(pro) Das Damenteam des Volleyballclubs Stein (VBC) erlebte nach dem Ligaabstieg einen starken personellen Aderlass, der dessen Fortbestand existenziell gefährdet. Der Vorstand geht unkonventionelle Wege, sogar über die Landesgrenze hinaus, damit es wieder aufwärts geht, denn mit rund 60 Nachwuchsspielerinnen besteht eigentlich eine gute Basis für eine prosperierende Zukunft.
«Mit der erfolgreichen Mädchenschar, die unser Aushängeschild war, haben wir eine zeitlang schöne Höhenflüge erlebt. Das Team war vor zwei Jahren U17-Aargauer-Meister und qualifizierte sich dreimal für die Schweizer Meisterschaft. Aber mit dem Abstieg in die 4. Liga haben einige langjährige talentierte Spielerinnen aus verschiedensten Gründen das Team verlassen», bedauert Andrea Porriciello, die seit fünf Jahren Präsidentin des Volleyballclubs Stein (VBC) ist. Wegen diesen Abgängen hat das Damenteam nun eine kritische Grösse erreicht, die keine Absenz mehr verkraftet, um Ligaspiele bestreiten zu können. Die Situation ist ungemütlich. «Wir holen den VBC aus dieser Krise heraus. Wir werden in keinem Fall aufgeben und wenn ich selber nochmals im Team aushelfen müsste», betont Andrea Porriciello mit resoluter Entschlossenheit. Sie spielte schon bei der Gründung des Vereins 1992 als aktive Spielerin mit und betätigt sich zudem seit 2010 als Trainerin. Auch ihre beiden Töchter hätten sich dem Volleyball verschrieben, erzählt die 48-Jährige.
Volleyball ist ein Selbstläufer
«Es ist eine Krux. Eigentlich ist Volleyball im Moment ein Selbstläufer. Ab dem 7. Altersjahr laufen uns die Mädchen ohne grosse Werbung zu», freut sich die Volleyballbegeisterte. Früher sei der Aufwand für die Rekrutierung sehr aufwändig gewesen mit dem Verteilen von Flyern, persönlicher Werbung und Elternbesuchen. Auch wurde der Turnunterricht in der Schule besucht, um Kindern das Volleyballspielen zu lernen und für den Beitritt zum VBC zu animieren. «Wir haben ein gutes Gerüst an Nachwuchsspielerinnen in den Kategorien Kids/U13 und U15, wo Manuela Werner als Trainerin einen ausgezeichneten Job macht. Einige Jahre hatten wir sogar zwei Teams, die in der Liga spielten; der Verein ist finanziell gesund», betont die Kassierin Pascale Dillier. «Bei uns machen rund 60 Jugendliche mit und ein weiteres Dutzend über dem 18. Altersjahr. Auch die Plauschgruppe «just4fun» ist recht aktiv und wir haben ein geselliges Vereinsleben. Trainiert wird montags in der Turnhalle in Mumpf und donnerstags im Sportcenter Bustelbach in Stein», fügt sie an.
Fühler nach Bad Säckingen ausgestreckt
Weil Stein an der Schule keine Oberstufen mehr habe und die Jugendlichen nun auswärts zur Schule müssten, verliere der VBC viele ältere Mädchen, wo zudem die Gruppendynamik den negativen Effekt noch verstärke. Deshalb werde es wieder interessanter, wenn die Mittelschule installiert sei, wo entsprechend ältere Girls am Ort zu finden seien. Zudem gäben auch die neue Dreifachhalle und ein Volleyball-Sandplatz neue Anreize, setzt Porriciello Hoffnung in die Zukunft. Das Damenteam, welches sich momentan noch aus sieben Spielerinnen im Alter von 16 bis 24 Jahren zusammensetzt, muss personell verstärkt werden, da ist sich der Vorstand einig. «Keinesfalls werden wir Spielerinnen bei anderen Vereinen in der Region abwerben, aber ältere Neuzugänge sind zur Stärkung bei uns sehr willkommen», bekräftigt sie. Ganz grosse Hoffnung setzt Porriciello in eine Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinaus, genau mit dem Volleyballclub in Bad Säckingen, der Teams in verschiedenen Stärkeklassen hat. «Wir haben in den ersten Gesprächen sehr grosses Interesse erfahren, welches uns Hoffnung auf eine gute Zukunft macht», verrät die Präsidentin einen unkonventionellen Schritt aus dem Aktionsplan. Zudem wird für Interessierte ein Schnupperabend am Donnerstag, 6. Juni, um 19.30 Uhr im Sportcenter Bustelbach offeriert. Am selben Ort schnuppern dürfen auch Plauschvolleyballer am Mittwoch, 5. Juni, um 20 Uhr.