Von Tanja Primault-Suter, alt Grossrätin SVP, Gipf-Oberfrick
Wenn der Ruck darin bestehen soll, dass die Gemeinden zwangsweise fusionieren, dann hoffentlich nie. Das Fricktal verändert sich stetig – Gemeinden fusionieren, wenn sie das wollen und dazu bereit sind, das zeigen die jüngsten Beispiele Böztal oder Herznach-Ueken. Andere Gemeinden haben sich mit gutem Recht dafür entschieden, weiterhin eigenständig zu bleiben.
Es passt nicht zu unserem Politsystem, wenn ein nicht vom Volk gewählter Verband (Planungsverband Fricktal Regio) Gemeindefusionen vornehmen oder anders ausgedrückt – befehlen könnte.
Was macht das Fricktal aus? Es ist eine ländliche Region, die seit dem Jahr 2000 bevölkerungsmässig um gut 30%(!) gewachsen ist (ohne Einbezug des Wachstums durch die Gemeinden Hottwil, Bözen, Effingen und Elfingen). Ja, mit Fusionen könnte das Fricktal noch schneller wachsen, mehr Industrie ansiedeln, für die es tausende Fachkräfte braucht, die dann händeringend hauptsächlich im (grenznahen) Ausland gesucht werden – koste es, was es wolle, wenn nötig die letzten grünen Flächen. Hauptsache Wachstum, Hauptsache optimieren. In einem Kaninchenstall hätten auch viel mehr als nur zwei Kaninchen Platz, aber es würde die Lebensqualität einschränken und so ist es auch mit dem ständigen Bevölkerungswachstum, das zu immer mehr Problemen in vielen Bereichen führt: Versorgung (Energie, Nahrung), Infrastruktur (Strassen, ÖV), Emissionen, Justiz.
Je näher und unmittelbarer, desto mehr Partizipation. Fusionen führen nicht zu mehr Mitsprache. Ich habe grosse Achtung vor den Gemeinderäten von Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein, die Kriterien für eine mögliche Fusion definiert haben und nach dem Ausgang der Bevölkerungsumfrage Abklärungen für eine mögliche Fusion abbrechen.