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Ratgeber Psychologie 3 – 2024

Ladina Waldmeier
M. Sc. Psychologin FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Wie aus Vorsätzen Wirklichkeiten werden
Ein neues Jahr bringt oft den Wunsch nach Veränderungen und Verbesserungen mit sich. Viele von uns setzen sich Vorsätze, um ein optimiertes und erfüllteres Leben zu führen. Doch wie können wir sicherstellen, dass diese Vorsätze nicht nur gute Absichten bleiben, sondern auch Realität werden?

1. Formulieren Sie Ihre Ziele positiv und konkret
Ziele dienen als Orientierung und helfen uns, unsere Handlungen auszurichten. Positiv heisst hier, das zu benennen, was sie erreichen wollen (Hin-Zu-Ziel) und nicht das zu nennen, was sie nicht mehr wollen (Vermeidungsziel). Wenn Sie sich vornehmen, weniger TV zu sehen, überlegen Sie sich, was Sie stattdessen tun möchten, beispielswiese spazieren oder lesen. Formulieren Sie dieses Ziel mit möglichst konkreten Beschreibungen, wann und wo sie was machen möchten. Zum Beispiel: Ich möchte zweimal in der Woche abends einen Spaziergang machen.

2. Verankern Sie Ihre Vorsätze in der Realität: WOOP-Methode
Ein weiteres Hilfsmittel in der Umsetzung von Vorsätzen findet sich im Buch «Die Psychologie des Gelingens» von Gabriele Oettingen. Ihr beschriebenes Konzept; WOOP Wish-Outcome-Obstacle-Plan, zu Deutsch: Wunsch – Ergebnis – Hindernis – Plan bietet einen praxisnahen Ansatz, um Ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen. Nehmen Sie Stift und Papier zur Hand, gönnen Sie sich einen Moment der Besinnung, und lassen Sie uns gemeinsam starten.

Wish (Wunsch): Entspannen Sie sich, atmen Sie durch und denken Sie an Ihren Vorsatz. Ihren Wunsch, den Sie im neuen Jahr Wirklichkeit werden lassen wollen. Schreiben Sie Ihren Wunsch in drei bis sechs Stichworten auf.

Outcome (Ergebnis): Wie sieht das bestmögliche Ergebnis aus, das beim Erreichen des Vorsatzes eintritt. Stellen Sie es sich genau vor und lassen Sie so lebendige Bilder entstehen, wie es Ihnen möglich ist. Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Schreiben Sie nun auch die bestmöglichen Ergebnisse mit drei bis sechs Stichworten auf.

Obstacle (Hindernis): Realisieren Sie, dass im Leben nicht immer alles reibungslos verläuft. Identifizieren Sie die potenziellen Hindernisse auf dem Weg zur Verwirklichung Ihres Vorsatzes. Was in Ihnen hindert Sie daran, den Vorsatz umzusetzen? Was hält Sie davon ab, wenn Sie ganz ehrlich mit sich sind? Welche Gedanken und Verhaltensweisen sind hierbei entscheidend? Nehmen Sie sich auch hier Zeit, um in die Tiefe zu gehen und ganz ehrlich mit sich zu sein. Stellen Sie sich die Hindernisse genau vor und schreiben Sie Ihre Gedanken dazu nieder.

Plan (Plan): Abschliessend wenden wir uns dem Plan zu. Was können Sie tun, um Ihre Hindernisse zu überwinden? Suchen Sie einen Gedanken und ein konkretes Verhalten, welches Ihnen helfen kann, ein konkretes Hindernis effektiv zu überwinden. Wählen Sie bei mehreren Ideen das vielversprechendste Verhalten und den vielversprechendsten Gedanken aus. Überlegen Sie, wann und wo Ihr Hindernis das nächste Mal auftauchen könnte, und entwickeln Sie Ihren individuellen Wenn-Dann-Plan: «Wenn Hindernis x auftaucht (wann und wo), dann werde ich Gedanke y und Verhalten z anwenden.» Schreiben Sie sich Ihren Plan auf, lesen Sie ihn sich mehrmals laut vor und verinnerlichen Sie diesen.

Wenn Sie ins neue Jahr starten, nehmen Sie Ihre Wünsche und Sehnsüchte wahr. Benennen Sie Ihre Ziele konkret und konzentrieren Sie sich darauf, was Sie wollen und nicht auf das, was Sie nicht mehr wollen. Behalten Sie dabei aber auch Ihre Lebensumstände und eigenen Stolpersteine im Auge und nehmen Sie mögliche Hindernisse wahr. Hindernisse sind normal und gehören zu unserem Leben. Überlegen Sie sich aber schon jetzt, wie Sie damit umgehen können und wollen, und legen Sie sich einen Plan dafür bereit. So sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Ziele im neuen Jahr Wirklichkeit werden zu lassen.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Ratgeber Gesundheit 2 – 2024

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Mikronährstoffe – im Besonderen Vitamine
Nachdem sich die beiden letzten Ratgeber «Gesundheit» mit einem bestimmten Mikro-Nährstoff befasst haben, geht dieser Ratgeber allgemein auf Mikronährstoffe = Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ein. Es wird immer wieder heftig in den Medien und in der Wissenschaft über die Richtigkeit und/oder Wichtigkeit einer zusätzlichen Einnahme diskutiert. Ein Grund dafür liegt sicher in der Geschichte der Entdeckung der Vitamine: Erkrankungen konnten einem Mangel an einem Nährstoff zugeordnet werden und durch die Gabe von diesem geheilt werden. Zum Beispiel galt ein Vitamin B 12-Mangel (die dazu gehörende Krankheit ist eine perniziöse Anämie) als unheilbar und erst nach der Einführung einer speziellen Diät (Gänslein-Therapie) gab es Hoffnung für die Erkrankten. Diese Therapie bestand aus dem Konsumieren von 500 g roher Leber pro Woche. Ein anderes Beispiel ist die Rachitis, oft in Verbindung mit Tuberkulose. Speziell Kinder litten daran, die Therapie bestand aus Höhensonne und Lebertran. Sauerkraut und Zitrusfrüchte (wie Zitronen) wirkten gegen die gefürchtete Seefahrerkrankheit Skorbut. Erst als man dann zunehmend die einzelnen Vitamine entdeckte und isolieren konnte, waren diese «Therapie»-Erfolge erklärbar. Die reichen Nationen (wie die in Europa) erarbeiteten Empfehlungen mit dem Wissen um die Zusammensetzung unserer Nahrungsmittel. Sie halfen die Vitaminmangel-Erkrankungen zum Verschwinden zu bringen. Das erklärt die Meinung: Es gibt keinen Mangel, wenn genügend Obst und Gemüse gegessen wird. Echte Mangelerscheinungen sind wirklich selten geworden. Aber ein bereits beginnender, aber klinisch nicht fassbarer Mangel kann eine gesundheitliche Bedeutung haben. Diesem sogenannten «Hidden Hunger», dem «verborgenen Hunger», durch eine unzureichende Zufuhr widmen sich ganze Forschergruppen. Was ist nun aber ein Vitamin? Wikipedia schreibt dazu Folgendes:
Ein Vitamin ist eine organische Verbindung, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsgerecht synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essenziellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen Stoffe selbst synthetisieren.
Das klingt nach einer komplizierten Geschichte. Also was sind Vitamine und was bewirken sie:
– Vitamine müssen von aussen zugeführt werden. Das beschreibt das Wort essenziell. Wir können diese Stoffe nicht selbst herstellen, brauchen sie aber, um leben zu können. Im Idealfall geschieht die Aufnahme in ausreichender Weise über die Nahrung. Es gibt Hinweise, dass unsere Nahrungsmittel heute deutlich weniger reich an diesen Stoffen sind als früher.
– Im Gegensatz zu den sogenannten Makronährstoffen, die unserem Körper Energie liefern, können sie das nicht. Sie regulieren die «Verwertung» von Kohlenhydraten und Eiweissen (Proteine) und auch von Mineralstoffen. Sie sorgen für den Auf- und Ab- und Umbau dieser Stoffe. Damit haben sie einen Einfluss auf die Energiegewinnung.
– Sie beeinflussen unser Immunsystem.
– Sie sind unverzichtbar beim Aufbau verschiedenster Zellen (Blutkörperchen, Knochen, Zähne, um nur einige Beispiele zu nennen).
– Eine organische Verbindung besteht aus den Elementen Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H). Es können noch andere Elemente wie Sauerstoff (O), Stickstoff (N), Schwefel (S), Phosphor (P), und Halogene (Cl, J, B,) enthalten sein. Darum werden die Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium separat behandelt, ebenso wie Spurenelemente. Sie sind nur in Spuren wichtig wie zum Beispiel Selen.
Beim Menschen werden 13 organische Verbindungen dieser Definition gerecht. 11 davon können in keinster Weise vom Körper selbst hergestellt werden. Die Ausnahmen sind: das Sonnenvitamin D und Niacin, das aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt werden kann.
Eine weitere Gruppe spezieller Verbindungen sind Vitamere. Sie haben in einer Vitamingruppe die gleiche biologische Wirkung. Sie haben aber einen anderen chemischen Aufbau. Das gilt für Vitamin E oder Vitamin B6. Die unterschiedliche Bioaktivität wird in Äquivalenz Angaben gemacht (früher Internationale Einheiten I.E.)
Ein spannendes Thema! Lassen Sie sich beraten.
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit
Für Fragen sind wir immer für Sie da.

Ratgeber Finanzen 1 – 2024

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Meine Finanz-Neujahrswünsche
Träumen darf man ja, weshalb ich mir erlaube, meine Wünsche an die Wirtschaft, Verwaltung und an die Politik zu äussern.
Der Kunde ist wieder der König!
Eigentlich sollte das völlig normal sein, ist es aber oft nicht. Oft wird vergessen, woher das Geld für den eigenen Lohn herkommt und Kunden werden «schnodderig» behandelt oder sogar nur zur Ertragsauspressung missbraucht. Das gilt nicht nur für die
Privatwirtschaft, sondern auch
für Staatsdienstleistungen. Weniger Hochglanz, weniger Bürokratie, dafür mehr Dienstleistung, Service und vernünftige Konditionen, das wäre doch wieder schön und erstrebenswert. Dazu gehört auch, dass bestehende Kunden mindestens so gut behandelt werden wie potenzielle Neukunden. Es kann doch einfach nicht sein, dass loyale, langjährige Kunden schlechtere Konditionen erhalten als mögliche Neukunden.
Der Spesendschungel wird reduziert oder abgeschafft
Auch das ist ein ausuferndes Thema und es ist zur Unsitte geworden, dass jeder Bleistiftstrich in Rechnung gestellt wird. Für alles Gebühren, wenn ich von der Gemeinde oder dem Kanton etwas brauche (für was zahle ich überhaupt schon Steuern?). Auch bei den Banken ist das nicht viel besser. Da wollte eine Bank noch Gebühren, nur um die bestehende Hypothek zu verlängern…. Ich bin auch für das Verursacherprinzip, dann muss aber der Grundtarif günstig sein. Hohe Preise, dann aber nochmals jede Tätigkeit separat in Rechnung stellen, das ist einfach frech.
Devisentransaktionen zu vernünftigen Konditionen
Diesen Bereich kritisiere ich schon lange. Der Markt ist heute grösstenteils automatisiert und würde sehr enge Margen zulassen. Die Effizienzgewinne werden aber kaum an den Kunden weitergegeben. Das ist bei Wertschriftentransaktionen doppelt stossend. Da werden Courtagen verrechnet und dann auch nochmals bei der Devisentransaktion richtig «zugelangt».
Politiker müssen einen Volkswirtschaftsgrundkurs besuchen
Vielen Politikern fehlt das nötige volkswirtschaftliche Grundwissen. Wer über Milliardenausgaben mitentscheiden muss oder darf, sollte mindestens eine Grundahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben. Wenn man in den USA trotz Vollbeschäftigung und wirtschaftlichem Boom ein Budgetdefizit von rund 7 Prozent durchwinkt, hat man einfach keine Ahnung, woher Geld und Wohlstand kommen. «Wo wollen wir Schwerpunkte setzen und was können wir uns leisten?», das sollten wieder vermehrt die Fragen sein, anstelle zu Lasten von ausufernden Schulden den Rucksack immer mit noch mehr wertlosen Steinen und Problemen zu füllen.
Ich bin überzeugt, dass längerfristig weniger mehr ist. Das ist aus meiner Sicht kein alter Zopf! Nachhaltige Finanzen gehören zum Grundgerüst von anhaltendem Wohlstand. Wir sind auf bestem Weg, diesen mit ausufernder Bürokratie, Plan- und Schuldenwirtschaft selber zu vernichten.

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Ratgeber Finanz 51– 2023

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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Beeindruckende Aktienrally seit Ende Oktober
Die Aktienindices haben sich im 2023 stark entwickelt: Der S&P500 hat seit Ende Jahr fast 23 % zugelegt (Stand per Mittwoch, 13.12.), der DAX mehr als 20 %, der SMI hinkt etwas nach mit +4.3 %. Noch imposanter ist die Entwicklung der letzten eineinhalb Monate. Seit den zwischenzeitlichen Tiefstständen am 27. Oktober hat der SMI 9 % zugelegt, sowohl Dax wie auch S&P500 sind in diesen nur 33 Handelstagen gar um mehr als 14 % gestiegen!

Markt erwartet massive Zinssenkungen der Zentralbanken
Wie erklären sich die starken Anstiege? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil die Bewertungen gerade beim US-Aktienmarkt doch enorm hoch sind. Auch die wirtschaftliche Entwicklung dreht eher nicht nach oben, diverse Akteure erwarten eine Rezession. Die plausibelste Erklärung ist bei den Zinserwartungen zu finden. Der Markt erwartet derzeit für 2024 deutliche Zinssenkungen der Zentralbanken: die FED wird gemäss Markterwartungen den Zins um 1,1 % senken, die EZB gar um 1,3 %. Bei der SNB geht der Markt von einer Zinssenkung um 0,6 % aus.

Inflation ist gesunken, aber weiterhin doppelt so hoch wie Ziel
Warum geht der Markt von so starken Zinssenkungen aus? Die Inflation ist vielerorts deutlich gesunken. Investoren scheinen den Kampf gegen die Inflation als gewonnen und beendet zu betrachten. Wirtschaftshistoriker, die einen etwas längeren Zeithorizont betrachten, sind dagegen meist skeptischer. In der Vergangenheit hat sich Inflation als «zähes Biest» gezeigt, zudem liegt die wichtige Kern-Inflation in den USA noch immer bei 4 %, was doppelt so hoch ist wie angestrebt. Auch der IMF hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der er vor zu früher Siegessicherheit warnte. Im September-Ratgeber bin ich auf diese Studie eingegangen, Sie finden die Ratgeber-Artikel jeweils auch auf unserer Homepage.

Die Markterwartungen sind genau das: Erwartungen
Vor einem Jahr lagen die Markterwartungen für die FED-Zinsen bei einer Erhöhung um 0,66 %, effektiv hat die FED ihren Zins aber mit 1,5 % massiv stärker erhöht. Ein analoges Bild für die EZB (erwartet +1,41 %, effektiv erhöht um +2,5 %) und auch die SNB (erwartet +0,86 %, effektiv erhöht um +1,25 %). Zwei Aussagen dazu: Der Markt lag somit mit seinen Erwartungen vor einem Jahr deutlich daneben. Das muss nicht heissen, dass er dieses Jahr erneut danebenliegt, möglich ist es aber. Zweitens erwartet der Markt mehr oder weniger, dass die Zentralbanken zurück zu den Markterwartungen vor einem Jahr gehen. Selbst wenn dies eintreffen würde, wären in der Zwischenzeit die effektiven Zinsen deutlich höher gewesen, als der Markt erwartet hat. Das spricht nicht unbedingt dafür, dass der Aktienmarkt so viel höher stehen sollte als Anfang Jahr.

Der Aktienmarkt ist derzeit sehr heterogen
Fairerweise muss man darauf hinweisen, dass der Aktienmarkt derzeit sehr heterogen ist und der Index dadurch etwas verzerrt wird. Es ist keineswegs eine grosse Mehrheit der Titel, die so stark gestiegen sind. Es sind vor allem wenige grosse Techtitel (Stichwort «magnificent seven»), die stark zugelegt haben. Der grosse Rest liegt im Schnitt vergleichsweise wenig im Plus, und auch viele Titel haben dieses Jahr recht deutlich verloren. Breit diversifizierte Fonds haben denn meist auch deutlich weniger verdient als die Indices vermuten liessen. Die breit diversifizierten Portfoliofonds der UBS liegen bei einem Plus seit Anfang Jahr von zirka 2 % (konservative Strategie) bzw. 3 % (ausgewogene Strategie).
Das sind für dieses Jahr für Schweizer Investoren die plausibleren Vergleichswerte.»

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Ratgeber Psychologie 50 – 2023

Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Warum Frauen die Scheidung wollen
Vor Kurzem war ein Artikel in einer Tageszeitung zu lesen, in dem eine Journalistin in einer Kolumne beschrieb, wie sich in ihrem Umfeld Freundinnen nach langjährigen Ehen plötzlich von ihren Männern trennen und die Scheidung einreichen. Sie findet es mutig, dass ihre Freundinnen nach einer langen Lebensphase den Schritt in eine unbekannte Zukunft wagen. Spannend waren die männlichen Kommentare zu diesem Artikel. Sie stellten zur Diskussion, warum die Frauen eher ihr Herz bei ihren Freundinnen ausschütten, anstatt mit dem Ehemann zu reden. Warum jahrelang nur die Kinder im Mittelpunkt stehen und sie sich dem Mann gegenüber abweisend verhalten und warum Frauen ihre Männer ständig verändern wollen und nie zufrieden sind.
Statistisch gesehen ist es so, dass in der Schweiz 70 Prozent der Scheidungen auf Wunsch der Frauen eingeleitet werden. Ausschlaggebend dafür ist an erster Stelle die Entfremdung und das Auseinanderleben, vor allem nach der Geburt der Kinder oder dann, wenn die Kinder ausgezogen sind. Der zweithäufigste Trennungsgrund ist der Dauerkonflikt, die ständige Unzufriedenheit. Die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello, die über Scheidung im fortgeschrittenen Alter geforscht hat, hält fest, dass Trennungen immer mit fehlender kommunikativer Kompetenz zu tun haben. Entweder wird nur noch gestritten oder vorwurfsvoll geschwiegen. Viele Frauen beklagen das Schweigen der Männer und ihre Unfähigkeit über ihre Gefühle zu sprechen.
Wie könnte es denn gelingen, im Austausch, im Kontakt, in der Verbindung zu bleiben? Warum ist es so schwierig, interessiert und zugewandt zu bleiben? Im dichten Alltag mit Arbeit, Kindern und Haushalt geht das Paargespräch in vielen Beziehungen verloren. Zuerst kommen meist die Kinder. Heute investieren Eltern viel Zeit und Energie in den Nachwuchs und vergessen dabei die Paarebene. Am Abend, wenn die Kinder endlich schlafen, sind sie so erschöpft, dass nur noch der Blick in den TV oder Computer möglich ist. Das Wochenende ist besetzt mit Kinderbetreuung, Hausaufgaben, Freizeitaktivitäten. Wo bleibt hier Platz für ein gutes Gespräch, für Aufmerksamkeit und Interesse am Leben des anderen? In der ganzen Hektik kommt es zudem viel schneller zu Vorwürfen und Kritik.
Paare, die an ihrer Beziehung arbeiten und sich gemeinsam entwickeln wollen, brauchen den Willen und die Absicht, sich Zeit füreinander zu nehmen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Es ist wohltuend, von sich selbst zu erzählen, wenn der andere interessiert zuhört. So einfach und simpel dies tönt, so schwierig ist es manchmal, wirklich ein offenes Ohr zu haben. In der Paartherapie erzählen viele Männer, dass ihre Frauen nur noch die «to do list» mit ihnen abarbeiten wollen. Frauen wiederum berichten, dass sie fast untergehen in all den vielen kleinen Dingen, die noch zu organisieren sind, und wie anstrengend es ist, den Überblick zu behalten. Nur noch auf der Sachebene miteinander zu kommunizieren, nährt die Beziehung nicht. Es braucht auch die Beziehungs- und Gefühlsebene. Sobald Sie beginnen, über Ihre Gefühle zu sprechen, wird es für das Gegenüber interessanter und die Bereitschaft zuzuhören ist grösser. In der Paartherapie «verschreiben» wir oft als Hausaufgabe das Zwiegespräch, ein Wechselgespräch, in dem beide Beteiligten darüber sprechen, was sie gerade beschäftigt: auf der Körperebene, emotional und mental. Der andere hört nur zu, macht keine Kommentare oder Zwischenbemerkungen. So lernt man sich selber besser kennen und schenkt dem anderen mehr Aufmerksamkeit. Diese vertiefte Form des Dialogs bringt Intimität und Verbindung in die Beziehung und ist somit beste Scheidungsprophylaxe.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Ratgeber Recht 49 – 2023

MLaw Pascal Messerli
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Drohne, ein Weihnachtsgeschenk mit grossem Missbrauchspotenzial
Drohnen erfreuen sich in den letzten Jahren grosser Beliebtheit und werden für verschiedene gewerbliche Nutzungen gebraucht oder benötigt. Da diese Luftfahrtzeuge zudem wunderschöne Landschaftsbilder erzeugen können, sind sie aber auch ein optimales Weihnachtsgeschenk für den privaten, hobbymässigen Gebrauch. Bei aller Freude über Drohnen muss jedoch berücksichtigt werden, dass grosses Missbrauchspotenzial beim Gebrauch besteht. Um rechtlich keine Probleme zu bekommen, sollte man sich deshalb über die erlaubte Nutzung von Drohnen etwas genauer informieren. In diesem Artikel werden einige wichtige Punkte im Bereich Drohnennutzung thematisiert.
Obwohl die Nutzung von Drohnen zahlreiche rechtliche Fragen, insbesondere in den Bereichen Privatsphäre und Datenschutz, mit sich bringt, existiert in der Schweiz insgesamt wenig Rechtsprechung zu diesem Thema. Auch fehlte es lange an speziellen gesetzlichen Regelungen. Auf Bundesebene wurde vor kurzem jedoch die Drohnenreglementierung der Europäischen Union übernommen, welche seit Januar 2023 in Kraft ist. Auf der Homepage des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) wird detailliert über die erlaubte Nutzung von Drohnen informiert. Es wird insbesondere zwischen drei verschiedenen Betriebskategorien unterschieden: Die offene, die spezielle sowie die zulassungspflichtige Kategorie. Die offene Kategorie umfasst sämtliche Drohnen, welche weniger als 25 kg wiegen und eine maximale Flughöhe von 120 Meter erreichen. Flüge über Menschenmengen sind in dieser Kategorie ausserdem verboten. Sobald eine der drei genannten Voraussetzungen nicht erfüllt werden kann, kommt die spezielle Kategorie zum Zuge, diese Drohnenflüge sind dann für jedermann bewilligungspflichtig. Die dritte, zulassungspflichtige Kategorie umfasst insbesondere jene Drohnenflüge, welche dem gewerblichen Frachtentransport dienen sollen. Neben den Kategorien müssen insbesondere auch nationale und kantonale Flugeinschränkungen berücksichtigt werden. So sind Drohnenflüge im 5-km-Radius rund um Flugplätze, in bestimmten Naturschutzgebieten, in Umkreis von Kernkraftwerken oder in militärischen Gebieten grundsätzlich verboten. Die interaktive Drohnenkarte auf der Homepage des BAZL regelt sämtliche Einzelheiten.
Damit das Weihnachtsgeschenk für Sie also keine bösen Überraschungen mit rechtlichen Konsequenzen mit sich bringt, sollten Sie folgende Punkte beachten.
- Informieren Sie sich auf der Homepage des Bundesamts für Zivilfahrt über die rechtmässige Nutzung von Drohnen.
- Achten Sie insbesondere darauf, unter welcher Kategorie Ihre Drohne eingestuft wird.
- Beachten Sie nationale und kantonale Flugeinschränkungsgebiete.
- Vermeiden Sie es grundsätzlich, mit Ihrer Drohne ohne Bewilligung über Menschenansammlungen und verbotene Gebiete zu fliegen.
Wenn Sie weitere Fragen zum Kauf oder Nutzung von Drohnen haben, dann treten Sie mit uns in Kontakt.

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Ratgeber Finanzen 48 – 2023

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Immobilienmarkt wird ruhiger
Nach den Boomjahren auf dem Immobilienmarkt hat sich der Markt im Fricktal in den letzten Monaten stark beruhigt und verlangsamt. Ein leicht grösseres Angebot trifft auf eine etwas kleinere und oft kritischere Nachfrage. Selbst sehr gute Liegenschaften gehen kaum mehr wie «warme Weggli». Das Segment der Renditeliegenschaft hat in diesem Jahr grössere Preiskorrekturen erfahren. Das Eigenheimsegment ist stabil oder leicht rückläufig. Übertreibungen nach oben gibt es kaum mehr.
Wie geht es weiter? Ich vermute, dass weder ein grosser Einbruch noch eine Rückkehr zum Boom vor der Türe stehen. Einerseits wächst die Bevölkerung weiterhin, was die Nachfrage unterstützt. Anderseits haben die höheren Zinsen und das gestiegene Preisniveau die Nachfrage eingeschränkt. Somit ist aus meiner Sicht eine leicht rückläufige Tendenz oder Treten an Ort am realistischsten. Einzig bei stark steigenden Zinsen oder einer Rezession sind grössere Korrekturen zu erwarten.

Wer nicht liefert oder den Ausblick reduziert, wird abgestraft
Auch beim Aktienmarkt ist der ganz breitabgestützte Aktienboom vorbei. Wenn eine Firma die erwarteten Kennzahlen nicht übertrifft oder den Ausblick zurücknehmen muss, kommt oft eine gröbere Kurskorrektur. Nur im Hightech-Bereich rund um künstliche Intelligenz ist aktuell noch viel (zu viel?!) Fantasie vorhanden. Einmal glaube ich hier einen übertriebenen Herdentrieb zu beobachten. Die Chance eines grösseren Katers ist aus meiner Sicht gross. Solche Boomphasen gehen aber oft länger, als man denkt und für realistisch hält. Wenn ich etwas in den letzten rund 35 Jahren Anlageerfahrung gelernt habe, dann, dass sich übertriebene Euphorie, aber auch übertriebene Angst oder Panik kaum auszahlen. Längerfristig positive Punkte haben eine vernünftige Diversifikation, eine vernünftige Kostenstruktur, keine teure oder intrasparente Produkte und immer genügend Liquidität, damit man nie Notverkäufe machen muss.

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Ratgeber Gesundheit 47 – 2023

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Sonnenvitamin D (Teil 2)
Der letzte Ratgeber war dem Mangel in der Vitamin-D-Versorgung gewidmet. Dieses Vitamin zählt definitiv zu den kritischen Nährstoffen.
Wo findet man Vitamin D?
Über die Nahrung wird in der Regel nur ein kleiner Prozentsatz (rund 10%) aufgenommen. Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel sind:
- Fische (speziell fette Fische wie geräucherter Aal, Hering, Lachs, Makrele)
- Eier, speziell im Eigelb
- Butter und oder Pflanzenmargarine
- Leber und Pilze
Um eine genügende Menge an Vitamin D aufnehmen zu können, müssen es bei Fischen schon 100g geräucherter Fisch oder 150g frischer oder tiefgekühlter Fisch sein. Eier können trotz einer deutlich geringeren Menge pro Ei einen guten Beitrag zur Versorgung leisten, weil sie vielfältig in den Speisen vorkommen. Die Leber ist von den Empfehlungen (150g einmal alle vier Wochen) nicht wirklich relevant. Pilze können als Beilage mit 200g den Tagesbedarf liefern. Butter und Margarine werden regelmässig, zwar in kleineren Mengen, konsumiert, tragen damit aber auch dazu bei. Sie sehen, es ist schwierig, über die Nahrung bei allen Bevölkerungsgruppen die nötigen Mengen zu erreichen.
Der Grossteil von Vitamin D wird unter Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Das ist leider sehr unzuverlässig. Um im Sommer 600 IE am Tag zu bilden, genügt, je nach Pigmentierung der Haut, ein tägliches Sonnenbad in der Mittagszeit von Gesicht, Armen und Händen während 10 bis 40 Minuten. Sonnenschutz vermindert oder verhindert das. Im Winter ist die Bestrahlung selbst an sonnigen Tagen zu gering. Erschwerend kommt noch die zusätzliche Bekleidung als Negativum dazu.
Welche Funktionen hat Vitamin D?
Es hat vielfältige Aufgaben im Organismus. Die bekannteste ist die Aufrechterhaltung der Calciumionen-Konzentration im Blut. Dies wird über sehr komplexe Mechanismen erreicht: eine vermehrte Calcium-Aufnahme aus dem Darm, eine erhöhte Wiederaufnahme von Calcium aus dem Harn und eine vermehrte Abgabe aus unserem grössten Calcium-Speicher, unseren Knochen. Kurz gefasst könnte man sagen: Vitamin D ist notwendig zur Aufnahme und für den Stoffwechsel von Calcium und Phosphat. Damit ist es wichtig für eine gesunde Knochen- und Zahn-Bildung. Eine Unterversorgung äussert sich z.B. in Knochenkrankheiten. Die bekanntesten sind bei Kindern Rachitis und Osteoporose bei den Älteren. Neuere Forschungen zeigen auch einen Einfluss auf die Bildung und Differenzierung von Hautzellen sowie einen beträchtlichen Einfluss auf das Funktionieren des Immunsystems, um nur die wichtigsten zu nennen. Es wird heute weniger als ein Vitamin gesehen, sondern eher den Hormonen zugeordnet.
Unser Körper konnte vor der Einführung der Vitamin-D-Gaben durch die Tatsache, dass Vitamin D fettlöslich ist, die Mangelzeiten in den Wintermonaten überstehen.
Die Fettlöslichkeit ist auch der Grund für eine mögliche Überdosierung. Der Körper speichert das «Zuviel». Anzeichen dafür sind Müdigkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen, aber auch Nieren- und Herz-Kreislauf Symptome. Eine Verkalkung der Arterien gehört ebenfalls dazu. Um in eine solche Situation zu gelangen, müssen über längere Zeit sehr hohe Dosen eingenommen werden. Die sichere hohe Einnahmemenge von 4000 IE pro Tag ab neun Jahren zeigt das. Dabei ist die Zeit der Sonneneinstrahlung nicht relevant. Es gibt sehr viele verschiedene Präparate, um eine vernünftige Einnahmemenge zu erreichen, lassen Sie sich beraten.

Lassen Sie sich beraten und geniessen Sie die letzten Sonnenstrahlen im Freien.
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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Ratgeber Naturmedizin – 46 - 2023

Sonja Wunderlin, Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Xorta (sprich «Chorta») – Wildgemüse auf Griechisch
Auch jetzt im November finden sich draussen noch etliche essbare Wildkräuter. Auf den gemähten Wiesen konnten sie nochmals frisch nachwachsen und sind wieder zart und fein. Oft sind sie im Herbst aber etwas kräftiger als noch im Frühling. Da bietet sich an, die wertvollen Wildpflanzen nicht mehr als Salat zu essen, sondern sie zu kochen, zu frittieren oder eben eine feine Xorta zu machen, wie das die Griechen traditionell machen.

Wildkraeuterpfanne. Foto: zVgIn Griechenland findet man sie immer noch häufig: Wildgemüse aus lokalem «Unkraut» als Beilage zu Fisch oder Fleisch. Sie werden auf lokalen Märkten frisch angeboten. Da das Sammeln der feinen jungen Blätter sehr zeitintensiv ist, erzielt diese Delikatesse dort stolze Preise.
Es gibt grundsätzlich zwei Kategorien der Xorta: Die eher süsslichen oder neutralen und die bitteren. Zu den süsslichen gehören beispielsweise Wildfenchelkraut oder Hirtentäschelkraut. Bitter sind beispielsweise die jungen Blätter von Löwenzahn.
Warum denn überhaupt Wildpflanzen essen? Wildpflanzen haben etwas Eigenwilliges, sind zäh, widerstandsfähig und kräftig im Geschmack. Sie haben es in sich: Beispielsweise im Knopfkraut, einem Unkraut im Gemüsegarten, ist drei Mal so viel Eisen drin wie im Spinat. Das zusätzlich enthaltene Vitamin C erleichtert die Aufnahme des Eisens. Das ist sehr interessant bei immer wiederkehrendem Eisenmangel und stärkt gerade jetzt im Herbst das Immunsystem.
Abgesehen von einem hohen Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen finden sich in den Wildpflanzen ausserdem verschiedene Bitterstoffe, die einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. Die regelmässige Einnahme von bitteren Kräutern wirkt sich positiv aus auf den Stoffwechsel, Allergien, Unverträglichkeiten, chronische Ekzeme und ein geschwächtes Immunsytem, verbessert die Verdauung und unterstützt die Darmflora. Isst man etwas Bitteres, werden alle Verdauungsdrüsen angeregt; es wird vermehrt Speichel, Magensäure, Galle und Verdauungsenzyme produziert, welche im Verdauungskanal eine optimale Verdauung einleiten.
Es gibt hunderte Sorten von Xorta, die wild in der Natur wachsen. Während die Griechen ihr eigenes einheimisches Wildgemüse kochen, essen wir natürlich das, was in unserer Umgebung wächst. Bespielsweise Hirtentäschelkraut, Löwenzahn, Glockenblumen-Blätter, Brennnessel, Giersch, Spitzwegerich, Malvenblätter, guter Heinrich, Melde, Portulak oder die Blätter des Klatschmohns.
Zubereitung Xorta
Kräuter sammeln nur an «sauberen» Stellen. Die Kräuter schütteln, allenfalls waschen. Die gröberen Blätter etwas klein schneiden. In einer Pfanne mit kochendem Wasser werden sie zirka 10 Minuten eingelegt (nicht weiter kochen). Danach das Kraut aus dem Wasser heben und mit Salz, gutem Olivenöl und frischem Zitronensaft beträufeln. Warm oder kalt servieren.
Sehr gut auf geröstetem Baguette, als «Beigemüse», Beilage in einer klaren Suppe oder eingebacken in einem salzigen Kuchenteig.
Bild: Eine Wildkräuterpfanne.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

 

Ratgeber Finanz 45 – 2023

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Wie gross ist die «neue» UBS?
Es gibt verschiedene Massstäbe, wie man die «Grösse» einer Firma messen kann. Nach Einverleibung der Credit Suisse hat die UBS gut 120 000 Mitarbeiter weltweit. Der grösste europäische Konkurrent diesbezüglich ist die HSBC mit knapp 220 000 Mitarbeitern. Ebenfalls etwa 220‘000 Mitarbeiter hat die grösste amerikanische Bank JP Morgan.
Die Bilanzsumme der «neuen» UBS dürfte gut 1700 Mia USD betragen. Bei der HSBC sprechen wir hier von über 2500 Mia und bei JPM von etwas weniger als 4000 Mia. Interessant hier: JPM ist nur auf Platz fünf gemäss der Bilanzsumme, die grössten vier Banken weltweit nach Bilanzsumme kommen aus China.
Bei der Marktkapitalisierung ist die neue UBS geradezu klein. JPM bringt es auf enorme 400 Mia USD, HSBC auf gut 140 Mia und die UBS auf ca. 75 Mia USD.

Too small to survive
Die UBS ist also wesentlich kleiner als die grösste europäische Bank und diese wiederum kleiner als die grösste US Bank. Ist es also ein Vorteil, dass dank der Übernahme der CS die UBS den Abstand zu den grössten Banken reduzieren konnte?
UBS-CEO Sergio Ermotti scheint dieser Meinung zu sein. Er hat am 29. März 2023 Folgendes gesagt: «Die Debatte ist nicht ‹too big to fail›. Sie dreht sich vielmehr um ‹too small to survive›.» Obige Vergleichszahlen stützen diese firmenspezifische Sicht. Die UBS ist weltweit gesehen kein Gigant.

Too big to fail (TBTF)
Die volkswirtschaftliche und politische Sicht ist aber diametral anders. Wir haben im vergangenen März gesehen, dass Banken ab einer gewissen Grösse als systemrelevant angesehen werden und der Staat sich gezwungen fühlt, deren Untergang mit allen Mitteln zu verhindern. Um dem Gegensteuer zu geben, wurden im Nachgang zur Finanzkrise eigentlich TBTF-Gesetze erlassen. Das Ziel: Der Staat soll nicht mehr als Retter für Managementfehler hinstehen müssen und Steuergelder in gigantischem Umfang riskieren.

Notrecht statt TBTF
Die TBTF-Gesetze konnten ihren Nachweis, wie potent sie sind, leider nicht zeigen. Der Bundesrat ist einer Anwendung dieser Gesetze im vergangenen März mit der Anrufung von Notrecht zuvorgekommen. Er sah sich – vermutlich aufgrund enormen Drucks aus dem Ausland – gezwungen, den Zusammenbruch der systemrelevanten CS mit Notrecht zu verhindern. Immerhin und zu Recht hat er auf die enormen Risiken hingewiesen, die diese Rettungsaktion für die Schweiz haben könne. Nur: Wenn bereits die Rettung der Credit Suisse potenziell desaströse Auswirkungen für die Schweiz haben könnte, wie sieht das dann erst aus, wenn und falls die mehr als doppelt so grosse UBS gerettet werden müsste?

Schlussfolgerungen
TBTF-Gesetze, die nur «pour la galérie» und auf dem Papier stehen, aber im Ernstfall nicht angewendet werden, nützen nichts. Entweder werden diese so angepasst, dass sie in einem allfällig künftigen UBS-Rettungsfall auch unter Druck des Auslands angewandt werden und auch funktionieren oder dann riskiert die Schweiz ihre gesamte Volkswirtschaft und den starken Schweizer Franken. Denn es ist klar, die Grösse eines Staates limitiert auch die Grösse einer allfälligen Rettungsaktion. Zum Vergleich: Die Wirtschaftsleistung der gesamten Schweizer Wirtschaft betrug 2022 808 Mia USD, also nicht einmal die Hälfte der Bilanzsumme der UBS. Die Grösse der UBS ist ein latentes Problem für die Schweiz. Die Schweizer Politik sollte sich diesem Problem annehmen.

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Ratgeber Psychologie 44 – 2023

Ladina Waldmeier
M. Sc. Psychologin FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Welcher Wolf gewinnt?
Ein weiser Indianer sass schon eine Weile mit seinem Enkelsohn schweigend am Lagerfeuer. Dann begann der Alte mit sanfter Stimme: «In meinem Inneren kämpfen zwei Wölfe.» Der Junge blickte ihn neugierig an. «Der eine ist der Wolf der Dunkelheit, der Angst, des Neides, des Misstrauens und der Verzweiflung.» Stille. Dann fuhr er fort: «Der andere Wolf ist jener des Lichtes, der Liebe, der Lebensfreude und des Vertrauens.» «Und wer von beiden gewinnt?», wollte der Enkel wissen.
Vielleicht kennen Sie selbst zwei ähnliche Wölfe oder innere Stimmen, die miteinander ringen. Häufig fühlen wir uns diesen auch ausgeliefert. Vielleicht betrachten wir das Ringen wie ein Beobachter von aussen, sehen dem Spiel zu, sind ganz gebannt. Vielleicht merken wir aber auch, dass wir versuchen, uns zu involvieren, den Kampf aufzulösen. So oder so, der innere Kampf ist fordernd, braucht Energie und bindet unsere Aufmerksamkeit.
Was denken Sie, war die Antwort des weisen Indianers?
«Der, den ich füttere!»
Was hat nun diese alte Parabel mit Psychologie zu tun, werden Sie sich vielleicht fragen. Ich möchte den Aspekt der Aufmerksamkeitslenkung daraus genauer betrachten. Wir sind täglich mit zahlreichen Informationen von aussen, aber auch eigenen Gedanken konfrontiert. Wenn wir sie wahrnehmen, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf sie. Wie lange wir uns diesen Informationen und Gedanken zuwenden, liegt glücklicherweise in unserem Einflussrahmen. Dies heisst nicht unbedingt, dass sich das immer einfach gestaltet, denn es gibt eine kleine Eigenheit unseres Gehirns, die Sie kennen sollten: Unser Gehirn hat eine Vorliebe für besonders Absurdes und Emotionsgeladenes. Das führt dazu, dass wir uns ohne bewusstes Zutun eher dem zuwenden, was auch besonders eklig, traurig, angsteinflössend oder auch lustig, bizarr ist. Wenn Sie sich mal einen Moment nehmen und prüfen, welche Emotionen Sie als besonders intensiv erleben, werden Sie vielleicht auf Wut oder Angst kommen. Hier kommt die Antwort des weisen Indianers ins Spiel; die Gedanken und Informationen, welche unsere Aufmerksamkeit erhalten, werden genährt, gestärkt und nehmen so immer mehr Raum ein. Das bedeutet im Umkehrschluss: Es braucht manchmal etwas an bewusstem Zutun unsererseits, um uns mit unserer Aufmerksamkeit wieder neu zu orientieren, um uns auch wieder anders, zum Beispiel zufrieden, fühlen zu können. Dieses Muster zeigt sich auch immer wieder in Paarbeziehungen. Die Seite(n) des Partners/der Partnerin, welche bei einem selbst, besonders intensive Gefühle auslösen, gelangen schnell mal in den Fokus der Aufmerksamkeit. Sind es Emotionen wie Angst und Wut, wird das eigene Alarmsystem aktiviert und es kann ein Radar etabliert werden, der sensibel auf alles vom Partner/der Partnerin reagiert, was wieder ähnliche Emotionen auslösen könnte.
So ist man, ohne es bewusst zu steuern in einem Muster gelandet, welches sich auf das Schwierige beim Gegenüber fokussiert und so immer wieder zu unangenehmen Gefühlen bei einem selbst führt. Bleiben Sie also auch hier wachsam und mitbestimmend, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit legen. Humor ist hier beispielsweise ein wunderbarer Wegbereiter für den Aufmerksamkeitswechsel. Oder können Sie noch ärgerlich sein, wenn Sie lachen? Schliesslich ist, wie wir uns fühlen, in erheblichem Ausmass von dem bestimmt, worauf wir unsere Aufmerksamkeit legen, von dem, was wir nähren.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Ratgeber Recht – 43 – 2023

MLaw Pascal Messerli
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Rechtliche Möglichkeiten bei Persönlichkeitsverletzungen
Die Meinungsfreiheit ist in der Schweiz ein hohes Gut. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich gesetzliche Schranken und man darf sich gegenüber anderen Menschen nicht alles erlauben. Persönlichkeitsverletzungen kommen sehr häufig vor. Gerade in den sozialen Medien scheint die Hemmschwelle für Beschimpfungen, Beleidigungen oder Drohungen häufig geringer zu sein, als wenn man einer Person unmittelbar gegenübersteht.
Das Strafgesetzbuch kennt in diesem Bereich unterschiedliche Tatbestände. Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, macht sich wegen übler Nachrede strafbar. Wer den Wahrheitsbeweis über Tatsachenbehauptungen erbringt, bleibt hingegen grundsätzlich straflos. Strafrechtlich geschützt wird dabei der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein. Auch die Verleumdung ist strafbar. Dieser Tatbestand ist erfüllt, wenn Behauptungen wider besseres Wissen geäussert werden. Zudem existiert ein Beschimpfungstatbestand, durch welchen sämtliche Beleidigungen strafrechtlich verfolgt werden können. Ob es sich bei einer Äusserung jeweils um eine üble Nachrede, Verleumdung oder Beschimpfung handelt, muss im Einzelfall geklärt werden. Juristische Grauzonen sind alles andere als Einzelfälle. Neben den Ehrverletzungsdelikten können auch Drohungen zur Anzeige gebracht werden. Alle erwähnten Tatbestände sind sogenannte Antragsdelikte, das heisst, die betroffene Person muss innert drei Monaten, seitdem ihr der Täter bekannt ist, einen Strafantrag einreichen.
Neben dem strafrechtlichen Weg können auch zivilrechtliche Schritte bei Persönlichkeitsverletzungen eingeleitet werden. Kläger können beim Gericht beantragen, drohende Verletzungen zu verbieten oder bestehende Verletzungen zu beseitigen. Die Widerrechtlichkeit einer Persönlichkeitsverletzung kann zudem gerichtlich festgestellt werden. Schadensersatz- und Genugtuungsklagen können ebenfalls eingereicht werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Bei Gewalt, Drohungen und Nachstellungen kann ein Gericht im Sinne von 28b des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (der sogenannten Stalking-Artikel) Kontakt-, Annäherungs- oder Aufenthaltsverbote verfügen.
Häufig macht es zusammenfassend also Sinn, sowohl den strafrechtlichen als auch den zivilrechtlichen Weg zu beschreiten. Insgesamt sollten Sie folgende Punkte beachten.
- Soziale Medien sind keine rechtsfreien Räume: In emotionalen Situationen lieber zweimal überlegen, bevor man etwas gegen eine andere Person postet.
- Man muss sich nicht alles gefallen lassen: Bei Beschimpfungen oder Drohungen können strafrechtliche sowie zivilrechtliche Klagen eingereicht werden.
- Häufig liegen Äusserungen gegen andere Personen in einer juristischen Grauzone: Es kommt also auf den konkreten Einzelfall an, ob eine solche Äusserung strafbar bzw. persönlichkeitsverletzend ist. Um finanzielle Risiken im Zivilprozess zu vermeiden, sollte man sich vor einer Klage juristisch beraten lassen.
- Bei einer strafrechtlichen Anzeige gilt eine dreimonatige Frist bei Antragsdelikten.
Wenn Sie weitere Fragen zum Thema strafrechtliche oder zivilrechtliche Persönlichkeitsverletzungen haben, dürfen Sie gerne mit uns in Kontakt treten.

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