Von Viktor Oeschger, Kaisten
Kein schattenspendender Baum, keine Blumenrabatte, kein Pflänzchen, kein Brunnen, keine Sitzbank, einfach nichts auf öffentlichem Grund, stattdessen eine flächendeckende, wasserundurchlässige Versiegelung mit einem mit blassen Konfetti eingefärbten Gussasphaltbelag – so präsentiert sich der neue Begegnungsplatz in der Kaister Dorfmitte. Im Winter bitter kalt und im Sommer schweisstreibend heiss. Wo ist da die Umsetzung der von Fachleuten und vom Kanton angesichts des Klimawandels in dicken Broschüren vehement propagierten «grünen Lungen» in den Dorfzentren? Von diesen weitsichtigen und löblichen Bestrebungen ist in Kaisten – trotz neuer, aufwendiger und partizipativer Planung – nichts aber auch gar nichts zu sehen. Würden die genannten Broschüren neu geschrieben, wäre der Kaister Begegnungsplatz ein herausragendes Beispiel für das Kapitel «Wie man es nicht machen sollte». Wo ist da die Vorbildfunktion für private Vorplätze? Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Leere auf dem Platz zumindest in einer deutlichen Kostenunterschreitung niederschlägt. Kaister Fasnacht in Ehren, aber sind wohl deren Aussenanlässe der Grund für diese öde Platzgestaltung? Die auf wenige Tage im Jahr beschränkte Strassenfasnacht wäre sicher auch bei einer einladender Platzgestaltung möglich gewesen. Diesbezüglich hätte ich vom Kaister Gemeinderat, welcher dem Gesamtwohl und nicht Partikularinteressen verpflichtet ist, deutlich mehr Weitsicht und Fingerspitzengefühl erwartet. Wie bitte, Begegnungsplatz oder Fasnachtsplatz?