Von Marc Brodbeck, Präsident Bauernverband beider Basel, Buus
Wenn ich mich in unserer Region umsehe, sehe ich viel intakte Landschaft und viel Biodiversität. Auf produktivem Ackerland werden Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, hochwertiges Tierfutter oder in meinem Fall Getreide-Saatgut produziert und die Biodiversität hat dort ihren Platz, wo keine hochwertigen Lebensmittel produziert werden können. Mich irritiert in Zeiten dieser instabilen Weltlage, dass wir schon wieder gegen eine Initiative kämpfen müssen, welche die Lebensmittelproduktion in der Schweiz einschränken will. Natürlich geht Lebensmittelproduktion nicht ohne Biodiversität. Das haben wir Landwirte längst eingesehen und machen darum schon sehr viel. Bei Annahme der Initiative könnten die Bauernfamilien grosse Flächen nicht mehr nutzen, die Lebensmittelproduktion würde zurückgehen und müsste mit Mehrimporten kompensiert werden.
Die Initiative hätte aber auch grosse Auswirkungen auf die Strom- und Energiewirtschaft, indem sie Schutzinteressen vor Nutzinteressen stellt und den Ausbau von erneuerbaren Energien behindert. Wegen höherem Schutz der Ortsbilder würde der Ausbau eingeschränkt und die Baubewilligungsverfahren erschwert. Auf die Wald- und Holzwirtschaft hätte die Initiative Einfluss, indem wegen mehr Schutzgebieten die Nutzung von Schweizer Holz beschränkt wäre.
Deshalb sage ich am 22. September entschieden Nein zur extremen Initiative.