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Sorge tragen zu unseren Ressourcen (Leserbrief)

Von Dr. Dimitrios Papadopoulos, Präsident SVP Rheinfelden

Wir stimmen bald über die Biodiversitätsinitiative ab. In der Tat sind Artenvielfalt und eine möglichst intakte Natur wohl allen in diesem Land wichtig. Auch ich vermisse die Lerche, die in meiner Kindheit häufig über den Feldern zu sehen und zu hören war. Dafür erfreue ich mich daran, mehr Rotmilane zu sehen und an lauen Sommerabenden der Luftakrobatik der Fledermäuse zuzuschauen, was in meiner Kindheit sehr selten war. Arten wandern weg, neue kommen, für mich als Evolutionsbiologen ein natürlicher Vorgang, keine Krise. Wer sich jenseits der alarmistischen und dramatischen Meldungen zur Biodiversität ein eigenes Bild machen will, kann gerne die Zahlen der Vogelwarte Sempach und anderer Forschungsanstalten konsultieren. Kurz gefasst: Mehr als fünfzig Jahre aktiver Umweltschutz haben viel erreicht, was uns nicht davon entbindet, auch weiterhin Sorge zu tragen zu unserer Natur.
Um eine «Spezies» muss man sich allerdings wirklich Sorgen machen in unserem Land: Den Homo sapiens sapiens agricola, unsere Landwirte. Durch die Biodiversitätsinitiative würden sie gezwungen, bis 30 Prozent ihrer Fläche für Biodiversitätsschutz auszuscheiden, deutlich mehr als jetzt. Dadurch werden nicht nur viele Betriebe wirtschaftlich nicht mehr tragbar, es führt auch dazu, dass in der Schweiz weniger Nahrungsmittel produziert werden. Das hat dann den paradoxen Effekt, dass unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln in der Summe mehr Umweltschäden generiert als ohne diese Initiative, denn in den Herkunftsländern gelten oft viel geringere Umweltstandards als hier – und gegessen wird sowieso.
Diese Initiative geht zu weit, ist zu extrem und enthält zudem Vorschriften, die nichts mit Biodiversität zu tun haben und zu mehr Bürokratie und Kosten für viele führen. Deswegen lehne ich sie ab, und hoffe, der Souverän tut dies ebenso.