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Hurra – die Holzerei geht wieder los (Leserbrief)

Von Franz Meier, Stein

Gestartet wurde dieses Jahr in der Rheinuferschutzzone auf einem Grundstück in der Rheinbrückstrasse in Stein. Wie schon in den vergangenen Wintern wurde das Fällen weiterer Bäume fortgesetzt. Immerhin hat man aber den Baum mit dem Nistkasten unten am Rheinuferweg stehen gelassen. Im Umkreis dieses Baums wurden die andern Bäume jedoch gnadenlos gefällt. Offensichtlich wollte man den Vögeln den Anflug auf den Brutkasten erleichtern. Jahr für Jahr setzt sich dieser Unsinn mit der Holzerei nun schon fort. «Ziel» ist die «Freie Sicht auf Säckingen». Vordergründig wird das aber als «Pflege der Rheinuferböschung» bezeichnet – die angeblich in Absprache mit dem Förster erfolge. Der Förster ist jedoch nicht angefragt worden – wie er auf Anfrage sagte. Angefragt müsste er jedoch werden, weil der Gemeinderat vor einigen Jahren die Rheinuferböschung zur Schutzzone erklärt hat. Sowohl der Kanton, wie auch die Gemeindebehörde, wollten damals die Rheinböschung vor dem Abholzen schützen. Damals war gesetzlich noch nicht so klar festgelegt, wie nahe man an die Waldgrenze bauen durfte. Heute ist das klar geregelt. Kaum eines der Mehrfamilienhäuser, die heute an der oberen Kante der Rheinuferböschung gebaut worden sind, dürften heute noch so gebaut werden. Bei einem der Häuser hatte der Kanton im Rahmen der Baubewilligung sogar noch eine präzise Anweisung zum Schutz der Hochstammbäume erlassen. Diese Anweisung wurde dann aber trotzdem missachtet. Noch bevor die Bagger aufgefahren sind, hat man im oberen Teil der Böschung sämtliche Bäume umgehauen. Und seither holzt man in hirnloser Weise auch im unteren Teil der Böschung bis runter zum Rheinuferweg. Warum? Dort kann kein noch so hoher Baum die Sicht auf Säckingen verdecken. Die Bäume und auch der Jungwuchs werden aber trotzdem umgehauen, und das Holz dann einfach kreuzweise in der Böschung liegen gelassen. Ein grösserer Schwachsinn ist kaum mehr denkbar. Insbesondere auch gerade deshalb, weil sich heute langsam die Erkenntnis durchsetzt, wie wichtig Bäume – auch im Bereich der Wohnzonen sind. Nicht nur für uns Menschen, die in der Hitze der Sommer deren Schatten suchen, sondern auch für die Vögel, die Kleintiere und die Insekten. Ganz abgesehen davon: Lebende Bäume und Sträucher beeinflussen die CO2 –Bilanz positiv – und verrottendes Holz am Boden bewirkt das Gegenteil. Trotzdem wird in sinn- und hirnloser Weise weiter abgeholzt – obschon der Förster eigentlich das Gegenteil möchte: eine gezielte Aufforstung mit einheimischen Bäumen, die auch der zunehmenden Trockenheit in den immer heisser werdenden Sommern besser gewachsen sind.