(eing.) Mit dem sportlichen Höhepunkt, den Königsfinals in fünf Disziplinen, ging das Eidgenössische Schützenfest Chur 2026 zu Ende. Olympiasiegerin Chiara Leone wurde mit dem Gewehr 50 m Schützenkönigin – ein Erfolg, dem sie einen ganz speziellen Stellenwert beimisst.
Während eines Monats standen rund 35'000 Schützinnen und Schützen im Einsatz, insgesamt wurden auf dem Hauptschiessplatz in Chur sowie 19 Aussenschiessplätzen rund 2,5 Millionen Schuss abgegeben. Rund 100'000 Besucherinnen und Besucher sowie 5'000 Helferinnen und Helfer machten den grössten Schiesssportanlass der Schweiz zu einem Grossereignis.
Bereits vor dem letzten Tag mit den Königfinals stand Chiara Leone in der Kategorie Gewehr 50m sowohl als Festsiegerin als auch Erstplatzierte im Dreistellungswettkampf (595 von 600 Punkten) fest.
Um den Königsfinal Gewehr 50m zu erreichen, galt es für Chiara Leone bereits am Sonntagmorgen eine grosse Hürde zu meistern. Im Ausstich machte sie jedoch alles klar und erreichte mit dem Tageshöchstresultat von 313.5 Punkten (30 Schuss kniend) locker den Final. Dieser wurde ebenfalls in der Position kniend durchgeführt und entwickelte sich zu einem hochstehenden Wettbewerb. Chiara Leone führte den Final vor den Einzelschüssen an, mehrmals jedoch mit lediglich 0.1 Punkten Vorsprung auf die Verfolger. Sie bestätigte aber ihre Favoritenrolle und sicherte sich die Schützenkrone vor Christoph Dürr und Michèle Bertschi.
«Ich freue mich riesig, dass es heute so gut aufgegangen ist», sagte Leone unmittelbar nach ihrem Sieg. Obwohl die Olympiasiegerin bereits zu den erfolgreichsten Gewehrschützinnen der Welt gehört, misst sie dem Titel als Schützenkönigin einen besonderen Stellenwert bei: «Beim Schiessen ist das in der Schweiz das Höchste. Ein Schützenfest gibt es weltweit nur in der Schweiz – dieser Titel ist tatsächlich seltener als Olympische Spiele. Darauf werde ich in Zukunft sehr stolz sein.
Als Siegerin im Gewehr-50-m-Wettkampf durfte Chiara Leone zudem einen besonderen Preis entgegennehmen: eine Eringerkuh. Das OK des Eidgenössischen Schützenfests Luzern hatte den Lebendpreis eigens für die Schützenkönigin oder den Schützenkönig im 50-m-Wettkampf gestiftet.