigt bis heute, wie entscheidend Ernährung für unsere Gesundheit ist.
Besonderheiten bei der Versorgung und Verteilung:
Der Thiaminbedarf ist nicht konstant, sondern muss in Relation zum Energieumsatz gesehen werden. (Wir brauchen 0,5 mg/Tag/1000 kcal oder 4,2 MJ für eine ausreichende Versorgung unserer roten Blutkörperchen.)
In der Leber haben wir nur eine geringe Speicherkapazität für Vitamin B 1. Und es hat nur eine kurze biologische Halbwertszeit von 10 bis 20 Tagen.
Antithiamine: Thiaminase I und II, die in verschiedenen Mikroorganismen vorkommen, auch in Fisch (Karpfen), können das vorhandene Thiamin inaktivieren. Bestimmte Nahrungsmittel enthalten Stoffe (Sulfite, hitzestabile Polyphenole), die das Thiamin zerstören können. Ein übermässiger Genuss kann daher zu einem Mangel beitragen (Tee, Kaffee, Betelnüsse Blau- und Johannisbeeren, bei Gemüsen sind es Chicorée, rote Beete, Rosenkohl, die in diesem Zusammenhang zu nennen sind. Das heisst dass ein exzessiver Genuss dieser einzelnen Lebensmittel die Versorgung mit Thiamin einschränken.)
Die Bioverfügbarkeit liegt allgemein unter 10 Prozent und hat keine Sättigung, selbst bei hohen Dosen.
Somit ist eine regelmässige tägliche Zufuhr notwendig, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Die Mengen, die uns von körpereigenen Bakterien zur Verfügung gestellt werden, sind so gering, dass ihre Bedeutung bei der Versorgung unklar ist.
Ein spannendes Vitamin, weitere Informationen folgen.

Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit

Ratgeber Finanzen 47 – 2025

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Neue Steuerwerte verunsichern – der Kanton als Preistreiber?

Schon länger war klar, dass die Steuerwerte für Liegenschaften im Aargau angepasst werden. Ein Verwaltungsgerichtsentscheid hat eine Anpassung verlangt. Die Schreiben mit den neuen Werten sind nun vor gut drei Wochen bei den meisten Eigenheimbesitzern eingetroffen. Die neuen Steuerwerte orientieren sich nun an den aktuellen Verkehrswerten und für selbstbewohnte Liegenschaften gibt es einen grösseren Abschlag, was zum neuen Steuerwert führt. Dieser ist sehr oft viel höher als die alten Steuerwerte, welche teilweise schon sehr lange gelten und weit weg vom Marktgeschehen waren. Vor allem in den letzten 6, 7 Jahren hatten wir im Schnitt eine stärkere Aufwärtsbewegung in den Immobilienpreisen. Ich gehe hier nicht darauf ein, ob ich diese Anpassung gut oder weniger gut finde. Aus den mir gezeigten Verfügungen (eine grössere Anzahl, aber hoffentlich nicht repräsentativ) mache ich folgende Folgerungen: Rund 80 % sind ok, rund 10 % sind hoch bis sehr hoch und bei knapp 10 % stimmt etwas nicht. «Stimmt nicht» beinhaltet aber nicht nur klar zu hohe Bewertungen sondern auch sonstige Fehler wie zum Beispiel, dass man gar nicht mehr Besitzer der Liegenschaft ist oder eine Einschätzung für eine Liegenschaft bekommen hat, welche einem nie gehört hat (das wurde mir mitgeteilt, ich konnte es aber nicht selber überpüfen). Achtung: Die Einsprachefrist beträgt nur 30 Tage, läuft nun recht schnell aus. Immobilienschätzungen beinhalten auch immer eine gewisse subjektive Note, da man den Verkehrswert nur bei einem Verkauf mit konkreter Nachfrage und Angeboten sieht. Wenn ich aber sehe, dass eine Liegenschaft länger zu rund 1,2 Mio Franken auf dem Markt war, dann tiefer gehandelt wurde und nun über 1,6 Mio Franken wert sein soll, dann komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Der Staat als Preistreiber? Fehler können immer passieren. Mir scheint diese Anpassung aber nicht mit dem nötigen Gespür für die Tragweite gemacht worden zu sein und Sorgfalt und Vorsichtsprinzip scheinen Fremdwörter zu sein. Für mich war klar, dass dies ein heisses Eisen ist, welches ich erst rausgelassen hätte, wenn es mehrfach überprüft worden wäre.

Edelmetalle aktuell im Seitwärtstrend
Nach der vor einem Monat gemeldeten Fahnenstangenbewegung nach oben (vor allem im Goldpreis) gab es eine kleine aber heftige Korrektur und wir sind nun seit mehreren Wochen in einer grösseren Seitwärtsbewegung. Für Neueinstiege ist mir der Preis zu hoch. Als kleine Beimischung mit Versicherungscharakter kann man aber auch dabei bleiben.

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oder rufen unter 062 871 66 96 an.

Ratgeber Recht 46 – 2025

lic. iur. Roman M. Hänggi, Rechtsanwalt
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Pflichtteilsvermächtnis
Ein Pflichtteilsvermächtnis ist eine Anordnung in einem Testament oder Erbvertrag, bei der einem pflichtteilsgeschützten Erben (Ehegatte oder Nachkommen) der Wert seines Pflichtteils als Vermächtnis zugewendet wird. Im Unterschied zu einem regulären Erben erhält der betroffene Erbe als Vermächtnisnehmer keine Erbenstellung und bildet damit nicht Teil der Erbengemeinschaft. Für alle Handlungen in Bezug auf das Nachlassvermögen gilt innerhalb der Erbengemeinschaft das Einstimmigkeitsprinzip. Dies kann eine Erbengemeinschaft vor Herausforderungen stellen, insbesondere wenn sich die Erben betreffend gewisse Handlungen nicht einigen können oder aus anderen Gründen die Zustimmung oder Mitwirkung verweigert wird. Mit der Anordnung eines Pflichtteilsvermächtnisses soll einem pflichtteilsgeschützten Erben der Pflichtteil als Vermächtnis zukommen, ohne dass er rechtlich die Erbenstellung erlangt. Als Vermächtnisnehmer ist er im Nachlass des Erblassers einzig obligatorisch berechtigt. Mithin fehlt es ihm für eine Herabsetzungsklage an der Aktivlegitimation, wenn er den Pflichtteil dem Werte nach erhalten hat. Mit dieser Anordnung kann der Erblasser also einen unliebsamen pflichtteilsberechtigten Erben von der Erbengemeinschaft ausschliessen und Streit vermeiden. Das Pflichtteilsvermächtnis ist im Zivilgesetzbuch zwar nicht explizit erwähnt, die überwiegende Lehre erachtet dessen Anordnung jedoch als zulässig und auch das Bundesgericht hat die Zulässigkeit zumindest implizit bejaht.
Wichtige Punkte:
• Zweck: Ein Pflichtteilsvermächtnis dient dazu, die pflichtteilsgeschützte Person aus der Erbengemeinschaft auszuschliessen, bspw. um eine spätere Teilung des Nachlasses zu vereinfachen oder Streit zu vermeiden.
• Pflichtteilsgeschützte Erben: Pflichtteilsberechtigt sind gemäss dem schweizerischen Erbrecht Ehegatten/eingetragene Partner und Nachkommen.
• Rechtliche Stellung: Der Betroffene wird durch die Einsetzung als Vermächtnisnehmer vom Erben zum Vermächtnisnehmer. Dies bedeutet, dass er nicht Teil der Erbengemeinschaft wird und stattdessen einen Anspruch auf den Geldwert seines Pflichtteils hat.
• Durchsetzung: Als Vermächtnisnehmer hat der Betroffene kein Recht, eine Herabsetzungsklage zu erheben. Er kann stattdessen die sogenannte «Vermächtnisklage» einsetzen, um seinen Pflichtteil durchzusetzen.
• Einschränkungen: Die Einsetzung eines Pflichtteilsvermächtnisses ist an das Gesetz gebunden. Der Pflichtteil selbst kann nur unter besonderen Umständen entzogen werden, bspw. bei Eignung zur Enterbung.
Sofern Sie Fragen rund um das Erbrecht – und insbesondere auch zum Pflichtteilsvermächtnis – haben, helfen Ihnen die Anwältinnen und Anwälte der Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG gerne weiter.

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Ratgeber Finanzen 44 – 2025

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Der Goldpreis explodiert
Zum Zeitpunkt, wo ich diesen Artikel schreibe, steht der Goldkurs bei 4340 US-Dollar pro Unze oder ca. 110 000 CHF pro Kilogramm (spätere Ergänzung: heute zwei Tage später 22. Oktober steht der Kurs aktuell 5% tiefer). In der Hauptwährung USD entspricht das einem Anstieg seit Anfang Jahr von fast +65%. Auch wenn der Dollar gegenüber dem Franken dieses Jahr etwa 13% verloren hat, bleibt damit für uns Schweizer Investoren in CHF gerechnet ein Plus von +44% seit Anfang Jahr.
«Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.»
Dieses Zitat wird J.P. Morgan zugeschrieben und erlebt derzeit angesichts des massiv steigenden Goldkurses eine Renaissance. Doch was meinte er eigentlich damit?
Für Morgan (und viele seiner Zeitgenossen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert) war Gold das ultimative Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel, weil es selten und schwer zu fälschen ist und auch keine Gegenpartei benötigt (im Gegensatz zu Schuldscheinen oder Banknoten). Alles andere – ob Dollar, Euro oder Bankguthaben – ist letztlich ein Versprechen, also ein Kredit, der nur so lange gilt, wie andere daran glauben bzw. die Gegenpartei sich an ihr Versprechen zur Rückzahlung hält.
Jahrzehntelang gab es keinerlei Zweifel daran, dass bspw. die USA ihre US-Dollar-Verpflichtungen erfüllen würden. Vollkommen egal, wer der Eigentümer war, wer Dollar hielt, konnte diese weltweit als Zahlungsmittel einsetzen.
Blockierung russischer Zentralbankgelder
Nachdem Russland den Ukrainekrieg gestartet hatte, blockierte der Westen russische Gelder in der Höhe von etwa 300 Mia Dollar, darunter auch beträchtliche russische Fremdwährungsreserven, die im Ausland lagerten. Diese Vermögen sollten herangezogen werden, um Kriegsschäden bzw. den späteren Wiederaufbau in der Ukraine zu zahlen. Es entspann sich eine Diskussion darüber, welche Stufen (Blockierung des Vermögens, Entwendung des Vermögensertrags bis hin zur vollständigen Enteignung) wie völkerrechtskonform (oder eben nicht) seien.
Unbeabsichtigte Nebenwirkungen
Die juristische Frage ist – frei nach dem Motto: «zwei Juristen – drei Meinungen» – nach wie vor umstritten. Weniger umstritten ist der leider unvermeidliche Vertrauensverlust. Und hier kommen wir zurück zum Eingangszitat von J.P. Morgan. Weltweit sehen Staaten, dass ihre Eigentumsrechte an Dollar, Euro, Yuan, Franken, etc offenbar eingeschränkt werden können oder gar nichts wert sind, wenn es hart auf hart kommt. Das Risiko besteht, dass der «Kredit» (Dollar, Euro, …) nicht zurückbezahlt wird. Wer hingegen in physisches Gold investiert hat, der hat dieses «Geld» nach wie vor.
Gold als sicherere Alternative
Kein Wunder, sind in den letzten drei Jahren viele Notenbanken insbesondere aus dem «Nicht-Westen» als prominente Käufer von Gold aufgetreten. Deren Anteil an Gold im Vergleich zu Fremdwährungen ist deutlich angestiegen. Es sind bisher keine Anzeichen zu erkennen, dass dieser Trend fertig sein soll. Der Anteil an Gold bei Privatanlegern soll zudem angeblich noch vergleichsweise gering sein.
Strategisch macht aus unserer Sicht eine Investition in Gold nach wie vor Sinn, denn auch die traditionellen Argumente für Gold (Inflation, Realzins, explodierende Staatsschulden, Geldmengenausweitungen, …) sind keineswegs erledigt. Wir können uns aber gut vorstellen, dass aktuell etwas viel kurzfristige Euphorie und spekulatives Geld in den Preisen drin ist und raten insbesondere bei grossen Positionen einen Teil der Gewinne mitzunehmen.

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Ratgeber Naturmedizin – 43 - 2025

Sonja Wunderlin, Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Fuss fassen – Fussreflexzonen-Massage
Foto: zVgFüsse sind ganz weit unten. Weit weg. Tief unten in der Hierarchie. Werden kaum berührt und eher selten gepflegt. Erledigen sie doch den ganzen Tag lang Schwerstarbeit für uns, tragen uns, befördern uns zur Arbeit, auf Berge, lassen uns rennen, laufen, hüpfen, stehen, Treppen steigen und immer mehr oder weniger im Gleichgewicht bleiben.
Sie werden tageweise in Arbeitsschuhe, Absatzträmperli oder einseitig abgelatschte Schlappen gesteckt. Eine Schicht tiefer wickeln die Socken das Ganze nochmals ein: Nylonstrümpfe, KunstfaserSocken oder medizinische Stützstrümpfe. Und es entsteht ein ganz eigener Socken-Sumpf.
An den Füssen entstehen Arthrose, Fersensporn, Hornhaut, Hallux, Hühneraugen, Schwielen, Blasen, Wassereinlagerungen, Nagel- oder Hautpilz oder sie beginnen sich zu melden, indem sie Schmerzimpulse nach oben senden. Ab diesem Zeitpunkt merken wir dann, dass da unten Füsse dranhängen. Höchste Zeit, genauer hinzuschauen.
Wie kann man Füsse pflegen? Eine regelmässige Grundpflege sieht bespielsweise so aus: Nach dem Duschen die Füsse auch zwischen den Zehen kräftig trocken reiben und danach eincremen. So werden allfällige Problemstellen bald erkannt und können behandelt werden. Zwischendurch mal barfuss gehen und die ganze Sache auslüften kann auch im Winter nicht schaden. Angenehm sind Fussbäder mit etwas Lavendelöl: Einen Tropfen ätherisches Lavendelöl in 1cl Rahm verrühren und in ein Fussbad geben. Der Rahm verbindet die ätherischen Öle mit dem Wasser, damit die Wirkstoffe gut aufgenommen werden können. Ungefähr 10 Minuten baden. Danach gut abtrocknen. Das entspannt und pflegt. Wer selber nicht ran kommt an die Füsse, kann zur Fusspflege gehen.
Wer einen Partner hat, der gerne Füsse massiert, ist gesegnet. Eine abendliche Fussmassage mit Puder oder Massageöl ist für beide Seiten etwas sehr Angenehmes. Bieten Sie ihrem Partner oder ihrer Partnerin doch mal eine Fussmassage an.
Dann gibt es auch die professionelle Fuss-Reflexzonen-Massage. Diese wirkt durch die Berührungen am Fuss tiefenentspannend, die Durchblutung wird angeregt und die Organ-Reflexzonen am Fuss können je nach Beschwerden individuell angesprochen werden.
Der umtriebige Geist fährt runter, der Mensch kann loslassen. Beschwerden wie Schlafstörungen, Nervosität und psychische Probleme, Migräne, Verkrampfungen, Verdauungsbeschwerden oder Durchblutungsstörungen können über die Füsse reflektorisch gelindert werden. Ist aus Sicht der Traditionellen Europäischen Heilkunde Kälte mit beteiligt, wie beispielsweise bei Blasenentzündung oder chronischen Infekten, wird zusätzlich ein wärmendes Fussbad verordnet.
Nehmen Sie sich ein Herz für ihre Füsse: Und fassen Sie Fuss. Sie werden darauf stehen.

Fragen und Anregungen richten Sie gerne an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

 

Ratgeber Gesundheit 42 – 2025

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. • www.vinzenz-apotheke.ch

Vitamin C: Anwendungen
In der Literatur werden die Zufuhrs-empfehlungen sehr kontrovers diskutiert. Es scheint klar zu sein, dass zur Erhaltung maximaler Blut- und Gewebekonzentrationen 100 bis 200 mg täglich erforderlich sind. Die offiziellen Empfehlungen für gesunde Erwachsene sind so ausgerichtet, dass sie sicher eine Mangelerscheinung vermeiden. Im Fall von Vitamin C wurde das auf eine tägliche Einnahme von 75 mg festgelegt. Eine Hypervitaminose C ist nicht bekannt. Selbst bei so hohen Dosen wie bei einer täglichen Einnahme von 10 g wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.
Mengeneinschränkungen:
– Bei Diabetikern kann die Zuckerbestimmung im Urin durch die Einnahme von Vitamin C als Supplement falsche Werte anzeigen, die Werte im Blut werden nicht beeinflusst und können ganz normal erhoben werden.
– Bei lang eingenommenen hohen Vitamin-C-Dosen muss zusätzlich Zink und Kupfer supplementiert werden (hohe Einnahmemengen von Vitamin C hemmen deren Aufnahme).
– Bei Patienten mit Nierensteinen (Oxalat Steine) sind hohe Dosen (>1 g/Tag) nicht zu empfehlen. Die Gefahr, damit die Niere zu überfordern oder gar zu schädigen, ist zu gross.
– Bei Patienten mit Eisen-Verwertungsproblemen sind ebenfalls hohe Dosen zu meiden.
Einschub: Unsere Urahnen verzehrten 600 mg Vitamin C am Tag. Studien zufolge kommen wir heute durchschnittlich auf 80 mg täglich.
Erhöhter Bedarf:
– Während einer Erkältung, Erkältungskrankheit: Vitamin-C-Gaben reduzieren die Erkältungsdauer um ca. 8% bei Erwachsenen und bei Kindern um 13,5%. Die Wirkung ist dann am ausgeprägtesten, wenn zuvor eine schlechte Vitamin-C-Versorgung bestand)
– Nach einer Verletzung oder Operation
– Kardiovaskuläre Erkrankungen: Metaanalysen (eine Zusammenfassung vieler Studien) zeigen einen Schutzeffekt bei einer täglichen Einnahme von 500 mg täglich auf das Risiko koronarer Erkrankungen (u.a. über eine Senkung der oxidierten LDL-Partikel im Blut). Bluthochdruckpatienten profitieren von einer Langzeit-Gabe von täglich 500 mg und zeigen eine Verminderung der Blutdruck-Werte um ca. 9%.
– Diabetiker (sie haben oft erniedrigte Vitamin-C-Spiegel durch den hohen oxidativen Stress bei gestörtem Glucose Metabolismus)
– In der Schwangerschaft und Stillzeit
– Bei Früh- und Neugeborenen
– Bei chronischem Nikotin-Abusus (Raucher) un/oder bei chronischem Alkohol-Abusus (Trinker)
– Bei Senioren (speziell Heim-Patienten zeigen gemäss Studien einen Mangel)
– Leistungssportler
– Bei der Einnahme folgender Medikamente: Antibiotika; Kortison; Protonen-Pumpen-Hemmer (= Magenschoner) wie Pantoprazol etc.; Antidepressiva; Östrogene, speziell bei einer Verhütung mit einer Einnahme der «Pille»; Aspirin, auch als Aspirin cardio
Andere Anwendungsgebiete:
– Katarakt oder Trübung der Augenlinse: Es wurden bei Patienten mit Katarakt signifikant niedrigere Werte von Vitamin C in der Augenlinse gefunden. Mit einer täglichen Einnahme von 300 bis 600 mg lässt sich das Risiko um einen Faktor von 4 verringern.
– Krebserkrankungen: Viele Studien zeigen bei der Einnahme von Vitamin C einen gewissen Schutzfaktor besonders bei Magenkrebs, eventuell direkt oder über die Wachstumshemmung von tumorinduzierenden Viren. Eine Reduktion von Nebenwirkungen bei einer «Chemo-Therapie» ist sehr hilfreich.
– Impf-Begleittherapie: Es zeigt sich bei einer Impfung ein Anstieg von Histamin im Blut. Vitamin-C-Gaben senken das Histamin (auch hilfreich bei Allergien) und damit auch mögliche Impf-Nebenwirkungen!
– Knochendichte: Einige Studien belegen einen positiven Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Vitamin C und der Knochendichte.
All diese Angaben aus der Literatur führen uns zu der Empfehlung: Nehmen Sie genügend Vitamin C zu sich. Genügend heisst sicher in erster Linie über eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst. Wenn Sie lieber zu angereicherten Säften greifen, achten Sie auf die Zusätze wie Zucker oder Konservierungsstoffe. Eine tägliche Substitution von 500 mg (es gibt Produkte, die das Vitamin C in einer Retard Form, heisst eine langsame Freigabe über einen bestimmten Zeitraum, anbieten) ist ihrer Gesundheit sicher zuträglich besonders in den Jahreszeiten, in denen die Auswahl an natürlichen Quellen eingeschränkter ist.
Bleiben Sie gesund
Ihr Team der Vinzenz Apothekee

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Ratgeber Finanzen 41 – 2025

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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USA von Höchst zu Höchst
Der amerikanische S&P 500-Index ist ein breitabgestützter, repräsentativer Index und taugt viel mehr als der Dow Johns Industrial. Trotzdem reiht sich ein Höchst an das nächste. Die politische Weltlage ist so unsicher wie seit Jahrzehnten nicht mehr, die westlichen Staaten sind über beide Ohren verschuldet, die demographische Überalterung kommt voll auf uns zu und die Aktienmärkte boomen. Auf den ersten Blick irrational. Aus meiner Sicht auch auf den zweiten Blick, wenn da nicht immer noch die Geldschwemme wäre, die Angst vor Staatspleiten oder Währungsschnitten. Sachwerte scheinen Trumpf zu sein. Die Argumentation, dass man bei einem Sachwert viel weniger Probleme bei einer starken Inflation oder Kollaps hat, ist oft richtig. Den Preis, den man für die gekaufte Sache zahlt, ist aber nicht einfach vernachlässigbar. Das scheint den Markt im Moment aber nicht zu interessieren und es gibt übertriebene, teilweise irrationale Aufwärtsbewegungen. Einmal mehr: Gier und Panik sind nahe beieinander und Massenpsychologie spielt im Anlagegeschäft immer wieder eine sehr wichtige Rolle.

Gold wie eine Fahnenstange
Auch Gold ist ein Sachwert. Historisch ist es als Wertsicherungsmittel, welches nicht beliebig vergrössert wer­-den kann, beliebt. Im Gegensatz zur Geldmenge, welche die Zentralbanken fast beliebig erweitern und den Geldwert damit auch verwässern können, ist das bei Gold nur sehr beschränkt möglich.
Der Goldpreis ist in den letzten Monaten wie eine Fahnenstange angestiegen. Auch über 10 Jahre hat sich der Preis für das Edelmetall ungefähr verdreifacht – seit den grossen Verkäufen der Schweizerischen Nationalbank sogar fast verzehnfacht. Auch hier ist viel Euphorie resp. starke Vorbehalte gegenüber dem Finanzsystem und den Staaten bereits enthalten. Gold wird industriell fast nicht mehr gebraucht und nun werden auch unprofitable Minen wieder reaktiviert. Das Angebot steigt also ganz langsam wieder an und schlussendlich zahlen kann man mit Gold in unserer digitalisierten Welt auch fast gar nichts mehr...
Den Politiker sollte der Goldpreis aber ein Mahnfinger sein. Er ist wie ein Fiebermesser und die Temperatur kocht. Ausgabe- und Schuldendisziplin wäre angesagt. Aber das ist völlig unpopulär und tut weh. Versprechen und Ausgeben ist halt einfacher.

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Ratgeber Recht 40 – 2025

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Alles, was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden!
Jeder von uns hat diesen Ausdruck sicher schon einmal in einem Hollywoodstreifen gehört. Der Ausdruck «Alles, was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden», ist dabei eine direkte Übersetzung der Miranda-Warnung aus den USA, die das Recht eines Beschuldigten betont, zu schweigen und einen Anwalt hinzuzuziehen. Als Strafverteidiger höre ich diesen Satz nahezu täglich. Aber ist dieser Satz nur eine Floskel, eine nichtssagende Redewendung aus Filmen oder steckt mehr dahinter? In der Schweiz ist das Schweigerecht für Beschuldigte, um eine Selbstbelastung zu verhindern, in der Strafprozessordnung (StPO) verankert. Und ich kann Ihnen gleich vorweg raten: Sagen Sie niemals etwas zur Sache aus, wenn Sie Beschuldigter sind, und nehmen Sie das Recht auf Aussageverweigerung in Anspruch – zumindest so lange, wie Sie nicht mit einem Anwalt oder einer Anwältin gesprochen haben!
Was bedeutet der Ausdruck aber im Detail?
• Recht zu schweigen
Beschuldigte haben das Recht zu schweigen, um sich nicht selbst zu belasten. Auf dieses Recht sind sie zu Beginn der Einvernahme hinzuweisen.
• Mögliche Verwendung vor Gericht
Alles, was Beschuldigte gegenüber der Polizei oder Staatsanwaltschaft sagen, kann auch vor Gericht verwendet werden, um sie zu belasten.
• Recht auf einen Anwalt
Beschuldigte haben das Recht, jederzeit einen Rechtsanwalt zu konsultieren und bei Vernehmungen hinzuzuziehen. Wenn sie sich die Kosten nicht leisten können, kann ein Verteidiger gestellt werden.
• Aussageverweigerung
Beschuldigte sind in keinem Fall verpflichtet, vor der Polizei, vor der Staatsanwaltschaft oder vor Gericht auszusagen.
• Nicht zur Sache äussern
Beschuldigte sollten keine Angaben zur Sache machen, denn jede Aussage kann gegen sie verwendet werden.
• Anwaltliche Beratung
Beschuldigte sollten so früh wie möglich einen Strafverteidiger aufsuchen, der sie umfassend berät und unterstützt.
• Hart bleiben!
Beschuldigte sollten sich nicht von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft dazu drängen lassen, eine Aussage zu machen.
Sofern Sie einer Straftat beschuldigt werden und Aussagen zur Sache machen sollen, dürfen Sie sich jederzeit an uns wenden. Wir helfen Ihnen und schützen Sie!

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Ratgeber Finanzen 38 – 2025

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
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«In drei Jahren kommt die grosse Krise.»
Unter diesem Titel brachte die NZZ vor einer Woche einen herausragenden Artikel zur aktuellen Börseneinschätzung von Ray Dalio, dem Gründer von Bridgewater Associates. Dalio warnt darin vor einer bevorstehenden Staatsschuldenkrise in den USA, die er in etwa drei Jahren erwartet. Dalio sieht die Wurzel des Problems nicht in einzelnen Politikern wie Donald Trump, sondern in der Position der USA in der Spätphase eines grossen Schuldenzyklus.
Dalio vertraut auf seine persönliche Geschichtstheorie, ein zyklisches Modell, das beschreibt, wie Länder reich werden, sich übermässig verschulden und daraufhin abstürzen, bevor der Kreislauf von Neuem beginnt. Diese Schuldenzyklen erstrecken sich über mehrere Jahrzehnte, und Dalio zufolge steht die Welt derzeit an einem Wendepunkt, vergleichbar mit den 1930er und 1970er Jahren, mit der Drohung eines nächsten Absturzes. Er spricht vom drohenden «Herzinfarkt» überschuldeter Staaten.
Die wichtigsten Argumente von Ray Dalio:
• Der Grosse Schuldenzyklus: Die USA befinden sich in der Spätphase eines grossen Schuldenzyklus, der sich über Dekaden erstreckt. Dalio betont, dass diese Dynamik seit langer Zeit im Gange ist, sich aber seit der Finanzkrise 2008 und insbesondere seit der Pandemie 2020 beschleunigt hat.
• Unproduktive Kreditvergabe und «Verkalkung» des Systems: Dalio vergleicht das Kreditwesen mit dem Blutkreislauf: Schulden sind gesund, wenn sie zur Schaffung zusätzlichen Einkommens genutzt werden. Werden Kredite jedoch unproduktiv eingesetzt, reichen die Erlöse nicht zur Rückzahlung. Dies führt zu steigenden Schulden und deren Ablagerung, ähnlich einer «Verkalkung» der Blutgefässe. Das Angebot an neuen Schulden übersteigt auf Dauer die Nachfrage, wodurch der Preis für Staatsanleihen sinkt.
• Alarmierendes Verhältnis von Staatseinnahmen zu Schuldendienst: Als Annäherung an den «Verstopfungsgrad» betrachtet Dalio das Verhältnis der Staatseinnahmen zu den Kosten des Schuldendienstes. Für die USA ist dieses Verhältnis alarmierend: Das Land nimmt rund 5 Billionen Dollar pro Jahr ein, wovon 1 Billion direkt für den Schuldendienst ausgegeben wird. Das aktuelle von den Trump-Republikanern durchgedrückte Haushaltgesetz verschärft das Problem mit noch höheren Defiziten weiter.
• Vergleichbare Probleme in anderen westlichen Staaten: Nicht nur die USA, sondern auch Länder wie Grossbritannien, Frankreich und Japan stehen vor ähnlichen oder sogar grösseren Schuldenproblemen. Die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen sind fast überall angestiegen, ausser in der Schweiz.
• Vermögensunterschiede und Schwächung der Demokratie: Während einer Boom-Phase nimmt die Vermögensungleichheit zu, die Preise für Aktien und Häuser entkoppeln sich vom Durchschnittseinkommen. Diese Ungleichheit fördert Populismus von links und rechts, schwächt die Demokratie, befeuert den Schuldenaufbau und beschleunigt den Eintritt der Krise. Als Beispiel für aktuellen Populismus nennt Dalio den Staatskapitalismus unter Donald Trump (Stichworte Intelbeteiligung, NVIDIA ChinaUmsatzsteuer).
• Blockade des politischen Systems und Wunsch nach Autokratie: Eine zunehmende politische Spaltung führt dazu, dass ein Grossteil der Bevölkerung eine Regierung wünscht, die autokratisch durchgreift, um das System zu kontrollieren und funktionsfähig zu machen. Dalio zieht Parallelen zu den 1930er Jahren, wo Unterschiede in Wertvorstellungen (und Vermögen) zunahmen, während Kompromissbereitschaft und Vertrauen ins System schwanden.
• Verlagerung der Verantwortung an die Notenbanken: Steuererhöhungen sind unpopulär, den Gürtel enger schnallen noch viel mehr. Der Weg des geringsten Widerstandes für die Politiker scheint deshalb wahrscheinlich: undankbare Entscheidungen und damit die Schuld an die Notenbanken abschieben. Die US-Notenbank FED könnte Trumps Drängen nachgeben, die Leitzinsen senken und eine Entwertung des Dollars zulassen. Alternativ könnte sie hart bleiben und Washington zum Sparen zwingen, was dann die Staatsschuldenkrise auslösen würde.
• Mögliche Ausgänge der Krise: Dalio sieht zwei Hauptwege, wie sich eine Staatsschuldenkrise manifestieren kann: entweder durch einen Staatsbankrott oder durch hohe Inflation.

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