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Satire pur – AEW-Drei-Kastensystem (Leserbrief)

Von Barbara Martens, Rheinfelden

Mit juristischer Definitions-Akrobatik auf zwei eng beschriebenen Seiten wird von der AEW das neue Drei-Kastensystem erklärt. Es gehe nicht an, dass in ihrem neuen Kundenportfolio alle kastenübergreifend gleich behandelt werden. Jedoch wird das Gleichbehandlungsgebot innerhalb einer Kaste gewährleistet. Um was geht es?
Smartmeter-Gesegnete, d.h. die Brahmanen sind solche Kunden, die mittlerweile wissentlich oder schlafend den Smartmeter eingebaut bekamen. Sie zählen zur obersten Kaste der AEW-Kunden und haben keinerlei Ablesegebühren zu zahlen. Es wird zwar viermal jährlich der Stromverbrauch ermittelt und in Rechnung gestellt. Behauptet wird, dass das bequem vom Sessel in der Zentrale gehandhabt werden kann. Jedoch bestätigte mir die IWB, dass je nach Entfernung die Ableser zur jeweiligen Überbauung fahren müssen, dort mit der App viermal die jeweiligen Smartmeter auslesen und dann im warmen Büro diese Daten eintöggeln.
Die Shudras, neudeutsch die noch nicht «Ge-Roll-Outeten», also die ohne Segnung eines Smartmeters, zahlen ebenso nichts für die eigene online oder per Postkarte eingesandte Stromverbrauchsablesung. Wenn dieses nicht erfolgen sollte, kommt sogar wie früher üblich ein Ableser und das auch kostenlos. Diese Kaste wird demnächst im Fricktal mit Smartmetern beglückt und steigt somit in die höchste Kunden-Portfolio-Stufe, die Brahmanen auf.
Kommen wir nun zu den Parias, den Smartmeter-Verweigerern. Diese unberührbare, unreine Kaste hat für ihre eigene Online-Dienstleistung das Ablesen des Stromverbrauchs 50 Franken pro Jahr an die AEW zu zahlen. Falls sie das nicht pünktlich selbst vornimmt und ein AEW-Gesandter antraben muss, kostet das sogar 200 Franken. Die Parias bezeichnen sich zum Teil als «Kastenlose». Was dann stimmen würde: nicht im Kasten denken! «Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia. Satire pur oder schwarzer Humor, entscheiden Sie selbst!