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Tempo 30 in Möhlin – braucht es das wirklich? (Leserbrief)

Von Anita Kym, Präsidentin des GMU (Gewerbeverein Möhlin und Umgebung)

Am 14. Juni stimmt Möhlin über die flächendeckende Einführung von Tempo 30 ab. Der GMU-Vorstand stellt dabei eine zentrale Frage: Braucht es diese Massnahme in Möhlin überhaupt?
Ich setze mich gemeinsam mit dem gesamten Vorstand sowie mit Daniel Leutenegger, staatlich geprüfter Fahrlehrer, für eine sachliche und differenzierte Betrachtung ein.
In den Quartieren sind kaum Unfälle bekannt, Todesfälle sind nicht dokumentiert. Eine akute Verschlechterung der Situation ist nicht ersichtlich. Viele Bürger und Bürgerinnen fragen sich daher, weshalb ein funktionierendes System grundlegend verändert werden soll.
Mit der Einführung von Tempo 30 verändert sich das Verkehrssystem: Rechtsvortritt wird zur Regel, Vortrittssignale wie «STOP» oder «Kein Vortritt» werden vielfach reduziert und Fussgängerstreifen müssen grundsätzlich nicht bestehen bleiben. Fussgänger und Fussgängerinnen dürfen die Strasse zwar überall überqueren, haben jedoch keinen Vortritt. Gerade hier stellt sich eine zentrale Frage: Wo überqueren unsere Kinder künftig sicher die Strasse? Zebrastreifen bieten heute Sicherheit, Klarheit und Vertrauen für alle Verkehrsteilnehmenden. Wenn diese reduziert werden, entsteht für viele mehr Unsicherheit im Alltag.
Weitere Folgen von Tempo 30:
• Eine als «schleppend» empfundene Fahrweise kann die Konzentration senken und somit die Unfallgefahr erhöhen
• Häufiges Bremsen und Beschleunigen erhöhen Lärm, Abgase und Kraftstoffverbrauch
• Die Reduktion von Tempo 50 auf Tempo 30 führt rechnerisch zu einer Fahrzeitverlängerung von rund 4,8 Sekunden pro 100 Meter (Quelle: Beratungsstelle für Unfallverhütung, bfu.ch)
Für das Gewerbe bedeutet dies zusätzliche Belastungen, steigende Kosten und weniger Effizienz.
Zudem entstehen Kosten für die Gemeinde: Signalisationen, Markierungen und bauliche Anpassungen kosten rund 350'000 Franken. Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen.
Viele Menschen beurteilen die Situation unterschiedlich – auch je nach persönlicher Lebenssituation und Erfahrung. Gleichzeitig zeigt sich: Vernünftige Autofahrer und Autofahrerinnen passen ihr Tempo bereits heute den Verhältnissen an – insbesondere in Quartieren.
Der GMU Vorstand setzt sich für ein sicheres, lebendiges und wirtschaftlich starkes Möhlin ein – mit klaren und verständlichen Verkehrsregeln. Darum am 14. Juni: Nein zu Tempo 30