Von Michael Derrer, Unternehmer und Wirtschaftsdozent, Verein Mehr Farbe für Rheinfelden
In Rheinfelden werden öffentliche Investitionen in der Regel mit Verzögerung gegenüber der Planung realisiert – dies ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache, die ich in meiner Zeit als Mitglied der GPFK wiederholt beobachten konnte. Aktuell beträgt die Inflation in der Schweiz 3%, und sie könnte weiter steigen. Inflation begünstigt bekanntlich Schuldner und benachteiligt Besitzer von Geldvermögen. Rheinfelden verfügt über ein grosses Nettovermögen von aktuell 67 Millionen Franken. Der Wert dieses Geldes verringert sich durch die Inflation nun stetig. 3% von 67 Millionen sind 2 Millionen Franken im Jahr, die Rheinfeldens Vermögen, gemessen an seiner Kaufkraft, derzeit an Wert verliert. Daher stellt sich die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, die vorgesehenen Investitionen zu beschleunigen – sprich das Geld auszugeben, solange man damit noch mehr kaufen kann. Dazu könnte zum Beispiel die Aufstockung des Personalbestands im Stadtbauamt beitragen. Mehr Fachkräfte könnten die Projekte schneller projektieren und realisieren. Sogar unter Berücksichtigung des zusätzlichen Lohnaufwands könnten auf diese Weise auf die gesamte Investitionszeit vielleicht mehrere Millionen Franken eingespart werden. Damit wären wir in einer signifikanten Grössenordnung. Ein solcher Betrag entschied zum Beispiel damals über Sein oder Nichtsein des Rheinstegs. In Rheinfelden müsste also zu Zeiten der Inflation ein Beschleunigungsgebot für bereits beschlossene Investitionen gelten. Ich werde an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember die Frage stellen, inwiefern die Inflation die Ausgabenpolitik des Gemeinderates beeinflusst und ob er aufgrund dieser Situation konkrete Massnahmen vorsieht. Für eine Stellungnahme des Stadtrats und der GPFK zu meiner Überlegung danke ich im Voraus.