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Bahnhofareal Kaiseraugst - Urnenabstimmung (Leserbrief)

Von Helen Gysin-Degen, Kaiseraugst

Ende Januar – pünktlich zur Abstimmung über die Umzonung des Bahnhofareals – flatterte eine Entschuldigung der Firma Thommen wegen eines weiteren grossen Brandes in alle Briefkästen. Darin wird erwähnt, der Geschäftsführer sei Arzt. Gerade ein Arzt sollte doch ein besonderes Interesse daran haben, dass es den Anwohnerinnen und Anwohnern gut geht. Doch das Gegenteil ist der Fall: An schönen Tagen müssen wir im Haus bleiben – wegen des enormen Lärms, des Modergestanks, des starken Lastwagenverkehrs und anderer Belastungen.
Der Brand Ende Januar hat deutlich sichtbare Spuren hinterlassen: Ölverschmierungen an den Fenstern, Russ, Dreck – und das bei einem Unternehmen, das mitten im Dorf tätig ist.
Es stimmt einfach nicht, dass Thommen seit über 70 Jahren gleich funktioniert. Vor 70 Jahren war das Areal eine einfache Grube, eine Art Abfallhalde. Noch vor 60 Jahren spielten dort Kinder. In den letzten 10 bis 15 Jahren jedoch ist das Unternehmen enorm gewachsen. Damit verbunden ist eine starke Zunahme an Zufuhr- und Abfuhrverkehr – vor allem über den Gstaltenrain.
«Recycling» klingt für viele nach etwas Gutem – ein Begriff, den man gern hört. Doch die Realität ist eine andere: Lastwagen fahren teilweise offen durch die Strassen und wirbeln Staub und leichte Metallteile in die Umwelt. Täglich sind wir dem Lärm der Krane ausgesetzt, die Waren mit lautem Getöse auf- und abladen. Wo noch vor wenigen Jahren ein Lager stand, befinden sich heute schwere Maschinen – sogenannte Zertrümmerungsbagger – sowie meterhohe Haufen aus Metallabfall.
Die Firma Thommen sagt, es sei «schön, hierzubleiben». Doch wer will schon einen Altstoffhandel mitten im Dorf? Unsere Familie lebt nun in der fünften Generation am Gstalten – und wir möchten das Leben draussen genauso geniessen können wie andere Steuerzahlende in Kaiseraugst.
Uns wurde versprochen, es werde alles besser. Geschehen ist wenig bis gar nichts. Der Lärm ist nach wie vor enorm. Ruft man bei der Firma an, wird man vertröstet – oder das Telefon wird gar nicht erst abgenommen, wenn der Name auf dem Display erscheint.
Einige glauben, Thommen sei «schon immer da gewesen». Doch es gibt Familien – wie unsere –, die sind schon länger hier. Es ist Zeit, den ersten Schritt zu tun und mit einem Ja zur Bahnhofzone ein Zeichen zu setzen.