Von Urs Zuber, Gipf-Oberfrick
Mit einem Mehr von vier Stimmen wurde das Budget 2024 der Gemeinde Gipf-Oberfrick abgelehnt. Die Interessengruppe unter Federführung der selbsternannten Volkspartei hat damit ihr Ziel erreicht: Der Betrag von 37 500 Franken für die vier Tempo-30-Zonen wird ersatzlos gestrichen und damit der Einführung solcher Zonen in Zukunft «definitiv der Riegel geschoben». Nun ist aber auch definitiv erwiesen, dass die Hälfte der Stimmenden die Einführung solcher Zonen begrüsst und die Kosten dafür mit ihrem Steuerbeitrag zu finanzieren gewillt sind. In vielen Gemeinden können die Bewohner schon lange von den Vorteilen von Tempo 30 auf den Quartierstrassen profitieren: mehr Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer und eine allgemein höhere Lebensqualität. Das Wohlbefinden der Dorfbevölkerung wird geprägt vom gegenseitigen Respekt und einer Toleranz für die zeitgemässe Entwicklung der Gemeinde. Davon ist durch diese Abstimmung wohl etwas verloren gegangen. Vor allem auch das Vertrauen in die stets beschworenen direkten demokratischen Entscheidungssysteme – im Dorf die Gemeindeversammlung. Wie andere Beispiele zeigen, taugen sie wenig, wenn Interessengruppen ideologisch und reisserisch argumentieren. Die Abstimmung mit ihren Zielen mag gewonnen sein, aber zu welchem Preis?