Sonja Wunderlin, Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16
Hartnäckige Hautausschläge – Neurodermitis
Die Haut ist unser grösstes Organ. Sie grenzt uns einerseits von der Aussenwelt ab, andererseits wird durch sie ausgeschieden, aufgenommen, getastet, empfunden. Sie ist eine wichtige Schnittstelle zwischen ich und du. Höchst unangenehm, wenn sie «ausschlägt», dabei juckt und brennt und das fürs Gegenüber auch noch offen-sichtlich ist.
Hautausschläge können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Ich möchte hier im Speziellen auf die Neurodermitis, auch «atopische Dermatitis» oder «endogenes Ekzem» eingehen.
Meist sind bei der Neurodermitis die Beugeseiten betroffen: Armbeuge, Kniekehle, Hals, Nacken, Hände und Gesichtsbereich. Die Entzünndung kann individuell durch einen Trigger ausgelöst werden wie beispielsweise Kälte oder extrem feuchtes Wetter, Stress oder Kleidung aus Schafwolle und tritt schubweise auf. Dabei gibt es verschiedene Stadien: Erst kommt die nässende juckende Entzündung mit Rötung und Bläschenbildung, danach schuppt die oberste Hautschicht ab, trocknet und eine papierige Oberfläche mit vergröbertem Relief bleibt zurück. Kratzen bringt kurzfristig eine Erleichterung, verletzt die dünner werdende Haut aber zusätzlich. Im Laufe der Jahre verliert diese zunehmend ihre Schutzfunktion und ist gegen äussere Einflüsse weniger wiederstandsfähig, so dass Keime einfacher eindringen und Infektionen auslösen können.
Für die PatientInnen steht meist der Juckreiz («es nervt») und die Optik der veränderten Haut im Mittelpunkt.
Die Bezeichnung «Neurodermitis» stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals meinte man, die Ursache sei eine Nervenentzündung. Das wurde zwar wiederlegt, jedoch bis heute keine klare Ursache gefunden. Ein Zusammenhang mit der seelischen Verfassung besteht aber nach wie vor. In Belastungssituationen kann es zu einem Schub kommen. «Es geht mir unter die Haut» – «Ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut». Manchmal haben NeurodermitikerInnen Mühe, ihre Bedürfnisse zu äussern, sich abzugrenzen, Wut zuzulassen. Zwischenmenschliche Spannungen entstehen. Die Haut als Kontaktorgan und Ventil «schlägt aus», wird wund, verdickt sich – «dünnhäutig sein» und sich darum «ein dickes Fell zulegen».
Allgemeine Empfehlungen
• Auch unangenehme Empfindungen äussern und wo nötig Grenzen setzen. Wut zulassen. Ein Wutventil schaffen (Sport, künstlerische Betätigung, Gartenarbeit...)
• Die Ernährung umstellen: Möglichst auf Zucker und allenfalls auf Weizen verzichten sowie täglich gute Öle benützen (kaltgepresstes Leinöl, Nachtkerzenöl)
• Phytotherapie: Je nach Ursache werden verschiedene Pflanzen eingesetzt. Entzündungshemmende wie Eichenrinde oder Schwarztee, immunmodulierende wie Lindenblüten, antibakteriell und antimykotisch wirkende wie Hamamelis oder Blutwurz, das Lymphsystem stärkende Pflanzen wie Walnussblätter oder Ringelblume oder kühlende wie «Chäslichrutt» (Malva) oder Leinsamen.
• Allenfalls helfen Bitterstoffe zur Regeneration der Darmflora, zur Grenzbildung und Stärkung der Leberfunktion.
• Täglich an die «frische Luft» gehen: Direkte Sonneneinstrahlung vermindert die Beschwerden
«Es juckt wie verrückt» – Äusserliche Methoden
• Lavendelöl pur auftragen, Eichenrindenbäder, Hamamelisbäder, Eichenrindenpulver direkt auf nässende Stellen streuen, Salben mit Blutwurz-Extrakt
• Ballonrebe (Cardiospermum halicacabum) in Form von Salben auftragen, hat eine Cortison-ähnliche Wirkung und ist frei von Nebenwirkungen
• Hautpflege: Es eignen sich reine fette Öle wie beispielsweise Arganöl oder Leinöl (alllenfalls wenige Tropfen ätherisches Lavendelöl beigeben)
Ich wünsche gute HautGesundheit.
Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch