Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch
Der Goldpreis explodiert
Zum Zeitpunkt, wo ich diesen Artikel schreibe, steht der Goldkurs bei 4340 US-Dollar pro Unze oder ca. 110 000 CHF pro Kilogramm (spätere Ergänzung: heute zwei Tage später 22. Oktober steht der Kurs aktuell 5% tiefer). In der Hauptwährung USD entspricht das einem Anstieg seit Anfang Jahr von fast +65%. Auch wenn der Dollar gegenüber dem Franken dieses Jahr etwa 13% verloren hat, bleibt damit für uns Schweizer Investoren in CHF gerechnet ein Plus von +44% seit Anfang Jahr.
«Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.»
Dieses Zitat wird J.P. Morgan zugeschrieben und erlebt derzeit angesichts des massiv steigenden Goldkurses eine Renaissance. Doch was meinte er eigentlich damit?
Für Morgan (und viele seiner Zeitgenossen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert) war Gold das ultimative Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel, weil es selten und schwer zu fälschen ist und auch keine Gegenpartei benötigt (im Gegensatz zu Schuldscheinen oder Banknoten). Alles andere – ob Dollar, Euro oder Bankguthaben – ist letztlich ein Versprechen, also ein Kredit, der nur so lange gilt, wie andere daran glauben bzw. die Gegenpartei sich an ihr Versprechen zur Rückzahlung hält.
Jahrzehntelang gab es keinerlei Zweifel daran, dass bspw. die USA ihre US-Dollar-Verpflichtungen erfüllen würden. Vollkommen egal, wer der Eigentümer war, wer Dollar hielt, konnte diese weltweit als Zahlungsmittel einsetzen.
Blockierung russischer Zentralbankgelder
Nachdem Russland den Ukrainekrieg gestartet hatte, blockierte der Westen russische Gelder in der Höhe von etwa 300 Mia Dollar, darunter auch beträchtliche russische Fremdwährungsreserven, die im Ausland lagerten. Diese Vermögen sollten herangezogen werden, um Kriegsschäden bzw. den späteren Wiederaufbau in der Ukraine zu zahlen. Es entspann sich eine Diskussion darüber, welche Stufen (Blockierung des Vermögens, Entwendung des Vermögensertrags bis hin zur vollständigen Enteignung) wie völkerrechtskonform (oder eben nicht) seien.
Unbeabsichtigte Nebenwirkungen
Die juristische Frage ist – frei nach dem Motto: «zwei Juristen – drei Meinungen» – nach wie vor umstritten. Weniger umstritten ist der leider unvermeidliche Vertrauensverlust. Und hier kommen wir zurück zum Eingangszitat von J.P. Morgan. Weltweit sehen Staaten, dass ihre Eigentumsrechte an Dollar, Euro, Yuan, Franken, etc offenbar eingeschränkt werden können oder gar nichts wert sind, wenn es hart auf hart kommt. Das Risiko besteht, dass der «Kredit» (Dollar, Euro, …) nicht zurückbezahlt wird. Wer hingegen in physisches Gold investiert hat, der hat dieses «Geld» nach wie vor.
Gold als sicherere Alternative
Kein Wunder, sind in den letzten drei Jahren viele Notenbanken insbesondere aus dem «Nicht-Westen» als prominente Käufer von Gold aufgetreten. Deren Anteil an Gold im Vergleich zu Fremdwährungen ist deutlich angestiegen. Es sind bisher keine Anzeichen zu erkennen, dass dieser Trend fertig sein soll. Der Anteil an Gold bei Privatanlegern soll zudem angeblich noch vergleichsweise gering sein.
Strategisch macht aus unserer Sicht eine Investition in Gold nach wie vor Sinn, denn auch die traditionellen Argumente für Gold (Inflation, Realzins, explodierende Staatsschulden, Geldmengenausweitungen, …) sind keineswegs erledigt. Wir können uns aber gut vorstellen, dass aktuell etwas viel kurzfristige Euphorie und spekulatives Geld in den Preisen drin ist und raten insbesondere bei grossen Positionen einen Teil der Gewinne mitzunehmen.
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Füsse sind ganz weit unten. Weit weg. Tief unten in der Hierarchie. Werden kaum berührt und eher selten gepflegt. Erledigen sie doch den ganzen Tag lang Schwerstarbeit für uns, tragen uns, befördern uns zur Arbeit, auf Berge, lassen uns rennen, laufen, hüpfen, stehen, Treppen steigen und immer mehr oder weniger im Gleichgewicht bleiben.