Von Prof. Dr. Michael Derrer, Soziologe und Ukraine-Experte; Atia Miraz, klinische Psychologin und Künstlerin; Verein Mehr Farbe, Rheinfelden
Es freut uns, dass die nun aufgelöste Flüchtlingsunterkunft Dianapark letztendlich erfolgreich war. Der Artikel in einer Lokalzeitung liest sich wie eine Antwort auf die Klagen ukrainischer Flüchtlinge, die wir auf deren Wunsch vor zwei Jahren an die Öffentlichkeit getragen hatten. Aus der anfänglichen Unzufriedenheit vieler Ukrainer im Dianapark war damals ersichtlich, dass die Kommunikation zwischen Behörden und Geflüchteten zu Beginn nicht gut funktionierte. Der Brief, den einige Dutzend Flüchtlinge auf unser Anraten an die Behörden schickten, scheint dann eine positive Dynamik ausgelöst zu haben. Der Kantonale Sozialdienst beantwortete jenes Schreiben prompt, lieferte klare Antworten auf Fragen und Anliegen, und beseitigte dabei auch falsche Vorstellungen und überzogene Forderungen der Antragsteller.
Heute steht die erfolgreiche Eingliederung der Ukrainer in die Schweizer Arbeitswelt im Fokus. Unsere Achtung gilt all den Freiwilligen, welche ihre Zeit nicht scheuen, bedürftige Geflüchtete zu unterstützen. Die Bereitschaft zur Integration muss aber in erster Linie durch den Arbeitswillen der Neuankömmlinge selbst unter Beweis gestellt werden. Seitens der Behörden braucht es verständliche Erklärungen über die Bedingungen und Vorteile einer Erwerbstätigkeit. Die Anreize müssen richtig gesetzt werden. Diesbezüglich haben manche Flüchtlinge noch falsche Vorstellungen: Sie glauben, dass sie mit der Aufnahme einer Arbeitstätigkeit finanziell schlechter gestellt werden.
Unser Verein nimmt per sofort auch die Tätigkeit des schon 2022 konzipierten Projekts «Mehr Farbe zusammen» zur Unterstützung der Arbeitsintegration von Flüchtlingen auf. Wir laden Interessenten aus unserem Bezirk zur Zusammenarbeit mit diesem vom Kanton unterstützten Projekt ein, das im Lokal des Bohème Art-Restaurants durchgeführt wird.