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Ratgeber Naturmedizin 28 – 2026

Sonja Wunderlin
eidg. dipl. Naturheilpraktikerin
Praxis für Naturmedizin
062 874 00 16

Chronische Schmerzen
Foto: zVgAktuell ist überall Wasserknappheit. Und wenn weniger Wasser vom Himmel kommt, ist auch die Verdünnung von Stoffen aus dem Abwasser schwächer, und Rückstände finden sich konzentriert in Bächen und Flüssen. Unterhalb von Kläranlagen führen die Flüsse teilweise mehr geklärtes Wasser als Frischwasser. In Brugg fliesst beispielsweise jährlich rund eine viertel Tonne Diclofenac, das wir eingestrichen haben, vorbei. Die geltenden Grenzwerte für Diclofenac werden dabei immer wieder überschritten.
Bei der Debatte um sauberes Wasser wird klar, dass alles, was wir einmal einsetzen, irgendwo hin geht und auch wieder auftaucht. Und irgendwann kehrt es zu uns zurück. Beispielsweise beim Flussschwimmen, beim Essen von Fischen oder dem Essen von Frucht, die auf Feldern steht, die einst mit Klärschlamm gedüngt wurden, als man die Folgen noch nicht kannte.
Über Rückstände von Industriechemikalien wie PFAS oder Pflanzenschutzmitteln wie Fungizide oder Herbizide sind wir sensibilisiert. Was weniger diskutiert wird, sind Rückstände von Arzneimitteln im Wasser. Mittel, die wir direkt für unsere Gesundheit einsetzen, werden generell weniger kritisch auf Umweltverträglichkeit betrachtet.
Es gibt dabei einige Stoffe, welche in sehr geringen Konzentrationen eine starke Giftwirkung auf gewisse Organismen haben. Ein solcher Stoff ist beispielsweise Diclofenac. Er ist bekannt als «Voltaren» in Tabletten, Salben, Gels oder Pflastern, frei verkäuflich und wird oft eingesetzt. Vor allem bei Salben und Gels ist die Anwendung massgeblich wichtig, damit die Folgen auf die Umwelt möglichst klein bleiben: Bei gängiger Anwendung wird nur ein kleiner Teil von der Haut aufgenommen, der grössere Teil wird beim Händewaschen nach dem Einreiben und späterem Duschen direkt in die Kanalisation geschwemmt. Die Rückstände könnten von Kläranlagen zwar eliminiert werden, es sind aber erst wenige Kläranlagen dazu imstande, die Umstellung dauert einige Jahre. So wirkt Diclofenac im Abwasser, das zurückgeführt wird in grössere Flüsse, schädigend auf Fische und Wasserlebewesen, sie schädigen Nieren und die Kiemen und führen zu Sauerstoffmangel.
Empfohlen wird ein sparsames Auftragen von Salbe oder Gels direkt nach dem Duschen. Lassen Sie das Schmerzmittel einziehen. Am besten wischen Sie die Hände nach dem Eincremen mit einem Papiertuch ab und werfen das Tuch in den Müll. Entsorgen Sie die Tube im Restmüll. Bringen Sie abgelaufene Arzneimittel in die Apotheke zurück, wo sie sachgemäss entsorgt werden können.
Alternativen zu Voltaren Gel oder Salbe können sein:
– allgemein regelmässige leichte Bewegung
– Diclofenac-haltige Pflaster bevorzugen oder wenn möglich auf andere Schmerzmittel wechseln
– bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen: Wallwurz-Salbe
– bei Muskelschmerzen und Verspannungen: Capsaicin-Pflaster
– bei Arthrose und Entzündungen der Sehnen: Blutegel-Behandlungen (Bild)
– bei rheumatischen Schmerzen: regelmässiges Einreibungen mit frischer Brennnessel

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch