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Wasserstrategie des Kantons Aargau – Ein ganzheitlicher Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser

(pd) Wasser ist eine unverzichtbare Ressource und wird von Bevölkerung und Wirtschaft für verschiedene Zwecke genutzt – etwa als Trinkwasser sowie für Bewässerung, Industrieanlagen und die Energiegewinnung. Auch der Wasser- und Auenkanton Aargau steht vor der grossen Herausforderung, diese Ressource angesichts des Klimawandels und des zunehmenden Siedlungsdrucks langfristig und nachhaltig zu nutzen und zu schützen. Deshalb hat der Regierungsrat den ersten Teil einer kantonalen Wasserstrategie mit Grundsätzen, Zielen und Handlungsfeldern verabschiedet.

Die Strategie wurde in einem breiten partizipativen Prozess mit allen betroffenen Akteuren in- und ausserhalb der Verwaltung erarbeitet. Der Massnahmenplan, der zweite Teil der Wasserstrategie, folgt voraussichtlich bis 2027.

Der Kanton Aargau liegt im Zentrum des Wasserschlosses Schweiz
Mit Aare, Rhein, Reuss und Limmat prägen vier grosse Flüsse das Kantonsgebiet und bilden die Grundlage für eine vielfältige Wassernutzung. Dieser ausgeprägte Wasserreichtum charakterisiert den Kanton Aargau mit seinen ökologisch wertvollen Flusslandschaften als Wasser- und Auenkanton schlechthin. Dies ist ein zentrales Merkmal des Aargaus und zugleich eine Verpflichtung. Der Aargau steht vor der Herausforderung, die Ressource Wasser angesichts des Klimawandels und zunehmendem Siedlungsdruck nachhaltig zu nutzen und zu schützen. Wasser ist eine unverzichtbare Ressource für alles Leben und wird von der Bevölkerung und der Wirtschaft für verschiedene Zwecke genutzt – etwa als Trinkwasser sowie für Bewässerung, Industrieanlagen und Energiegewinnung. Die vielfältigen Ansprüche führen jedoch zu Konflikten zwischen den verschiedenen Nutzungsinteressen.
Der Regierungsrat geht diese Herausforderung aktiv an. Im Entwicklungsleitbild 2025–2034 hat er für den Bereich «Umwelt» unter anderem folgende Stossrichtung festgelegt: «Der Kanton setzt ein integrales Wassermanagement um. Im Fokus steht ein sorgsamer Umgang mit Wasser, um eine ausreichende Menge und hohe Qualität für alle Nutzenden langfristig sicherzustellen.» Zudem hat der Grosse Rat den Entwicklungsschwerpunkt «Ganzheitliche kantonale Wasserstrategie» beschlossen.

Partizipative Erarbeitung der Ziele und Handlungsfelder
Auf dieser Basis hat das zuständige Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) eine kantonale Wasserstrategie erarbeitet – als Massnahme der vom Regierungsrat kürzlich aktualisierten Klimastrategie und in einem breiten partizipativen Prozess gemeinsam mit allen betroffenen Akteuren in- und ausserhalb der kantonalen Verwaltung. Nun hat der Regierungsrat den ersten Teil der Strategie mit der Vision, den Zielen und den Grundsätzen beschlossen. Eine ergänzende Beilage präzisiert die Handlungsfelder, legt Stossrichtungen fest und bietet Fachpersonen konkrete Umsetzungsvorschläge. Die Strategie soll eine langfristige und nachhaltige Lösung für die erwähnten Herausforderungen bieten, die im Umgang mit der Ressource Wasser im Kanton Aargau auftreten. Sie fokussiert auf Effizienz, Wirkung und Zusammenarbeit und schafft eine konsistente strategische Grundlage für einen zukunftsgerichteten, ganzheitlichen Umgang mit Wasser. Welche Rolle dem Wasser zukommt, zeigt sich aktuell an der anhaltenden Trockenheit und extremen Hitzewelle, welche durch ebenso aussergewöhnliche Starkniederschlagsereignisse unterbrochen wird.

Ziele und Handlungsfelder
Für die Wasserstrategie wurden folgende übergeordneten Ziele festgelegt:
• Ganzheitliche und verantwortungsvolle Betrachtung der Ressource Wasser anstelle einer nutzerspezifischen Sichtweise
• Sorgsamer Umgang mit der Ressource Wasser und Sensibilisierung für den Wert unseres Wassers
• Sicherstellung einer ausreichenden Menge und einer guten Qualität für Mensch, Tier, Umwelt und Wirtschaft sowie die Sicherstellung einer gerechten Verteilung der Ressource Wasser
• Proaktive Lösungen für den Umgang mit zu viel oder zu wenig Wasser (beispielsweise Schaffung von Wasserspeichern nach dem Schwammstadt- und Schwammlandschaft-Prinzip)
Auf der Basis dieser Ziele beschreibt die Strategie sieben Handlungsfelder:
• Wasserversorgung: Die Wasserversorgung wird unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Qualitätsanforderungen für alle Anspruchsgruppen sichergestellt.
• Wasserqualität der Oberflächengewässer und des Grundwassers: Die ökologische Qualität und Nutzbarkeit der Aargauer Grund- und Oberflächengewässer bleibt erhalten; Stoffbelastungen und Wassererwärmung liegen auf einem verträglichen Niveau und ermöglichen die Wassernutzung sowie den Schutz aquatischer Lebensgemeinschaften.
• Umgang mit Trockenheit und Hochwasser: Die Bewältigung von Hochwasser- und Trockenheitsereignissen ist auf die künftigen Herausforderungen ausgerichtet und erfolgt koordiniert und effektiv.
• Energetische Nutzung des Wassers: Die energetische Nutzung des Wassers trägt zum Erhalt der Versorgungssicherheit sowie zum Ersatz fossiler Energieträger bei und berücksichtigt die ökologische Tragbarkeit.
• Wasser für Landwirtschaft und Industrie: Der Kanton fördert eine effiziente und nachhaltige Wassernutzung in Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe und entwickelt dazu die bestehenden Rahmenbedingungen weiter.
• Gewässer und Feuchtgebiete als Lebensräume: Die Erhaltung, Revitalisierung und ökologische Aufwertung von Gewässern und Feuchtgebieten sichern ihre Funktionen und stärken die Klimaanpassung.
• Wasserrückhalt und Wasserspeicherung: Nachhaltige Rückhalt- und Speichermassnahmen stärken den natürlichen Wasserkreislauf, sichern die Versorgung und fördern eine klimaangepasste Siedlungs- und Landschaftsentwicklung.

Zweiter Teil der Strategie im 2027
Der zweite Teil der Strategie wird voraussichtlich bis 2027 erarbeitet. Er umfasst den Massnahmenplan, der auf den genannten Handlungsfeldern, Stossrichtungen und Zielen des ersten Teils der Wasserstrategie aufbaut. Er konkretisiert die kantonalen Handlungsmöglichkeiten in Projekten, Meilensteine und Zuständigkeiten, bindet externe Akteursgruppen ein und wird regelmässig aktualisiert.