Von Ernst Deiss, Aquatum AG, Zeiningen
Wieviel kostet eine unterirdische Versickerungsanlage? Rückweisungsantrag an der Zeininger GV notwendig.
An der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2023 wurde ein Antrag gestellt, eine Regenwassernutzung für die geplante Mehrzweckanlage zu prüfen. Der Gemeinderat legt nun der Versammlung vom 2. Dezember 2024 eine minimalistische Lösung vor und empfiehlt diese zur Ablehnung. Vielmehr sollte ein Rückweisungsantrag gestellt werden, damit die Dimensionierungen und Kosten nach neuster Technik realistisch berechnet und Finanzierungsmöglichkeiten ausgelotet werden können.
Ungereimtheiten: Der Gemeinderat hatte im Projekt keine Regenwassernutzung vorgesehen. Dies deutet darauf hin, dass sich der Gemeinderat grundsätzlich dagegen sträubt, moderne Regenwassernutzungen zuzulassen.
Hauptgründe für die empfohlene Ablehnung sollen das Ungenügen und die Kosten sein. Und dies bei einem Projekt, welches gemäss Gemeindepräsidentin Gisela Taufer ein «zukunftsweisendes Projekt» darstellt, das für die nächsten 100 Jahre Bestand haben solle. Regenwassernutzung wird immer wichtiger, diese Einsicht scheint im öffentlichen Zeiningen noch nicht angekommen zu sein.
Kosten: Die Betriebskosten und Erstellungskosten der vorgeschlagenen Anlage sind zu hoch.
WC-Spülung: Wird ein Hygieneproblem erwartet. Wenn wir davon ausgehen, dass die meisten Menschen nach dem Gang zur Toilette die Hände waschen gibt es dieses Problem nicht! Das angebliche Hygieneproblem als Grund für die Ablehnung zu machen, ist lächerlich.
Tankvolumen: Beim Projektvorschlag wird von einem viel zu kleinen Tank ausgegangen: bei nur 35 Kubikmeter ist es kein Wunder, dass das Volumen für die Sportplatz-Bewässerung nur für eine Woche reichen würde. Dieses Argument wird aber als eine Hauptbegründung für die grundsätzliche Ablehnungsempfehlung benützt. Die Anlage bräuchte mindestens ein Volumen von 200 Kubikmeter. Damit würde ein voller Tank gemäss Verbrauchszahlen von Herrn Bienz (15 m3 2x pro Woche für 5,7 Wochen) Bewässerung ausreichen. Deshalb sind die Zweifel kaum zu verstehen.
Sparpotenzial: Jeder Liter Dachwasser, ersetzt einen Liter teures Wasser. Dachwassernutzung bedeutet also auch einen finanziellen Spar-Effekt. Ein solcher wird aber in der Argumentation in keiner Weise erwähnt.
Klimaveränderungen: Wie in anderen Gemeinden, ist auch in Zeiningen schon öfter das Bewässern eingeschränkt worden. Dass dies in extremen Trockenzeiten gelegentlich nicht genügt, darf nicht zur generellen Ablehnung der Regenwassernutzung dienen. Eine solche Ablehnung würde im Widerspruch zu den erfolgten Einschränkungen der Rasenbewässerung stehen.
Verhältnismässigkeit: Um eine sinnvolle Regenwassernutzung zu gewährleisten braucht es die richtige Dimensionierung. Aber bei Kosten von über 12 Millionen Franken sollte auch eine Investition von 225 000 Franken (d.h. 1 85%) mehrheitsfähig sein.
Kostendach: Offenbar wurde der Baugrund hydrogeologisch untersucht. Entsprechend wird im Traktandum 5 bei der Beschreibung der Ausgangslage erwähnt, dass sie noch «über das Reservebudget» finanziert werden kann. Leider werden die Kosten einer Versickerungsanlage nicht genannt. Die Regenwassernutzung wie die Versickerungsanlage verursachen Mehrkosten. Wie wollen die Bürger eine seriöse Entscheidung treffen, wenn die einen Mehrkosten bekannt sind, die anderen aber nicht?
Fazit: Trinkwasser ist eine immer wertvoller werdende Ressource! Die Projektanalyse ist in vielen Punkten fragwürdig! Wer dem Umweltschutz-Verantwortung gegenüber unseren Nachkommen gerecht werden will, muss an der Gemeindeversammlung eine Rückweisung des Antrags unterstützen und weitere Abklärungen für eine sinnvolle Realisierung verlangen!