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Einfache Antworten sind keine Lösung (Leserbrief)

Von Regula Emmenegger, Zeihen

Ich lebe gerne in der Schweiz und fühle mich stark mit dem Fricktal verbunden. Unsere Welt, auch diese lokale, ist jedoch sehr komplex und vielfältig. Aus diesem Grund sind einfache Antworten keine Lösung, auch wenn diese gebetsmühleartig repetiert werden. Die Abstimmung vom 14. Juni 2026 «keine 10-Millionen-Schweiz» wiederholt solche einfachen Antworten auf sehr schwierige Fragen. Es gibt keine Personengruppe die für jegliche Schwierigkeiten verantwortlich ist. Das wäre einerseits eine zu einfache Antwort und ist zudem einfach falsch. Nein, wir sind aufeinander angewiesen und voneinander abhängig. Ein Beispiel dafür, ist der allgemeine Fachkräftemangel und im Besonderen beispielhaft der Mangel an Fachkräften im Gesundheitswesen. Auch ist die Initiative nicht, was sie vorgibt zu sein, und verlangt nach Lösungen, ohne solche anzubieten. Es ist nicht so, das privilegierte Personen mit Schweizer Pass vor anderen geschützt würden. Die Folgen der Initiative würden viele in der Schweiz wohnhaften Personen negativ betreffen. So gerieten Löhne und Arbeitnehmerrechte weiter unter Druck und würden nicht, wie die Initiative in Aussicht stellt, geschützt. Die Initiative ermöglicht aber einer rücksichtslosen Wirtschaft, Menschen auszunutzen und ihre Rechte in Bezug auf Arbeit und Familie zu beschneiden. Auch beim Thema Wohnraum bietet die Initiative keine Lösungen. Es sind nicht Personengruppen, die Wohnungen füllen, aber spekulierende Konzerne, die ihre Kassen, und leider auch unsere Pensionskassen, füllen. Eine Initiative, die Fremdenfeindlichkeit bewirtschaftet, um schlussendlich einzig neoliberale Interessen zu erfüllen, bietet kein Schutz. In einer globalen Welt, in der egoistische Machtkämpfe auf dem Rücken von vielen ausgetragen werden, wünsche ich mir eine Schweiz, die gemeinsam nach echten und komplexen Lösungen sucht. Aus diesen Gründen lehne ich die Initiative am 14. Juni 2026 überzeugt ab und freue mich über jedes weitere Nein.