Von Fritz Freiermuth, aktiver Zeininger und Bauingenieur im Ruhestand
Die Projekt-Gegner wollen beim Mehrzweckgebäude in Zeiningen die Kosten bei Tiefbauarbeiten reduzieren, indem sie auf eine Unterkellerung verzichten. Sie möchten lieber eine Aufstockung vornehmen. Mit diesem Vorschlag würde – gemäss ihren Aussagen – das teure Entsorgungsproblem mit dem schadstoffbelasteten Aushubmaterial gelöst.
In den Aussagen des Referendumskomitees gibt es sehr viele Argumente, welche unüberlegt und falsch sind. Ein treffendes Beispiel dafür betrifft die oben erwähnte Unterkellerung. Auf der vorliegenden Bauparzelle, wo das Gelände von der Haldengasse bis zum geplanten Bauende des MZG ca. 2,50 Meter – also ungefähr eine Kellertiefe – abfallend ist, bietet sich der Bau eines Kellergeschosses geradezu an. Ein Querschnitt zeigt deutlich: mit dem «halben Aushub gewinnt man einen ganzen Keller»! Das kann man auch beim Begehen oder Befahren der Haldengasse feststellen, wenn man nicht von einem unsachlichen und unrealistischen Kostendach geblendet ist. Übrigens haben das schon die Zeininger Vorfahren bemerkt, denn alle Gebäude an der unteren Haldengasse (Hermes, Ex-Herzog, Merz) haben ein Kellergeschoss! Es käme einem Schildbürgerstreich gleich, wenn statt des «halben Aushubes» das halbe Gebäude mit teurem Auffüllmaterial (Wandkies) unterfüllt werden müsste. Mit dem Weglassen der Unterkellerung zu Gunsten einer hypothetischen Aufstockung können keine Baukosten eingespart werden!
Mit Falschaussagen Panik machen?
Im selben Leserbrief wird auch angeführt, dass die Tiefbauarbeiten die höchsten Kosten bei Bauvorhaben auslösen. Diese Behauptung trifft überhaupt nicht zu. Klar können in schwierigem Gelände teure bautechnische Massnahmen wie Baugrubensicherung, Wasserhaltung etc. erforderlich werden – nicht aber im vorliegenden Bau des MZG. Es liegen fachtechnische Berichte vor, welche Massnahmen in dieser Hinsicht ausschliessen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass gemäss den Berichten der Baugrund für die Tragfähigkeit des Gebäudes gestärkt werden muss. Diese Massnahmen kämen aber auch beim Bau mit dem Kostendach zum Tragen.
Das angesprochene Problem mit der Entsorgung des belasteten Aushubmaterials ist ebenfalls leicht zu entkräften. Die Planer und Behörden liessen den Boden sehr sorgfältig untersuchen. Das Ergebnis aus diesen fachtechnischen Untersuchungen und Berichten zeigt auf, dass das Aushubmaterial so gering belastet ist, dass es an Ort wieder eingebaut werden darf oder in einer Aushubdeponie für unverschmutztes Material abgelagert werden kann. Ein Blick in die Projektunterlagen hätte somit allen diese peinliche Falschaussage und unnötige gezielte Panikmache erspart.
Mit meinen Fakten zum Thema Tiefbau kann leicht aufgezeigt werden, wie unsachlich von der Gegenpartei argumentiert wird.
Ein Grund mehr, die Behörden und das Planerteam vertrauensvoll zu unterstützen und am 3. März ein überzeugtes Ja zum Baukredit in die Urne zu legen.