(wr) Nach einem packenden Königsfinal musste Titelverteidiger Christian Klauenbösch (Bottenwil) den Schützenkönigstitel mit der Pistole 25 m dem Baselbieter Internationalen Adrian Schaub überlassen. Nach 50 Schüssen fehlten dem Westaargauer nur drei Treffer.
Der Präsident der Schützengesellschaft Zofingen hatte sich in den letzten Jahren vermehrt auf seine beruflichen Tätigkeiten als Informatiker konzentriert. Hinzu kamen Rückenprobleme. Aber für die Verteidigung des Schützenkönigtitels von 2021 in Luzern, seinem zweiten nach Aarau 2010, war Christian Klauenbösch auf den Punkt bereit. Im Königsausstich der besten 30 Pistolenschützen auf die 25-m-Distanz meldete er mit dem zweithöchsten Resultat von 288 Punkten seine Ambitionen an. Der Baselbieter Internationale Adrian Schaub schoss mit 289 Zählern das Bestresultat.
Packender Königsfinal
Im Königsfinal der besten acht Pistolenschützen zählten nur noch die Volltreffer. Klauenbösch startete wie die Feuerwehr in die zehn Fünferpassen. Mit 12 Treffern aus den ersten 15 Schüssen lag er um eine Einheit vor Schaub. Dieser reagierte meisterlich und wendete das Blatt. Doch der 34-jährige Bottenwiler liess sich nicht distanzieren und blieb bis zur siebten Serie um einen Punkt dran. Hinten holte der Luzerner Alex Huber mit einem Zwischenspurt auf, musste sich jedoch nach 45 Schüssen mit 24:25 Treffern zu Klauenbösch mit Bronze begnügen. In den letzten fünf Schüssen liess Schaub nichts mehr anbrennen und siegte mit 30:27 Treffern gegenüber Klauenbösch.
Im Schatten von Klauenbösch hatte auch Rückkehrerin Tamara Lauber-Vock eine starke Leistung gezeigt. Die Sarmenstorferin qualifizierte sich auf Rang 4 im Ausstich für den Final und beendete diesen als Sechstklassierte.
Rolf Denzler im Final zu wenig nervenstark
Mit dem Sportgewehr auf die 300-m-Distanz meldete der Hallwiler Altmeister Rolf Denzler seine Ambitionen im Königsausstich deutlich an. Der Seetaler Routinier schoss 290 Punkte und dominierte damit diese Konkurrenz. Im Königsfinal der besten Acht begann die Entscheidung um den Schützenkönigstitel wieder bei null. Mit 47,9 Punkten aus den ersten 5 Schüssen setzte sich Denzler sogleich unter Druck. Zwar gelang ihm darauf eine Steigerung. Doch mit dem Messer am Hals liess die Treffsicherheit wieder nach, und Rolf Denzler musste sich mit Rang 5 begnügen. Die Buttwilerin Bettina Bereuter kam als Siebtklassierte in den Königsfinal. Diesen Rang behauptete sie im Final. Zwei Zähler fehlten ihrem Mann Rafael Bereuter, Schützenkönig im Jahr 2015, nach dem Ausstich für den Endkampf.
Gleich zwei Aargauer qualifizierten sich für den Königsfinal mit dem Sturmgewehr 90. Hans Schumacher schoss zwar gut, aber ein Quäntchen Präzision fehlte, um in den Medaillenkampf eingreifen zu können. Auch für den Routinier der SG Lauffohr gabs somit Rang 5. Der Gansinger Martin Weiss zeigte sein Potenzial mit der Finalqualifikation ebenfalls auf. Sein 7. Schlussrang ist ein beachtlicher Erfolg. Keinen Finalplatz gabs mit dem Sturmgewehr 57. Hier waren Walter Schumacher mit Rang 33 und Stefan Mathis als 42. die beiden Aargauer Teilnehmer am Königsausstich.
Königstitel für Chiara Leone
Bleibt aus Aargauer Sicht der mit Wehmut behaftete Hinweis, dass die aus Frick stammende Olympiasiegerin Chiara Leone souverän den eidgenössischen Schützenkönigstitel mit dem Kleinkalibergewehr auf die 50-m-Distanz holte. Die einstige Aargauer Schützin schiesst inzwischen für Balsthal und damit den Kanton Solothurn.