Von Daniel Rüetschi, Böztal / Ortsteil Hornussen
In Böztal stellt sich derzeit eine grundsätzliche Frage zur politischen Ausgewogenheit: Ist es in einer kleinen Gemeinde mit einem fünfköpfigen Gemeinderat sinnvoll, wenn zwei Sitze von Personen aus derselben Lebensgemeinschaft besetzt werden – während sich gleichzeitig bei wenigen Personen aus der Gemeindeführung immer mehr Einfluss und Entscheidungsverantwortung konzentrieren?
Bemerkenswert ist zudem, dass der ehemalige Vizeammann Andreas Thommen öffentlich festhielt, gewisse Entscheide des Gemeinderats künftig nicht mehr mitverantworten zu wollen. Er erwähnte dabei auch Spannungen im Gremium sowie den Verlust der Freude am Amt.
Und nun tritt bereits der nächste Gemeinderat ausserordentlich zurück. Das lässt zumindest Fragen zur aktuellen Zusammenarbeit innerhalb der Gemeindeführung offen.
Gerade bei sensiblen Themen wie Bauprojekten, Beiträgen oder Personalentscheiden geht es deshalb nicht nur um die rechtliche Zulässigkeit, sondern auch um Vertrauen, unabhängige Meinungsbildung und funktionierende gegenseitige Kontrolle innerhalb der Gemeindeführung.
Die Gemeinde Böztal braucht langfristig fähige und unabhängige Köpfe aus allen Ortsteilen sowie eine ausgewogene politische Kultur mit unterschiedlichen Sichtweisen und genügend gegenseitiger Kontrolle.