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Frick: Chiara Leone holt Bronze in Rio de Janeiro

Frick: Chiara Leone holt Bronze in Rio de Janeiro

(eing.) Historischer Wettkampftag in der Millionenmetropole am Zuckerhut. Die Schweizer Gewehrfrauen liessen es am ISSF Olympia Qualifikationsturnier in Rio de Janeiro krachen: Im Dreistellungswettkampf holte Chiara Leone Bronze und Emely Jäggi Silber sowie einen Quotenplatz für die Olympischen Sommerspiele in Paris.


Gewonnen hat den Wettkampf die Norwegerin Jeanette Hegg Duestad, welche jedoch bereits im Besitze eines Quotenplatzes ist. Insgesamt gab es an diesem Turnier, an welchem insgesamt 80 Schützinnen teilnahmen, zwei Quotenplätze zu gewinnen, jedoch nur einen pro Nation. Somit ging der zweite Quotenplatz nicht an Chiara Leone, sondern an die Viertplatzierte Polin Aleksandra Pietruk. Ohne das angestrebte Ticket blieb im Final der Männer auch Jan Lochbihler.
In der Qualifikation zeigte Chiara Leone eine souveräne Leistung: 198 kniend, und das Punktemaximum von 200 liegend, sprechen für sich. Stehend startete sie mit 98, in der letzten Serie folgten 96 Punkte. So klassierte sich die Frickerin mit dem Total von bärenstarken 592 Punkten auf Rang drei und schaffte so diskussionslos den Sprung in den Final. Beindruckend ist, dass von allen Athletinnen Leone am meisten Mouchen geschossen hat.
Bild 2«Es ist sehr sehr gut gelaufen heute», freute sich Chiara Leone nach dem Wettkampf. «Mein klares Ziel war, das Finale zu erreichen. Schritt eins ist also getan», hält die 25-Jährige fest. Und fügt hinzu: «Ich wusste, dass die Resultate heute hoch sein würden, das hat man schon bei den Männern gesehen. Bei uns hat dann der Wind etwas zugenommen, so habe ich probiert, so viele Punkte wie möglich zu schiessen – vor allem kniend und liegend nicht zu viele zu verlieren.»
Gleich zu Beginn gab es jedoch einen kleinen Dämpfer zu verdauen: «Ich war nervös, und der erste Schuss kniend war eine 9 – ein dummer Fehler. Dafür war ich danach mit den 200 Punkten liegend souverän. Für stehend wusste ich: ein anständiges Resultat – dann reicht es. Das hat mir geholfen.»
Ein unerwartetes Ereignis störte jedoch ihren Rhythmus: «Beim 14. oder 15. Schuss hat eine Französin versehentlich auf meine Scheibe geschossen. Wir haben protestiert, es gab eine kurze Pause für eine Beratung mit der Jury. Das war nicht einfach. Ich wusste: Die letzten fünf Schüsse müssen nun gut sein.» Aber es habe geklappt, sie hätte sich am Ende wieder gut auf den Wettkampf fokussieren können. Aber auch eine weitere Schweizer Schützin liess aufhorchen: Die erst 15-jährige Emely Jäggi beeindruckte durch ihre Konstanz, (195 stehend, 200 liegend, 195 stehend) und klassierte sich mit 590 Punkten auf Rang 8 und erreichte somit ebenfalls einen Finalplatz.
Im Final startete Chiara Leone den Kniend-Teil stark und schoss die erste Serie mit 10.9 Punkten aus. Emely Jäggi hatte zunächst Startschwierigkeiten. In der zweiten Passe taute die Solothurnerin dann auf und beendete die Kniend-Disziplin als Vierte.
Ebenfalls liegend zeigte Leone eine starke Leistung, verteidigte ihren 2. Platz und schoss hohe 10er-Werte, was ihr ihre Kollegin Emely Jäggi gleichtat. Im dritten Teil des Wettkampfs – dem Stehend-Teil – folgten bei Leone einige 9er-Werte, was dazu führte, dass sie ihre Kollegin Emely Jäggi vom zweiten Podestplatz stiess. «Ich war nach dem Final erst etwas enttäuscht, weil ich stehend nicht meine Leistung erbringen konnte und den zweiten Platz verloren habe», sagte Chiara Leone. «Cool war aber, dass ich die Konstanz halten und eine Medaille gewinnen konnte. Wichtig für alle und toll ist, dass Emely den Quotenplatz geholt hat», so Leone weiter.
Damit holten die Schweizerinnen beinahe das Maximum heraus: Die 25-jährige Chiara Leone holte sich die Bronzemedaille, und Emely Jäggi gewann Silber sowie einen Quotenplatz für die Olympischen Sommerspiele in Paris.

Bild1: Chiara Leone mit Trainer Enrico Friedmann.
Bild 2: Chiara Leone
Foto: Jürgen Heise