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Ratgeber Finanzen 48 – 2023

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Immobilienmarkt wird ruhiger
Nach den Boomjahren auf dem Immobilienmarkt hat sich der Markt im Fricktal in den letzten Monaten stark beruhigt und verlangsamt. Ein leicht grösseres Angebot trifft auf eine etwas kleinere und oft kritischere Nachfrage. Selbst sehr gute Liegenschaften gehen kaum mehr wie «warme Weggli». Das Segment der Renditeliegenschaft hat in diesem Jahr grössere Preiskorrekturen erfahren. Das Eigenheimsegment ist stabil oder leicht rückläufig. Übertreibungen nach oben gibt es kaum mehr.
Wie geht es weiter? Ich vermute, dass weder ein grosser Einbruch noch eine Rückkehr zum Boom vor der Türe stehen. Einerseits wächst die Bevölkerung weiterhin, was die Nachfrage unterstützt. Anderseits haben die höheren Zinsen und das gestiegene Preisniveau die Nachfrage eingeschränkt. Somit ist aus meiner Sicht eine leicht rückläufige Tendenz oder Treten an Ort am realistischsten. Einzig bei stark steigenden Zinsen oder einer Rezession sind grössere Korrekturen zu erwarten.

Wer nicht liefert oder den Ausblick reduziert, wird abgestraft
Auch beim Aktienmarkt ist der ganz breitabgestützte Aktienboom vorbei. Wenn eine Firma die erwarteten Kennzahlen nicht übertrifft oder den Ausblick zurücknehmen muss, kommt oft eine gröbere Kurskorrektur. Nur im Hightech-Bereich rund um künstliche Intelligenz ist aktuell noch viel (zu viel?!) Fantasie vorhanden. Einmal glaube ich hier einen übertriebenen Herdentrieb zu beobachten. Die Chance eines grösseren Katers ist aus meiner Sicht gross. Solche Boomphasen gehen aber oft länger, als man denkt und für realistisch hält. Wenn ich etwas in den letzten rund 35 Jahren Anlageerfahrung gelernt habe, dann, dass sich übertriebene Euphorie, aber auch übertriebene Angst oder Panik kaum auszahlen. Längerfristig positive Punkte haben eine vernünftige Diversifikation, eine vernünftige Kostenstruktur, keine teure oder intrasparente Produkte und immer genügend Liquidität, damit man nie Notverkäufe machen muss.

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Ratgeber Gesundheit 47 – 2023

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Sonnenvitamin D (Teil 2)
Der letzte Ratgeber war dem Mangel in der Vitamin-D-Versorgung gewidmet. Dieses Vitamin zählt definitiv zu den kritischen Nährstoffen.
Wo findet man Vitamin D?
Über die Nahrung wird in der Regel nur ein kleiner Prozentsatz (rund 10%) aufgenommen. Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel sind:
- Fische (speziell fette Fische wie geräucherter Aal, Hering, Lachs, Makrele)
- Eier, speziell im Eigelb
- Butter und oder Pflanzenmargarine
- Leber und Pilze
Um eine genügende Menge an Vitamin D aufnehmen zu können, müssen es bei Fischen schon 100g geräucherter Fisch oder 150g frischer oder tiefgekühlter Fisch sein. Eier können trotz einer deutlich geringeren Menge pro Ei einen guten Beitrag zur Versorgung leisten, weil sie vielfältig in den Speisen vorkommen. Die Leber ist von den Empfehlungen (150g einmal alle vier Wochen) nicht wirklich relevant. Pilze können als Beilage mit 200g den Tagesbedarf liefern. Butter und Margarine werden regelmässig, zwar in kleineren Mengen, konsumiert, tragen damit aber auch dazu bei. Sie sehen, es ist schwierig, über die Nahrung bei allen Bevölkerungsgruppen die nötigen Mengen zu erreichen.
Der Grossteil von Vitamin D wird unter Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Das ist leider sehr unzuverlässig. Um im Sommer 600 IE am Tag zu bilden, genügt, je nach Pigmentierung der Haut, ein tägliches Sonnenbad in der Mittagszeit von Gesicht, Armen und Händen während 10 bis 40 Minuten. Sonnenschutz vermindert oder verhindert das. Im Winter ist die Bestrahlung selbst an sonnigen Tagen zu gering. Erschwerend kommt noch die zusätzliche Bekleidung als Negativum dazu.
Welche Funktionen hat Vitamin D?
Es hat vielfältige Aufgaben im Organismus. Die bekannteste ist die Aufrechterhaltung der Calciumionen-Konzentration im Blut. Dies wird über sehr komplexe Mechanismen erreicht: eine vermehrte Calcium-Aufnahme aus dem Darm, eine erhöhte Wiederaufnahme von Calcium aus dem Harn und eine vermehrte Abgabe aus unserem grössten Calcium-Speicher, unseren Knochen. Kurz gefasst könnte man sagen: Vitamin D ist notwendig zur Aufnahme und für den Stoffwechsel von Calcium und Phosphat. Damit ist es wichtig für eine gesunde Knochen- und Zahn-Bildung. Eine Unterversorgung äussert sich z.B. in Knochenkrankheiten. Die bekanntesten sind bei Kindern Rachitis und Osteoporose bei den Älteren. Neuere Forschungen zeigen auch einen Einfluss auf die Bildung und Differenzierung von Hautzellen sowie einen beträchtlichen Einfluss auf das Funktionieren des Immunsystems, um nur die wichtigsten zu nennen. Es wird heute weniger als ein Vitamin gesehen, sondern eher den Hormonen zugeordnet.
Unser Körper konnte vor der Einführung der Vitamin-D-Gaben durch die Tatsache, dass Vitamin D fettlöslich ist, die Mangelzeiten in den Wintermonaten überstehen.
Die Fettlöslichkeit ist auch der Grund für eine mögliche Überdosierung. Der Körper speichert das «Zuviel». Anzeichen dafür sind Müdigkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen, aber auch Nieren- und Herz-Kreislauf Symptome. Eine Verkalkung der Arterien gehört ebenfalls dazu. Um in eine solche Situation zu gelangen, müssen über längere Zeit sehr hohe Dosen eingenommen werden. Die sichere hohe Einnahmemenge von 4000 IE pro Tag ab neun Jahren zeigt das. Dabei ist die Zeit der Sonneneinstrahlung nicht relevant. Es gibt sehr viele verschiedene Präparate, um eine vernünftige Einnahmemenge zu erreichen, lassen Sie sich beraten.

Lassen Sie sich beraten und geniessen Sie die letzten Sonnenstrahlen im Freien.
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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Für Fragen sind wir immer für Sie da.

Ratgeber Naturmedizin – 46 - 2023

Sonja Wunderlin, Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Xorta (sprich «Chorta») – Wildgemüse auf Griechisch
Auch jetzt im November finden sich draussen noch etliche essbare Wildkräuter. Auf den gemähten Wiesen konnten sie nochmals frisch nachwachsen und sind wieder zart und fein. Oft sind sie im Herbst aber etwas kräftiger als noch im Frühling. Da bietet sich an, die wertvollen Wildpflanzen nicht mehr als Salat zu essen, sondern sie zu kochen, zu frittieren oder eben eine feine Xorta zu machen, wie das die Griechen traditionell machen.

Wildkraeuterpfanne. Foto: zVgIn Griechenland findet man sie immer noch häufig: Wildgemüse aus lokalem «Unkraut» als Beilage zu Fisch oder Fleisch. Sie werden auf lokalen Märkten frisch angeboten. Da das Sammeln der feinen jungen Blätter sehr zeitintensiv ist, erzielt diese Delikatesse dort stolze Preise.
Es gibt grundsätzlich zwei Kategorien der Xorta: Die eher süsslichen oder neutralen und die bitteren. Zu den süsslichen gehören beispielsweise Wildfenchelkraut oder Hirtentäschelkraut. Bitter sind beispielsweise die jungen Blätter von Löwenzahn.
Warum denn überhaupt Wildpflanzen essen? Wildpflanzen haben etwas Eigenwilliges, sind zäh, widerstandsfähig und kräftig im Geschmack. Sie haben es in sich: Beispielsweise im Knopfkraut, einem Unkraut im Gemüsegarten, ist drei Mal so viel Eisen drin wie im Spinat. Das zusätzlich enthaltene Vitamin C erleichtert die Aufnahme des Eisens. Das ist sehr interessant bei immer wiederkehrendem Eisenmangel und stärkt gerade jetzt im Herbst das Immunsystem.
Abgesehen von einem hohen Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen finden sich in den Wildpflanzen ausserdem verschiedene Bitterstoffe, die einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. Die regelmässige Einnahme von bitteren Kräutern wirkt sich positiv aus auf den Stoffwechsel, Allergien, Unverträglichkeiten, chronische Ekzeme und ein geschwächtes Immunsytem, verbessert die Verdauung und unterstützt die Darmflora. Isst man etwas Bitteres, werden alle Verdauungsdrüsen angeregt; es wird vermehrt Speichel, Magensäure, Galle und Verdauungsenzyme produziert, welche im Verdauungskanal eine optimale Verdauung einleiten.
Es gibt hunderte Sorten von Xorta, die wild in der Natur wachsen. Während die Griechen ihr eigenes einheimisches Wildgemüse kochen, essen wir natürlich das, was in unserer Umgebung wächst. Bespielsweise Hirtentäschelkraut, Löwenzahn, Glockenblumen-Blätter, Brennnessel, Giersch, Spitzwegerich, Malvenblätter, guter Heinrich, Melde, Portulak oder die Blätter des Klatschmohns.
Zubereitung Xorta
Kräuter sammeln nur an «sauberen» Stellen. Die Kräuter schütteln, allenfalls waschen. Die gröberen Blätter etwas klein schneiden. In einer Pfanne mit kochendem Wasser werden sie zirka 10 Minuten eingelegt (nicht weiter kochen). Danach das Kraut aus dem Wasser heben und mit Salz, gutem Olivenöl und frischem Zitronensaft beträufeln. Warm oder kalt servieren.
Sehr gut auf geröstetem Baguette, als «Beigemüse», Beilage in einer klaren Suppe oder eingebacken in einem salzigen Kuchenteig.
Bild: Eine Wildkräuterpfanne.

Fragen und Anliegen richten Sie gerne an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

 

Ratgeber Finanz 45 – 2023

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Wie gross ist die «neue» UBS?
Es gibt verschiedene Massstäbe, wie man die «Grösse» einer Firma messen kann. Nach Einverleibung der Credit Suisse hat die UBS gut 120 000 Mitarbeiter weltweit. Der grösste europäische Konkurrent diesbezüglich ist die HSBC mit knapp 220 000 Mitarbeitern. Ebenfalls etwa 220‘000 Mitarbeiter hat die grösste amerikanische Bank JP Morgan.
Die Bilanzsumme der «neuen» UBS dürfte gut 1700 Mia USD betragen. Bei der HSBC sprechen wir hier von über 2500 Mia und bei JPM von etwas weniger als 4000 Mia. Interessant hier: JPM ist nur auf Platz fünf gemäss der Bilanzsumme, die grössten vier Banken weltweit nach Bilanzsumme kommen aus China.
Bei der Marktkapitalisierung ist die neue UBS geradezu klein. JPM bringt es auf enorme 400 Mia USD, HSBC auf gut 140 Mia und die UBS auf ca. 75 Mia USD.

Too small to survive
Die UBS ist also wesentlich kleiner als die grösste europäische Bank und diese wiederum kleiner als die grösste US Bank. Ist es also ein Vorteil, dass dank der Übernahme der CS die UBS den Abstand zu den grössten Banken reduzieren konnte?
UBS-CEO Sergio Ermotti scheint dieser Meinung zu sein. Er hat am 29. März 2023 Folgendes gesagt: «Die Debatte ist nicht ‹too big to fail›. Sie dreht sich vielmehr um ‹too small to survive›.» Obige Vergleichszahlen stützen diese firmenspezifische Sicht. Die UBS ist weltweit gesehen kein Gigant.

Too big to fail (TBTF)
Die volkswirtschaftliche und politische Sicht ist aber diametral anders. Wir haben im vergangenen März gesehen, dass Banken ab einer gewissen Grösse als systemrelevant angesehen werden und der Staat sich gezwungen fühlt, deren Untergang mit allen Mitteln zu verhindern. Um dem Gegensteuer zu geben, wurden im Nachgang zur Finanzkrise eigentlich TBTF-Gesetze erlassen. Das Ziel: Der Staat soll nicht mehr als Retter für Managementfehler hinstehen müssen und Steuergelder in gigantischem Umfang riskieren.

Notrecht statt TBTF
Die TBTF-Gesetze konnten ihren Nachweis, wie potent sie sind, leider nicht zeigen. Der Bundesrat ist einer Anwendung dieser Gesetze im vergangenen März mit der Anrufung von Notrecht zuvorgekommen. Er sah sich – vermutlich aufgrund enormen Drucks aus dem Ausland – gezwungen, den Zusammenbruch der systemrelevanten CS mit Notrecht zu verhindern. Immerhin und zu Recht hat er auf die enormen Risiken hingewiesen, die diese Rettungsaktion für die Schweiz haben könne. Nur: Wenn bereits die Rettung der Credit Suisse potenziell desaströse Auswirkungen für die Schweiz haben könnte, wie sieht das dann erst aus, wenn und falls die mehr als doppelt so grosse UBS gerettet werden müsste?

Schlussfolgerungen
TBTF-Gesetze, die nur «pour la galérie» und auf dem Papier stehen, aber im Ernstfall nicht angewendet werden, nützen nichts. Entweder werden diese so angepasst, dass sie in einem allfällig künftigen UBS-Rettungsfall auch unter Druck des Auslands angewandt werden und auch funktionieren oder dann riskiert die Schweiz ihre gesamte Volkswirtschaft und den starken Schweizer Franken. Denn es ist klar, die Grösse eines Staates limitiert auch die Grösse einer allfälligen Rettungsaktion. Zum Vergleich: Die Wirtschaftsleistung der gesamten Schweizer Wirtschaft betrug 2022 808 Mia USD, also nicht einmal die Hälfte der Bilanzsumme der UBS. Die Grösse der UBS ist ein latentes Problem für die Schweiz. Die Schweizer Politik sollte sich diesem Problem annehmen.

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Ratgeber Psychologie 44 – 2023

Ladina Waldmeier
M. Sc. Psychologin FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Welcher Wolf gewinnt?
Ein weiser Indianer sass schon eine Weile mit seinem Enkelsohn schweigend am Lagerfeuer. Dann begann der Alte mit sanfter Stimme: «In meinem Inneren kämpfen zwei Wölfe.» Der Junge blickte ihn neugierig an. «Der eine ist der Wolf der Dunkelheit, der Angst, des Neides, des Misstrauens und der Verzweiflung.» Stille. Dann fuhr er fort: «Der andere Wolf ist jener des Lichtes, der Liebe, der Lebensfreude und des Vertrauens.» «Und wer von beiden gewinnt?», wollte der Enkel wissen.
Vielleicht kennen Sie selbst zwei ähnliche Wölfe oder innere Stimmen, die miteinander ringen. Häufig fühlen wir uns diesen auch ausgeliefert. Vielleicht betrachten wir das Ringen wie ein Beobachter von aussen, sehen dem Spiel zu, sind ganz gebannt. Vielleicht merken wir aber auch, dass wir versuchen, uns zu involvieren, den Kampf aufzulösen. So oder so, der innere Kampf ist fordernd, braucht Energie und bindet unsere Aufmerksamkeit.
Was denken Sie, war die Antwort des weisen Indianers?
«Der, den ich füttere!»
Was hat nun diese alte Parabel mit Psychologie zu tun, werden Sie sich vielleicht fragen. Ich möchte den Aspekt der Aufmerksamkeitslenkung daraus genauer betrachten. Wir sind täglich mit zahlreichen Informationen von aussen, aber auch eigenen Gedanken konfrontiert. Wenn wir sie wahrnehmen, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf sie. Wie lange wir uns diesen Informationen und Gedanken zuwenden, liegt glücklicherweise in unserem Einflussrahmen. Dies heisst nicht unbedingt, dass sich das immer einfach gestaltet, denn es gibt eine kleine Eigenheit unseres Gehirns, die Sie kennen sollten: Unser Gehirn hat eine Vorliebe für besonders Absurdes und Emotionsgeladenes. Das führt dazu, dass wir uns ohne bewusstes Zutun eher dem zuwenden, was auch besonders eklig, traurig, angsteinflössend oder auch lustig, bizarr ist. Wenn Sie sich mal einen Moment nehmen und prüfen, welche Emotionen Sie als besonders intensiv erleben, werden Sie vielleicht auf Wut oder Angst kommen. Hier kommt die Antwort des weisen Indianers ins Spiel; die Gedanken und Informationen, welche unsere Aufmerksamkeit erhalten, werden genährt, gestärkt und nehmen so immer mehr Raum ein. Das bedeutet im Umkehrschluss: Es braucht manchmal etwas an bewusstem Zutun unsererseits, um uns mit unserer Aufmerksamkeit wieder neu zu orientieren, um uns auch wieder anders, zum Beispiel zufrieden, fühlen zu können. Dieses Muster zeigt sich auch immer wieder in Paarbeziehungen. Die Seite(n) des Partners/der Partnerin, welche bei einem selbst, besonders intensive Gefühle auslösen, gelangen schnell mal in den Fokus der Aufmerksamkeit. Sind es Emotionen wie Angst und Wut, wird das eigene Alarmsystem aktiviert und es kann ein Radar etabliert werden, der sensibel auf alles vom Partner/der Partnerin reagiert, was wieder ähnliche Emotionen auslösen könnte.
So ist man, ohne es bewusst zu steuern in einem Muster gelandet, welches sich auf das Schwierige beim Gegenüber fokussiert und so immer wieder zu unangenehmen Gefühlen bei einem selbst führt. Bleiben Sie also auch hier wachsam und mitbestimmend, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit legen. Humor ist hier beispielsweise ein wunderbarer Wegbereiter für den Aufmerksamkeitswechsel. Oder können Sie noch ärgerlich sein, wenn Sie lachen? Schliesslich ist, wie wir uns fühlen, in erheblichem Ausmass von dem bestimmt, worauf wir unsere Aufmerksamkeit legen, von dem, was wir nähren.

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Ratgeber Recht – 43 – 2023

MLaw Pascal Messerli
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Rechtliche Möglichkeiten bei Persönlichkeitsverletzungen
Die Meinungsfreiheit ist in der Schweiz ein hohes Gut. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich gesetzliche Schranken und man darf sich gegenüber anderen Menschen nicht alles erlauben. Persönlichkeitsverletzungen kommen sehr häufig vor. Gerade in den sozialen Medien scheint die Hemmschwelle für Beschimpfungen, Beleidigungen oder Drohungen häufig geringer zu sein, als wenn man einer Person unmittelbar gegenübersteht.
Das Strafgesetzbuch kennt in diesem Bereich unterschiedliche Tatbestände. Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, macht sich wegen übler Nachrede strafbar. Wer den Wahrheitsbeweis über Tatsachenbehauptungen erbringt, bleibt hingegen grundsätzlich straflos. Strafrechtlich geschützt wird dabei der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein. Auch die Verleumdung ist strafbar. Dieser Tatbestand ist erfüllt, wenn Behauptungen wider besseres Wissen geäussert werden. Zudem existiert ein Beschimpfungstatbestand, durch welchen sämtliche Beleidigungen strafrechtlich verfolgt werden können. Ob es sich bei einer Äusserung jeweils um eine üble Nachrede, Verleumdung oder Beschimpfung handelt, muss im Einzelfall geklärt werden. Juristische Grauzonen sind alles andere als Einzelfälle. Neben den Ehrverletzungsdelikten können auch Drohungen zur Anzeige gebracht werden. Alle erwähnten Tatbestände sind sogenannte Antragsdelikte, das heisst, die betroffene Person muss innert drei Monaten, seitdem ihr der Täter bekannt ist, einen Strafantrag einreichen.
Neben dem strafrechtlichen Weg können auch zivilrechtliche Schritte bei Persönlichkeitsverletzungen eingeleitet werden. Kläger können beim Gericht beantragen, drohende Verletzungen zu verbieten oder bestehende Verletzungen zu beseitigen. Die Widerrechtlichkeit einer Persönlichkeitsverletzung kann zudem gerichtlich festgestellt werden. Schadensersatz- und Genugtuungsklagen können ebenfalls eingereicht werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Bei Gewalt, Drohungen und Nachstellungen kann ein Gericht im Sinne von 28b des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (der sogenannten Stalking-Artikel) Kontakt-, Annäherungs- oder Aufenthaltsverbote verfügen.
Häufig macht es zusammenfassend also Sinn, sowohl den strafrechtlichen als auch den zivilrechtlichen Weg zu beschreiten. Insgesamt sollten Sie folgende Punkte beachten.
- Soziale Medien sind keine rechtsfreien Räume: In emotionalen Situationen lieber zweimal überlegen, bevor man etwas gegen eine andere Person postet.
- Man muss sich nicht alles gefallen lassen: Bei Beschimpfungen oder Drohungen können strafrechtliche sowie zivilrechtliche Klagen eingereicht werden.
- Häufig liegen Äusserungen gegen andere Personen in einer juristischen Grauzone: Es kommt also auf den konkreten Einzelfall an, ob eine solche Äusserung strafbar bzw. persönlichkeitsverletzend ist. Um finanzielle Risiken im Zivilprozess zu vermeiden, sollte man sich vor einer Klage juristisch beraten lassen.
- Bei einer strafrechtlichen Anzeige gilt eine dreimonatige Frist bei Antragsdelikten.
Wenn Sie weitere Fragen zum Thema strafrechtliche oder zivilrechtliche Persönlichkeitsverletzungen haben, dürfen Sie gerne mit uns in Kontakt treten.

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Ratgeber Finanzen 42 – 2023

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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Sandoz – ein neuer, alter Name am Börsenhimmel

Grösser und noch grösser, das war lange das Motto, nicht nur im Pharmabereich. Natürlich bringt eine vernünftige Grösse einige gewichtige Vorteile. Oft steigt aber auch die Bürokratie überproportional und es sind Sachen zusammen, welche kaum oder gar keine Synergien untereinander haben. Heute findet teilweise ein Umdenken statt. Man merkt, dass gewisse Unternehmensteile nicht mehr dazu passen oder eine völlig andere Dynamik haben. Es ist weniger Diversifikation gefragt, mehr Konzentration auf das Kerngebiet und/oder auch das Freilegen von Potenzial. Es wird versucht, schlummernde Werte zu Kapital zu machen. Oft gedeihen diese abgetrennten Sparten unter eigener, weniger einengender Regie besser. Schlussendlich ist es eine Win-Win-Situation. Aktuelles Beispiel: Der Pharmariese Novartis hat vor zwei Wochen seine Generika-Sparte («Nachahmer-Produkte») unter dem Markennamen Sandoz abgespalten und separat an die Börse gebracht. Für fünf Novartis-Aktien hat der Aktionär 1 Sandoz-Aktie bekommen. Man kann nun selber entscheiden, ob man in den Pharma- oder Generikateil investieren will. Bereits viel früher wurden die Agrochemie mit Syngenta und später der Augenheilbereich Alcon abgetrennt. Wichtig scheint, dass die abzutrennende Firma wirklich alleine überlebensfähig ist und nicht mit Schulden vollgepumpt wurde. Das scheint bei Sandoz beides der Fall zu sein. Die Generikasparte birgt überschaubare Risiken bei einem limitierten Gewinnpotential. Aus meiner Sicht habe ich lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Wenn das Management nicht übermütig wird, könnte sich Sandoz zu einem sehr soliden Wert entwickeln. Die Branche hat sicher Zukunft und ich werde Sandoz weiter beobachten.
Santhera scheint Zulassung zu bekommen
Das kleine Biotechunternehmen aus Pratteln hat viele Enttäuschungen und eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Nun scheint man für das Muskelschwund reduzierende Mittel Vamorolone eine Zulassung in Europe zu erhalten. Das wäre ein wichtiger Durchbruch. Wenn es dem Management gelingt, sich vom fast reinen Forschungsunternehmen zum Verkaufsbetrieb weiterzuentwickeln und rasch Einnahmen zu generieren, könnte die Aktie noch einiges Potential haben. Nach den vielen Enttäuschungen der Vergangenheit scheinen viele Anleger aber noch vorsichtig zu sein, was es aber gerade interessant macht.

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Ratgeber Gesundheit 41 - 2023

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Sonnenvitamin D
Ein langer, heisser Sommer geht zu Ende und wir freuen uns auf einen sonnigen Herbst. Dabei werden die Tage kürzer und wir merken das bereits. Die Möglichkeit, Vitamin D über die Haut zu produzieren, schwindet langsam durch die geringere Sonneneinstrahlung.
Das Wichtigste zuerst!
– Gemäss dem neuesten Schweizer Ernährungsbericht (OFSP Bulletin nutritionnel suisse 18.11.2021) scheint die tägliche Vitamin-D-Aufnahme der Bevölkerung nur 20 Prozent der empfohlenen Menge zu erreichen (die Daten sind erst ab dem 18. Lebensjahr verfügbar). Das heisst dann im Klartext, dass in den Wintermonaten (und die kommen jetzt) mehr als 60 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. Dasselbe scheint bei den 3- bis 18-jährigen Personen mit einem Prozentsatz von 15 bis 57 Prozent ebenso zu sein. Die Senioren (ab 60 Jahren) bezeichnen sich selbst als gesund und haben dennoch einen Mangel bis zu 70 Prozent!
– Das grösste Risiko besteht bei den Kleinsten (Säuglinge und Kleinkinder). Um das Hautkrebsrisiko zu mindern, sorgt man für eine geringere Sonneneinstrahlung. Bei älteren Menschen führt die weniger effiziente Vitamin-D-Eigenproduktion ebenfalls zu einem Mangel.
Die Behörden sehen aus dem grossen Bedürfnis eine Supplementierung als notwendig. Auf ein systematisches Testen kann daher verzichtet werden!

Empfohlene tägliche Einnahme-Mengen (immer mit einer Mahlzeit):
– Säuglinge und Kids im ersten Lebensjahr 400 IE
– Kinder im 2. und 3. Lebensjahr 600 IE
– Personen 3 – 60 Jahre 600 IE im Winter*
– Menschen ab 60 Jahren 800 IE
(*Winter heisst: ab Oktober bis März)

Besondere Gruppen:
– Schwangere und Stillende 600 IE
– Menschen mit Malabsorptionssyndrom 3500 IE
– Hüftfraktur 2000 IE
– Bei nachgewiesenem schweren Mangel (Kids) 1000 IE
– Bei nachgewiesenem schweren Mangel (Adult) 2000 IE
(nachgewiesener schwerer Mangel heisst Werte von 25(OH)Vit D < 25 nmol/l)

Diese empfohlenen Mengen können entweder täglich, wöchentlich oder monatlich eingenommen werden. (Wir empfehlen die tägliche Einnahme. Bei einem Vergessen fehlt nur eine Dosis an einem Tag. Bei der monatlichen Einnahme ist schon ein ganzer Monat nicht abgedeckt!)

Eine Blutuntersuchung zeigt den Mangel. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Blutuntersuchung nur noch bei ausgewählten Patienten und eine Nachuntersuchung darf nur in Abständen von mindesten 3 Monaten erfolgen! Fragen Sie ihren Hausarzt oder in ihrer Apotheke nach den anfallenden Kosten und entscheiden dann, ob Ihnen eine individuelle Empfehlung das wert ist.
Weitere Informationen folgen im nächsten Ratgeber.
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Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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Ratgeber Finanz 40 – 2023

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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«Der Kampf gegen die Inflation ist noch nicht vorbei»
Dies sagte Nationalbankpräsident Thomas Jordan nach dem Zinsentscheid vor gut einer Woche. Und diese Aussage trifft auch auf andere Länder bzw. Währungsregionen zu wie US-Dollar, Euro, Britisches Pfund. Die Kerninflation ist allenthalben zäh und noch weit über dem eigentlichen Inflationsziel der Zentralbanken. Zum einen sind da die Staaten mit ihrer Fiskalpolitik gefordert, zum anderen vor allem auch die Zentralbanken mit ihrer Geldpolitik.
Welche geldpolitischen Mittel
nützen effektiv gegen Inflation?
Brandneu vor zwei Wochen hat der Internationale Währungsfonds IMF eine Studie zu dieser Frage veröffentlicht (https://t.ly/BcdSw). Die Studie hat über 100 so genannte Inflationsschocks in 56 verschiedenen Ländern seit 1970 analysiert und versucht her­auszufinden, welche geldpolitischen Massnahmen mit einem deutlichen Rückgang der Inflation einhergingen. Dafür haben die Forscher zwei Gruppen gemacht: Eine Gruppe, in der die Inflation nach fünf Jahren wieder unter Kontrolle war (weniger als ein Prozent über dem «alten» Inflationsniveau vor dem Anstieg) und eine nicht erfolgreiche Gruppe, in der selbst nach fünf Jahren die Inflation immer noch deutlich erhöht war.
Die Studie kommt zu folgenden Aussagen:
1. Die Inflation ist zäh. Nur in 60 Prozent der untersuchten Fälle konnte die Inflation innert fünf Jahren unter Kontrolle gebracht werden.
2. Die meisten ungelösten Inflationsepisoden involvierten «verfrühtes Feiern der Zentralbanker»: Die Inflation bildete sich zurück, die Zentralbanken lockerten die Geldpolitik, die Inflation blieb auf massiv erhöhtem Niveau oder stieg gar deutlich an.
3. Länder, die den Inflationsanstieg erfolgreich bekämpften, hatten eine straffere Geldpolitik. Straffere Geldpolitik heisst höhere Realzinsen und deutliche Bilanzreduktionen.
4. Die erfolgreichen Länder implementierten die restriktive Geldpolitik konsistenter.
5. Die erfolgreichen Länder hielten die nominale Abwertung des Wechselkurses in Grenzen.
6. Die erfolgreichen Länder verzeichneten zwar ein geringeres Nominallohnwachstum. Dies führte jedoch nicht zu einem geringeren Reallohnwachstum, da ein geringeres Nominallohnwachstum mit einer geringeren Inflation einherging.
7. Die erfolgreichen Länder verzeichneten kurzfristig ein geringeres Wachstum, jedoch nicht über den 5-Jahres-Horizont. Dies deutet möglicherweise darauf hin, dass die Vorteile makroökonomischer Stabilität und politischer Glaubwürdigkeit im Laufe der Zeit die Kosten einer strengeren Politik ausgleichen.
Schlussfolgerungen für die aktuelle Inflationsbekämpfung
Umgangssprachlicher würde ich das auf folgende drei Aussagen reduzieren:
Erstens: Ein diszipliniertes Bekämpfen eines Inflationsschocks lohnt sich sowohl für die Gesamtwirtschaft (höheres längerfristiges Wachstum) wie auch für den einzelnen Arbeitnehmer (höheres Reallohnwachstum).
Zweitens: Hohe Realzinsen, Bilanzreduktion der Zentralbanken (z.B. durch Verkauf von Staatsanleihen) und stabile Wechselkurse scheinen wichtige Faktoren für den Erfolg gegen die Inflation zu sein.
Drittens: Inflation ist zäh, die erfolgreiche Bekämpfung braucht mehr Zeit als uns lieb ist.
Kein Wunder kommen die Autoren zu folgender Schlussfolgerung: «Es ist von entscheidender Bedeutung, noch einige Zeit eine straffe Geld- und Fiskalpolitik beizubehalten. Die politischen Entscheidungsträger sollten eine Lockerung der politischen Rahmenbedingungen als Reaktion auf sich abzeichnende schwächere Inflationswerte vermeiden.»

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Ratgeber Psychologie 39 – 2023

Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Zur Pensionierung
Die Pensionierung eines Menschen stellt nicht nur für ihn selber, sondern auch für sein/ihr näheres Umfeld eine einschneidende Veränderung, ein wegweisendes Ereignis dar.
Von einem Tag zum anderen fallen vorgegebene Strukturen und Tagesabläufe weg, man kann seine Zeit nun frei einteilen. Es entfallen die zuvor gegebenen Aufgaben und Herausforderungen sowie Erfolgserlebnisse und die Wertschätzung, die man evtl. an der Arbeitsstelle erlebt hat. Man verliert zudem selbstverständlich gewordene soziale Kontakte und den täglichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Es ist jedenfalls auch ein Verlust in Bezug auf die Rolle und Identität, die man in langen Jahren verkörpert hat. Für manche bedeutet die Pensionierung eine Entlastung oder gar Befreiung, wenn nämlich die Arbeitsstelle zu einer Belastung geworden war, wenn vielleicht auch der Körper und die Psyche schon Ermüdungserscheinungen gezeigt haben.
Es mag zunächst wie lange Ferien erscheinen und viele freuen sich auf die neu gewonnenen Freiheiten. Doch kann das Fehlen von Struktur, von vorgegebenen Aufgaben, von sozialen Kontakten, von Wertschätzungen oder Erfolgserlebnissen allmählich auch zu einer inneren Leere führen. Manche/r Pensionierte mag das Gefühl bekommen, nun nicht mehr gebraucht zu werden und «zum alten Eisen» zu gehören.
Auf der Beratungsstelle unterstützen wir hin und wieder Paare, welche nach der Pensionierung in eine Art «Beziehungskrise» geraten sind. Denn auch dort stellt sich die Frage, wie ein Paar neu den Alltag gestalten möchte, wie sie künftig miteinander umgehen möchten, welche Pläne sie noch haben, welche Nähe oder Autonomie sie leben möchten oder können und nicht immer stimmen die Bedürfnisse überein. Früher latent schon vorhandene innere Distanzierungen oder Spannungen treten dann häufiger zutage, wenn man den ganzen Tag «aufeinandersitzt». Hinzu kommen oftmals noch finanzielle Sorgen, denn für die meisten Menschen sind die Renten kleiner als die bisherigen Einkünfte. Da hätte man zwar nun die freie Zeit, jedoch reicht das Geld nicht, um sich damit grosse Sprünge zu leisten oder das zu tun, was man sich vorgestellt hatte, um das Leben zu geniessen. Da ist es kaum verwunderlich, wenn viele Pensionierte zunächst in ein Loch fallen, von den eigenen Hoffnungen enttäuscht und desillusioniert werden. Um dem entgegenzuwirken, ist es sicherlich hilfreich, wenn man seine Bedürfnisse und Interessen kennt, wenn man soziale Kontakte hat, die man ausbauen kann, die einem Halt und Befriedigung verschaffen können, und wenn man realistische Vorstellungen von der Zeit «danach» hat.
Wie in einer Schneekugel oder in einem Kaleidoskop stellt die Pensionierung das bisherige Leben völlig auf den Kopf. Erstmals im Leben hat man nicht mehr Vorgaben von aussen, die man befolgen muss, sondern man kann/darf/muss selber entscheiden, wie man sein Leben gestalten möchte. Die entstandene Leere kann nicht nur Freiraum, sondern auch ein Vakuum bedeuten, das zunächst einmal Zeit, Gewöhnung und Neuorientierung braucht. Von vielen Pensionierten habe ich gehört, dass es mindestens zwei Jahre gedauert habe, um sich auf dieses neue Kapitel im Leben einzustellen.
Auch mir steht dieser neue Lebensabschnitt nun unmittelbar bevor: Ich werde Ende der Woche pensioniert. Ich möchte deshalb auch die Gelegenheit nutzen, um mich von Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, zu verabschieden. Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge in Pension: weinend deshalb, weil ich meine Arbeit als Psychotherapeutin mit Einzelpersonen und Paaren geliebt habe, und lachend, weil ich zuversichtlich und neugierig bin auf alles, was nun kommen mag.
Ich freue mich, wenn ich Ihnen mit meinen Beiträgen in der Vergangenheit einen Anstoss geben konnte, um über sich und über Ihre Beziehung nachzudenken und vielleicht auch darüber in Dialog zu kommen. Ich bin sicher, dass auch die künftigen Artikel aus der Beratungsstelle spannend und anregend sein werden.

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Ratgeber Recht – 38 – 2023

MLaw Pascal Messerli
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
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Radargeräte oder Verkehrskontrollen: Darf man andere warnen?
Im Strassenverkehrsgesetz (SVG) sind einige Strafbestimmungen zu finden und wahrscheinlich hat jeder Autofahrer schon einmal eine Busse wegen einer Verletzung von Verkehrsregeln erhalten. In erster Linie denkt man dabei an Geschwindigkeitsüberschreitungen, fahren im alkoholisierten Zustand, ungenügender Sicherheitsabstand, falsches Parkieren oder an eine Missachtung von Signalen. Viele Menschen stellen sich aber auch die Frage, ob es strafbar ist, andere vor Radargeräten oder Verkehrskontrollen zu warnen.
Gemäss Art. 98a SVG wird mit Busse bestraft, wer öffentlich vor behördlichen Kontrollen im Strassenverkehr warnt. Ebenfalls strafbar ist es, Geräte oder Vorrichtungen, die derartige behördliche Kontrollen erschweren, in seinem Auto zu verwenden oder beispielsweise durch einen Onlinekauf in die Schweiz einzuführen. Da solche Geräte von den Kontrollbehörden eingezogen werden und das Gericht jeweils über die Einziehung oder die Vernichtung verfügt, ist es ratsam, auf Navigationssysteme mit Radarwarner zu verzichten und die Geschwindigkeitsvorschriften überall einzuhalten. Andere öffentlich zu warnen oder ein derartiges Gerät zu besitzen, kann Sie nämlich, wenn man die dazugehörigen Verfahrenskosten zur Busse hinzurechnet, schnell einmal mehrere 100 Franken kosten.
Nicht jede Warnung ist jedoch strafbar, sondern nur wenn diese öffentlich gemacht wird. Der Begriff «öffentlich» kommt an mehreren Stellen im Strafrecht vor, wird aber bei jedem Tatbestand anders definiert. Beim erwähnten Art. 98a SVG stellt sich insbesondere im Umgang mit den sozialen Medien die Frage, ab wann eine Nachricht oder ein Beitrag als öffentlich gilt und man sich entsprechend strafbar macht. Da Gruppenchats unterschiedliche Grössen haben, geschlossene Foren keine Seltenheit sind oder man den Adressatenkreis auf unterschiedlichen Plattformen benutzerdefiniert einschränken kann, muss dies jeweils im konkreten Einzelfall entschieden werden. Immerhin existiert bei den Behörden des Kantons Zürich die Faustregel, dass ein Adressatenkreis von 30 Personen bereits als öffentlich gilt. Dies ist beispielsweise auch bei einer geschlossenen Facebook-Gruppe der Fall, wenn sie eine entsprechende Mitgliederzahl erreicht. Wenn Sie jedoch eine Radarwarnung in einem kleineren Whatsapp-Gruppenchat mit wenigen Mitgliedern versenden, ist dies in der Regel nicht strafbar. Unabhängig von der Plattform lässt sich tendenziell folgendes sagen: Je mehr Personen gewarnt werden, desto höher ist das Risiko, dass man sich dabei strafbar macht.
Was sollten Sie beachten:
- Verzichten Sie darauf, andere vor Radargeräten und Verkehrskontrollen öffentlich, beispielsweise über die sozialen Medien, zu warnen oder halten Sie den Adressatenkreis zumindest so klein wie möglich.
- In sozialen Medien sollten generell keine unüberlegten Beiträge gepostet werden.
- Geräte oder Vorrichtungen, welche vor Radargeräten warnen, dürfen nicht in die Schweiz eingeführt, in ein Auto eingebaut bzw. mitgeführt oder generell benutzt werden.

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Ratgeber Finanzen 37 – 2023

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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Gute Anlageideen – trotzdem viele Probleme

Als wir vor gut 25 Jahren mit der professionellen Vermögensverwaltung selbständig losgelegten, machten wir uns einige Gedanken, in was wir längerfristig investieren möchten. Also nicht unbedingt den Modetrends hinterherlaufen, sondern was wird in Zukunft gefragt sein und sich besser als der Durchschnitt entwickeln. In diesem Prozess haben wir dann intern drei Felder definiert, in welche wir mindestens teilweise investieren wollten: Ernährung/Nutrition, Technologie und Energie. Bei der Ernährung haben wir vor allem an Nahrungsmittel mit zusätzlichem Nutzen gedacht. Energie braucht es immer (da waren Alternativenergien noch ein Schattengewächs) und die Technologie bringt im Schnitt Fortschritt. Da wir keine Klumpenrisiken eingehen konnten und wollten, haben wir Fonds zu diesen Themen herausgesucht und dann nach Kosten, Grösse, Beständigkeit des Anbieters und des Fondsmanagers sowie Zukunftsaussichten zu beurteilen versucht. Gerade die Kosten sind ein sehr wichtiges Thema, da überhöhte Gebühren viel Performance «wegfressen». Die Selektion ist dann auf drei aus unserer Sicht namhafte Anbieter und Fonds gefallen und die Idee war, das mal rund 10 bis 20 Jahre durchzuziehen. Tönt gut und wäre auch sehr gut gewesen, wenn…. Ich will keine Anbieter in die Pfanne hauen. Alle diese Fonds gibt es so nicht mehr. Recht schnell gab es Managerwechsel, Währungswechsel, massive Kostenveränderungen, dann Fondszusammenlegungen und später auch noch Fondsliquidationen. Wir mussten teilweise zuschauen, wie unsere Grundidee ohne unser Zutun ständig untergraben wurde. Weder die richtige Idee noch ein guter und seriöser Anbieter ist ein Garant und die Aussagen, dass Papier fast alles annimmt und alle nur mit lauwarmen Wasser kochen, hat sich auch hier wieder bestätigt. Ein ähnliches Bild hat sich ergeben, als wir als Beimischung frühzeitig in die Aktienmärkte von osteuropäischen Ländern, welche als EU-Aufnahmekandidaten gehandelt wurden, investiert hatten. Nach wenigen Jahren wurde der Fonds mit einem Türkei-Fonds zusammengelegt mit Hauptgewicht in der Türkei. Oder noch ein Beispiel: Eine Kundin hat einen Nachhaltigkeitsfonds einer renommierten Bank mit ihrem Depot mitgebracht, welcher nun wegen vielen Rücknahmen und grossen Verlusten in der Liquidation ist. Nachhaltig ist leider nur der Verlust. Trotz all diesen Erfahrungen bin ich nicht pauschal gegen Fonds. Gerade wo Diversifikation schwer zu erreichen ist, machen diese Sinn. Ich schaue aber noch mehr auf die Gesamtkosten und halte mich ausser bei ETF’s von Grossanbietern fern. Der Name allein ist leider keine Gewähr für Kontinuität.

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