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Die Nachhaltigkeitsinitiative führt weder zum Chaos noch ist sie radikal (Leserbrief)

Von Walter Jucker, Rheinfelden

Am 14. Juni steht die Initiative «Keine 10-Millionen Schweiz» zur Abstimmung. Da ein knappes Resultat erwartet wird, brauchen die Gegner gerne Rundumschläge wie «chaotisch» oder «radikal». Diese Adjektive sind aber nicht angebracht. Keine einzige Person muss die Schweiz verlassen, sofern sie sich nichts zu schulden hat kommen lassen. Es ist sogar ein kleines Wachstum bei den ausländischen Arbeitskräften möglich. Auch das Initiativkomitee weiss, dass wir auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen sind. Die Nebenwirkungen des ungebremsten Zustroms sind aber unübersehbar. Die Züge und die Bahnhöfe wie auch die Autobahnen sind heute schon überfüllt. Ein Ausbau von Verkehrswegen ist praktisch kaum mehr möglich, weil schlicht geeignete und verfügbare Parzellen für den ökologischen Ausgleich fehlen. Auch verdichtetes Bauen ist kein Allerweltsmittel. Je mehr Leute auf engem Raum leben, desto wahrscheinlicher werden zwischenmenschliche Probleme. Die Zahl der Delikte steigt exponentiell, nicht linear zur Bewohnerdichte.

Als langjähriges Geschäftsleitungsmitglied weiss ich, dass Geschäftsziele bei gutem Wachstum problemlos zu erreichen sind. Produktivitätsfortschritte und Effizienzgewinne haben wir aber primär in Phasen ohne Wachstum erzielt. Mit einer guten Strategie kann eine Firma auch bei geringerem Wachstum erfolgreich sein. Die Nachhaltigkeitsinitiative wird uns Mühsal kosten, uns aber langfristig robuster machen. Daher stimme ich aus Überzeugung Ja.