Von Daniele Mezzi, Grossrat Die Mitte, Laufenburg
Seit dem angekündigten Rücktritt von Bundesrat Guy Parmelin per Ende 2026 wird in den Medien auch über eine mögliche Kandidatur unseres Aargauer Regierungsrats und Landstatthalters Jean-Pierre Gallati spekuliert. Als Grossrat der Mitte Kanton Aargau sage ich dazu persönlich klar: Ja, bitte. Natürlich würde ich Jean-Pierre Gallati im Regierungsrat vermissen. Er ist ein Regierungsrat, der unseren Kanton kennt, Verantwortung übernimmt und auch dort Lösungen sucht, wo die politischen Positionen zunächst weit auseinanderliegen. Aber gerade deshalb bin ich überzeugt: Der Anspruch der SVP auf einen Sitz im Bundesrat steht für mich ganz klar ausser Frage. Entscheidend ist, welche Persönlichkeit diesen Sitz besetzen soll. Und da sollten wir nicht nur auf das Parteibuch schauen, sondern darauf, was für einen Menschen und Politiker unser Land in dieser Zeit braucht. Jean-Pierre Gallati wäre für mich genau der Richtige.
Er ist ein Wertepolitiker. Er steht für seine Überzeugungen ein und scheut auch klare Worte nicht. Gleichzeitig versteht er, dass Politik nicht darin besteht, möglichst laut die eigene Position zu verkünden. Politik bedeutet, Mehrheiten zu schaffen, Verantwortung zu übernehmen und am Ende eine Lösung zu finden, die unserem Land dient. Genau das habe ich in der Aargauer Politik erlebt: Gallati kann über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten. Er denkt vernetzt, kennt die Zusammenhänge und ist bereit, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen. Er ist absolut dossiersicher – das spüre ich auch als Grossrat. Das ist vielleicht weniger spektakulär als tägliche Polemik. Für einen Regierungsrat – und erst recht für einen Bundesrat – ist es aber entscheidend.
Die Schweiz braucht keinen Bundesrat, der jeden Konflikt weiter anheizt und aus jeder politischen Auseinandersetzung einen Kulturkampf macht. Sie braucht auch keinen «Hellebarden-SVP-Bundesrat», der vor allem durch Provokationen auffällt. Die Schweiz braucht Bundesräte, die Haltung zeigen und trotzdem Brücken bauen können. Gerade in einer Zeit, in der unser Land vor grossen Herausforderungen steht, brauchen wir Zusammenhalt, Verlässlichkeit und lösungsorientierte Politik. Wir müssen Probleme an ihrer Ursache packen, statt uns gegenseitig für Schlagzeilen zu beschimpfen. Dafür braucht es Politiker mit Überzeugungen – aber ebenso mit der Fähigkeit, zuzuhören, zu verhandeln und Verantwortung für das Ganze zu übernehmen. Jean-Pierre Gallati bringt diese Eigenschaften mit.
Er würde seine Werte nicht an der Garderobe des Bundeshauses abgeben. Im Gegenteil: Ich bin überzeugt, dass er auch in Bern klar für seine Überzeugungen einstehen würde. Aber eben nicht als Vertreter einer permanenten Empörungspolitik, sondern als bürgerlicher Wertepolitiker mit Augenmass und Lösungskompetenz. Und noch etwas spricht für ihn: Er ist Aargauer. Wir sind es gewohnt, dass der Aargau hervorragende Leute nach Bern schickt. Weshalb sollte das diesmal anders sein? Sollte Jean-Pierre Gallati tatsächlich kandidieren, würde ich seine Kandidatur deshalb aus voller Überzeugung unterstützen.
Ich würde ihn in Aarau vermissen. Das wäre der Preis dafür, dass die Schweiz einen ausgezeichneten Regierungsrat gewinnen könnte.
Für den Aargau wäre sein Weggang ein Verlust. Für die Schweiz könnte er ein Gewinn sein. Darum: Gallati nach Bern? Ja, bitte.