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Ende der CS und Riesen-UBS: Systemische Risiken reduzieren (Leserbrief)

Von Michael Derrer, Unternehmer und Hochschuldozent, Rheinfelden

Nachdem die zweitgrösste Schweizer Bank auf Geheiss und mit kräftiger Mithilfe des Staates von der UBS vor dem Bankrott gerettet wurde, herrscht Katerstimmung in der Schweiz. Die Verluste tragen die Aktionäre und die engagierten Mitarbeiter.
Statt entsprechend den Gesetzen und Too-Big-To-Fail-Richtlinien das Schweizer Geschäft der CS vom Konzern zu trennen, wurde nun aber ein noch grösserer Gigant erschaffen. Womöglich ist er so gross, dass er im Krisenfall nicht zu retten wäre. Die Schweizer Volkswirtschaft trägt das Klumpenrisiko – also wir alle.
Hinter dem konkreten Einzelfall verbirgt sich das Problem, dass unser Geldsystem auf Geldschöpfung durch die privaten Banken beruht. Dieses System funktioniert seit vielen Jahren im Krisenmodus. Vor fünf Jahren hatte ich mich für die Vollgeld-Reform eingesetzt – einer Vorlage, die leider nur von wenigen verstanden wurde und somit von den Gegnern leicht vom Tisch gewischt werden konnte. Man brandmarkte die Idee als risikoreich, wo doch genau die Sicherheit im Fokus stand. Denn in einem Vollgeld-System würde das Geld ausschliesslich von der Nationalbank erzeugt. Grossbanken, die schlecht wirtschaften, müssten dann nicht mehr gerettet werden, da ihr Untergang das volkswirtschaftliche Zahlungssystem nicht tangieren würde, wie dies heute der Fall ist. Es gälten die normalen Regeln der Marktwirtschaft – was die Grossbanken vielleicht zu einer umsichtigeren und konservativeren Unternehmenspolitik anhalten würde. Angesichts des aktuellen Scherbenhaufens wäre der Ausgang jener Abstimmung heute vielleicht ein anderer.
Es gibt weitere Wege, um die Gefahren zu verringern. Wir müssen von den Behörden fordern, offen zu kommunizieren, welche Risiken vom neugeschaffenen Giganten ausgehen – und einen Plan, wie die systemische Risiken nachhaltig reduziert werden können. Denn anscheinend haben die bisherigen Massnahmen zur Stabilisierung des Finanzsystems versagt. Eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Architektur des Geld- und Finanzsystems wäre notwendig. Tiefergehende Informationen zum Thema gibt es zum Beispiel auf der Seite des Forums Geldpolitik ( www.forum-geldpolitik.ch ).