Von Stefan Treier, Wohlen, früher Effingen
Herr Martin Troller stösst sich an meinen kritischen Äusserungen in fricktal.info zum Zertifikat und zur Zertifikatspflicht im Covid-Gesetz. Dabei nimmt er materiell aber unwesentlich Stellung zu den von mir aufgezeigten Fakten, u.a. welche, die gegen das Zertifikat und dessen Pflicht gerichtet sind. Er möchte eine bessere Lösung vernehmen.
Vergessen Sie bitte nicht, dass derzeit viele Gastrobetriebe zufolge Zertifikatspflicht zum Teil massive Einbussen verzeichnen. Für mich ist zudem unverständlich, dass Herr Troller nicht einsieht, dass der Bundesrat mit der Zertifikatspflicht die Grundlage für eine Zweiklassengesellschaft gelegt hat. Auch wenn der Bundesrat (so Herr Troller) «sich mit seinen Beratern alle erdenkliche Mühe gibt, die Pandemie in Griff zu bekommen», sind viele Entscheide des Bundesrates und seines Teams halt leider wirklich nicht gerade das «Gelbe vom Ei». Es gäbe Einiges aufzuzählen, was den Rahmen eines Leserbriefes sprengen würde. Der Bundesrat sollte sich vermittelnd engagieren und nicht befehlend oder gar widersprüchlich. So hiess es in Bern doch vor einiger Zeit, es gäbe kein Impf-Obligatorium. De facto besteht eben doch ein solches Zwangsinstrument, wenn auch «nur» indirekt, was für die Betroffenen allerdings genau dieselbe Wirkung hat. Es gibt landesweit genügend Beispiele. Herr Troller scheint schon «sehr gutgläubig» zu sein, wenn er einer Vorlage zustimmt, welche unzählige «Der Bundesrat kann»-Formulierungen enthält, welche immerhin während zehn Jahren gültig sein sollen. Mit dieser Blanko-Vollmacht gibt der Souverän sein Mitspracherecht aus der Hand und gleichzeitig auch dasjenige des Parlamentes. Das habe ich in meinen ersten Leserbrief schon angesprochen. Ebenso sollte der Bundesrat die Eigenverantwortung der Bürgerschaft respektieren und damit auch, dass es halt wirklich in der Corona-Angelegenheit aus guten Gründen verschiedene Ansichten geben kann.
Nun zur besseren Lösung: Bund und Kantone können einen freiwilligen Ausweis für Auslandreisen als Dienstleistung für die Bürgerschaft anbieten. Reisen sind in der EU und weiten Teilen der Welt auch ohne das Zertifikat möglich. Es wird ein Nachweis über «getestet oder geimpft» benötigt. – Meine kritischen Äusserungen zum Zertifikat haben durch die Entgegnung von Herrn Troller keine «Entwertung» erfahren. Ich bleibe beim «Nein». – Ich wünsche ihm beste Gesundheit, wozu das medizinisch haltlose Zertifikat wirklich keine Rolle spielt.