Von Markus Thüer, Rheinfelden
Die Schweiz ist ein reiches und – abgesehen von den Berggebieten – sehr dicht bevölkertes Land. Die Natur ist auch reich, sie benötigt aber Raum, um ihre Stärken auszuspielen. Daraus resultiert naturgemäss ein Zielkonflikt um die begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen.
Was der Quadratmeter kostet, wissen wir gut. Den Wert ökologisch nützlicher Flächen bzw. ihres Fehlens anzugeben, ist viel schwieriger. Die Entwicklung unserer Umwelt zeigt aber deutlich, dass wir ihr zu wenig Wert zumessen (ausgeräumte Landschaften, mangelndes Grün in den Siedlungen, eingedolte Bächlein, Schadstoffe in Böden und Gewässern etc.)
Der immense Druck auf die Natur ist in der Schweiz besonders stark ausgeprägt: Im europäischen Vergleich haben wir am wenigsten geschützte Flächen, die Schweiz hat die längste rote Liste der bedrohten Tierarten, ein Drittel unserer Kulturlandvögel ist vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden –die Liste kann fast beliebig erweitert werden. Natürlich wird dagegen eingewendet, dass mehr Flächen für die Natur die Kulturlandfläche und damit die Nahrungsmittelproduktion beeinträchtigen. Dieser Einwand muss aber stark relativiert werden: Zum einen geht es ja gerade um eine Aufwertung dieser Flächen, zum anderen gilt aber auch: Schon je, selbst zur Zeit des «Plan Wahlen» im zweiten Weltkrieg, als unser Land erst 4,5 Millionen Einwohner zählte und jeder Sportplatz zum Kartoffelacker umgewandelt wurde, musste die Schweiz rund einen Drittel der Nahrungsmittel durch Import beschaffen. Heute ist das nicht wesentlich anders. Lebensmittel kann man importieren – Lebensraum nicht.
Geben wir der Verbesserung unseres Lebensraums eine Chance: Stimmen wir ja!