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Holz ist gespeicherte Sonnenenergie (Leserbrief)

Von Timo Rager, Herznach

Schon seit Jahren lassen die beiden Herren Heiner und Jürg Keller keine Gelegenheit aus, um die Tätigkeit der Forstdienste zu kritisieren. Neuerdings haben sie sich auf die Energieholz­nutzung eingeschossen, die ihrer Meinung nach nicht als CO2-neutral bezeichnet werden darf.

In seinem jüngsten Leserbrief (fricktal.info vom 4.1.2023) nennt Jürg Keller diese Bezeichnung "physikalischen Unsinn". Hierzu sei angemerkt, dass die Holzverbrennung ein chemischer und kein physikalischer Prozess ist.

Jürg Keller behauptet des weiteren, nur die direkte Nutzung der Sonnenenergie (also über Solarzellen) sei CO2-neutral. Auch dies verkennt die Fakten. Pflanzen können in gewisser Weise als natürliche Solaranlagen betrachtet werden. Sie haben zwar einen geringeren Wirkungsgrad als die künstlichen, dafür sind sie ungleich ästhetischer und kommen zudem ohne den enormen Ressourcenverbrauch in Form von Metallen, Silizium, Seltenen Erden usw. aus. Statt Strom erzeugt diese natürliche Solaranlage Zellulose und Lignin. Dies bringt gegenüber Solarzellen den weiteren Vorteil mit sich, dass die Energie problemlos und in grosser Menge gespeichert werden kann. Wenn bei dieser Form der Sonnenenergienutzung CO2 im Kreis geführt wird (Aufnahme bei der Photosynthese, Abgabe bei der Verbrennung), hat das auf den CO2-Gehalt der Atmosphäre in guter Näherung keinen Einfluss.

Eine Nutzung des Energieholzes als Bauholz – wie von Herrn Keller vorgeschlagen – bietet sich nicht an, da es sich üblicherweise um minderwertige Holzqualitäten handelt. Die Alternative wäre also in der Tat nur, das Holz im Wald vermodern zu lassen, was ebenfalls innerhalb weniger Jahre zur Freisetzung von CO2 führt.

Die energetische Nutzung von Restholz generiert nebenbei ein Zusatzeinkommen für die Waldwirtschaft, die finanziell wahrlich nicht auf Rosen gebettet ist. Sie trägt auf diese Weise letztlich zum Erhalt gesunder, gepflegter Wälder bei.

Holz kann unmöglich den gesamten Energiebedarf der Schweiz decken, aber es ist eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Energieträgern, die alle auch ihre Grenzen haben.