von Michael Derrer, Verein Mehr Farbe, Rheinfelden
Als ich mich im Vorfeld der Stadtratswahlen vor zweieinhalb Jahren auf der Strasse mit Bewohnern Rheinfeldens unterhielt, äusserten mehrere Personen Bedenken hinsichtlich der Verhältnisse im Wohn- und Pflegezentrum, das in den letzten Wochen im Blickpunkt stand. Es ist daher anzunehmen, dass Angehörige die Verantwortlichen bereits früher auf Probleme hingewiesen hatten, bevor sie den Weg an die Öffentlichkeit wählten. Es wäre interessant zu wissen, wie diese Klagen damals behandelt wurden.
Diese Überlegungen erinnern mich an meine eigenen Erfahrungen. Wenn ich in der Vergangenheit konstruktive Anregungen zu Gegebenheiten in unserem Städtchen äusserte, stiess ich stets auf Abwehr und wurde zudem in einem schlechten Licht dargestellt.
Fragen und Hinweise sollten nicht einfach zu einer reaktiven Defensive führen. Die Bereitschaft, Kritik konstruktiv anzunehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, zeugt von einer reifen Gemeinschaft. Wir sollten an einer Kultur arbeiten, in der die Stimmen aller in einem respektvollen Dialog gehört werden. Nur durch Transparenz und offene Kommunikation kann die Qualität unseres Zusammenlebens wachsen und unser Gemeinwesen optimal gedeihen.