Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Klarer Himmel
14.5 °C Luftfeuchtigkeit: 53%

Freitag
6.6 °C | 20.4 °C

Samstag
5.5 °C | 21.7 °C

Wichtige Verlagsmitteilung

 

Fehlende Zeitung - fehlgeleitete Zustellung

FRICKTAL. Aufgrund eines Logistikfehlers bei der Post wurde ein Sammelbehälter mit den Donnerstagsausgaben der Neuen Fricktaler Zeitung/Fricktaler Woche/fricktal.info leider fehlgeleitet. Statt in Laufenburg landeten die darin enthaltenen Zeitungen in Lenzburg. Dies führte dazu, dass viele Leserinnen und Leser im Bezirk Laufenburg am Donnerstag keine Zeitung erhielten. Die Post entschuldigt sich für diesen Fehler, die Zeitungen werden am Freitag zugestellt.

Verlagsleitung

Ratgeber Psychologie 17 – 2023

Margrit Schmidlin
lic. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Burnout – rien ne va plus
Burnout ist ein Zustand des Ausgebranntseins, des Nicht-mehr-Mögens, des Verlustes von Energie, Antrieb und Lebensfreude. Meist wächst das Gefühl schleichend und stetig, zum Teil über Jahre unerkannt oder verdrängt, bis doch eines Tages «plötzlich» alles zu viel wird und nichts mehr geht. Oftmals erfolgt dann eine Art Nervenzusammenbruch mit Weinen, Schreien, unklaren Ängsten, mit einem Kontrollverlust, Gedankenkreisen, Scham- und Schuldgefühlen, Entscheidungsunfähigkeit, mit grosser Verzweiflung bis hin zu Suizidgedanken. Nicht selten erfolgt dann ein notfallmässiger Arztbesuch oder eine Notaufnahme im Spital, in einer Klinik, die zu einer Krankschreibung führt.
Das Burnout bezieht sich ursprünglich auf die Situation im Job; es trifft vorwiegend besonders verantwortungsvolle und pflichtbewusste, eher perfektionistische Menschen, die sich in ihrer Arbeit stark engagieren, sich mit der Arbeit identifizieren, Überstunden leisten, sich selten Pausen gönnen, stets erreichbar sind, sei es, weil die Stelle oder die Funktion es so verlangt oder weil man selber den hohen Ansprüchen gerecht werden möchte. Burnout kann aber auch Menschen treffen, die in anderen Lebensbereichen eine permanent hohe Belastung oder Überforderung erleben: Menschen, die Haushalt, Kinder und evtl. auch eine bezahlte Arbeit unter einen Hut bringen müssen oder Menschen, die zusätzlich zum eigenen Alltag noch betagte oder kranke Angehörige pflegen. Auch finanzielle Probleme, Probleme in der Erziehung, Konflikte in der Partnerschaft oder im Umgang mit sich und anderen oder gesundheitliche Probleme etc. können auf Dauer zu einem Burnout führen.
Der Weg aus einem Burnout ist meist langwierig. Es kann sinnvoll sein, dass die Betroffenen zunächst eine stationäre Behandlung erhalten, um aus dem Teufelskreis und dem Alltag herauszukommen. So können sie mit mehr Distanz ihr Leben «im Hamsterrad» reflektieren und daran arbeiten, wie sie ihren Alltag entlasten können. Die meisten Betroffenen würden wohl sagen, dass sie keine andere Wahl hätten, weil der Job, die Kinder, die Familie, die Verpflichtungen von ihnen fordere, alles zu bewältigen.
Betroffenen fällt es schwer, Hilfe anzunehmen und den eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Ein wichtiger Schritt dabei ist die Einsicht, dass man nicht perfekt ist und auch nicht sein kann/muss, sondern dass man auch nur ein Mensch ist, mit Grenzen der Belastbarkeit. Dies zu akzeptieren kann ein schmerzvoller Prozess sein, der häufig mit Ängsten verbunden ist: «Verliere ich deshalb meine Stelle, wer versorgt dann die Kinder oder was denken die anderen von mir, wenn ich auch einmal «Nein» sage?». Es ist zudem hilfreich die eigenen Bedürfnisse besser kennenzulernen, statt «nur» die Erwartungen von aussen, von der Gesellschaft meinen erfüllen zu müssen.
Krisen können uns lehren, uns verstärkt darauf besinnen, was im Leben wirklich zählt, dass wir uns mehr auf unsere Beziehungen, Freundschaften und ab und zu auch auf ein wenig Vergnügen und Lebensfreude konzentrieren sollten statt auf materielle Erfolge.
Ja sicher, solche Veränderungen haben ihren Preis: Wenn Sie im Job kürzertreten wollen/müssen, nicht mehr dieselbe Verantwortung und Funktion innehaben möchten/können, dann bedeutet dies vermutlich auch einen Verlust beim Lohn, an Einfluss, Macht und Anerkennung. Doch bezahlen Sie auf der anderen Seite den Preis mit Ihrer psychischen und auf lange Sicht auch der körperlichen Gesundheit, wenn Sie wie bisher im Hamsterrad weiterrennen.
Achten Sie deshalb frühzeitig auf mögliche Warnsignale: Wenn Sie über eine längere Zeit dünnhäutig, gereizt reagieren, schlecht schlafen, sich kaum noch Freizeit und Hobbys gönnen, nicht mehr abschalten können, sich sozial zurückziehen, sich deprimiert fühlen, sollten Sie dies ernst nehmen und sich an eine Fachperson wenden.

Fragen richten Sie gerne an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch