von Elisabeth Burgener, Präsidentin Caritas Aargau
Im Jahr 2023 lebten 1,34 Millionen Menschen in der Schweiz in einem Haushalt, dessen tiefes, aber auch mittleres Einkommen zu klein ist, um den Lebensbedarf zu decken. Eine grosse Belastung ist die Krankenkassenprämie; ein Ende der Prämienerhöhung ist leider nicht in Sicht. Das Bedürfnis nach Beratungen bei der Caritas hat stark zugenommen; der Bedarf an Unterstützung ist gross. Die Situation ist nicht nur für Wenigverdienende zu einem Problem geworden, auch viele Familien und Rentnerhaushalte können die Belastung kaum noch tragen. Eine vierköpfige Familie zum Beispiel bezahlt 15 000 bis 19 000 Franken alleine für die Prämien und hinzu kommen noch Selbstkosten von rund 2200 Franken pro Person und Jahr. Darum verzichten viele Betroffene aus Angst vor den Rechnungen auf Gesundheitsdienstleistungen.
Gleichzeitig funktioniert das System nicht, das mit der Einführung der obligatorischen Krankenkasse geschaffen wurde: die Prämienverbilligung, die die Belastung abfedern sollte. 1995 wurde versprochen, dass die maximale Belastung durch die Krankenkassenprämien acht Prozent des Haushaltbudgets betragen dürfe; für Haushalte mit Kindern sechs Prozent. Heute liegt die durchschnittliche Belastung bei 14 bis 20 Prozent. Da die Kantone keinen Vorgaben unterstehen – nur der Anteil des Bundes ist an die Kostenentwicklung der Grundversicherung gebunden – ziehen sie sich immer mehr aus der Kostenbeteiligung zurück, obwohl sie finanziell gut dastehen.
Hier setzt die Prämienentlastungsinitiative an; sie will die Prämien bei 10 Prozent des verfügbaren Einkommens deckeln; Bund und Kantone sollen die dafür nötigen Mittel nach einer fixen Aufteilung der Kosten bereitstellen.
Darum: Ja zu einer Gesundheitsversorgung, die sich alle Menschen in der Schweiz – reich, arm, alt oder jung – leisten können. Ja zur Prämienentlastungsinitiative.