Von Rolf Baumgartner, Kaiseraugst
Wie soll die Bahnhofszone in Kaiseraugst in 20 Jahren aussehen? Grün, lebhaft und einladend oder grau, stinkend und lärmig? Eine Annahme des Referendums ist eine grosse Chance für die Gemeinde, aber auch für die Firma Thommen. Für die Gemeinde wäre die Entwicklung des Bahnhof-Areals langfristig eine sehr gute Perspektive, den nördlichen und südlichen Dorfteil zu verbinden und die Firma Thommen könnte z.B. im Industriegebiet einen modernen, zeitgemässen Vorzeigebetrieb realisieren. Investieren muss die Firma so oder so, denn die Lärmgrenzwerte werden seit über zwölf Jahren nicht eingehalten und die Luftemissionen sind stark erhöht.
Der Gemeinderat hat sich in den letzten 15 Jahren bemüht, eine nachhaltige Lösung mit der Firma Thommen zu finden. 2020 war man sich grundsätzlich einig über eine mittelfristige Umsiedlung ins Industriegebiet Rinau. Doch gab es dann kurz vor Vertragsabschluss völlig unverständlich einen Rückzug der Firma Thommen. Wenn 15 Jahre Dialog nichts bringen, muss ein anderer Weg eingeschlagen werden. Grenzwerte müssen für alle gelten.
Bei einem «Ja» zur Umzonung müssen die Gespräche zwischen der Firma Thommen, der Gemeinde und dem Kanton intensiviert werden, um mittel-/langfristig eine Lösung für die lärmintensiven Geschäftsbereiche zu finden. Die Firma Thommen hätte Besitzstand, könnte aber keine neuen Gebäude errichten.
Der Grossbrand im Januar, wo ein Metallteil 200 Meter weit geschleudert wurde und ein Dach eines Wohnhaus beschädigt hat, aber auch der Brand vor wenigen Wochen haben gezeigt, dass ein Recycling-Unternehmen in der Dorfmitte suboptimal und ein Sicherheitsrisiko ist.
Deshalb «Ja» zu einem attraktiven Bahnhofgebiet, mit Wohn- und öffentlichen Bauten, Grünflächen und Geschäftsbauten, «Ja» zu einer Umsiedlung der lärmintensiven Geschäftsbereiche der Firma Thommen z.B. ins Kaiseraugster Industriegebiet.