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Lassen wir Zahlen sprechen (Leserbrief)

Von Tanja Primault, ehemalige Grossrätin SVP, Gipf-Oberfrick

Blenden Sie für einen Moment aus, dass die Initiative gegen eine 10-Millionen-Schweiz von der SVP lanciert wurde und lassen wir Zahlen sprechen...

Die Weltbevölkerung von aktuell 8,3 Milliarden Menschen wächst jährlich um 80 Millionen, das entspricht knapp der Bevölkerung Deutschlands. Die Bevölkerung in den Industrieländern nimmt wegen tiefer Geburtenraten grundsätzlich ab. Durch die Zuwanderung (Arbeit, Familiennachzug, Asyl) wird der Bevölkerungsrückgang kompensiert. Nun sollte man annehmen, dass der Bevölkerungszuwachs in der Schweiz und ihren Nachbarländern prozentual ähnlich verläuft. So ist es aber nicht: Im Zeitraum 2005 bis 2025 wuchs die Bevölkerung Deutschlands von 82,4 auf 83,5 Millionen Einwohner (+1,1 Mio.), diejenige Italiens von 58,5 auf 59,1 Millionen Einwohner (+0,6 Mio.) und diejenige der Schweiz von 7,5 auf 9,1 Millionen Einwohner (+1,6 Mio.). Während die Bevölkerungszunahme Deutschlands 1,3 Prozent und Italiens 1,0 Prozent entspricht, wuchs die Schweizer Bevölkerung um sage und schreibe 21,3 Prozent. Pro Jahr nahm die ständige Wohnbevölkerung damit um 80'000 Personen zu!

Wollen wir unserem Land weiterhin ein jährliches Wachstum der Grösse des Fricktals (Bezirk Laufenburg und Bezirk Rheinfelden zusammen) zumuten? Denken Sie an den Wohnraum und die Infrastruktur, Schulen und Ärzte, die es jährlich zusätzlich braucht. Was bringt es uns als Bevölkerung, wenn Firmen ihre Gewinne und die Chefs ihre Löhne in die Höhe schrauben können, sich der Mittelstand aber teilweise kaum mehr die Miete leisten kann?

Es geht hier nicht um Parteipolitik, sondern darum, was wir uns für unser Land als Zukunft wünschen: Eine grosse Stadt oder Stadt und Land?

Ich danke allen von Herzen, die sich für eine lebenswerte Schweiz aussprechen und damit am 14. Juni mit einem JA die Nachhaltigkeitsinitiative unterstützen.