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 Der CH-Kleber auf dem Auto-Heck ist im Ausland unverändert Pflicht. Ohne droht eine Busse. Foto: iStock

Vom CH-Kleber bis zur Umweltplakette − So wird das Auto ferienfit

(agvs) Sommerzeit ist Ferienzeit. Doch vor dem Ausflug ins Ausland will das Auto erst mal in der Garage ferienfit gemacht sein – und dann ist da die Ausrüstung: Brauche ich die Grüne Karte, einen CH-Kleber, Warnwesten oder sogar einen Internationalen Führerschein oder eine Umweltplakette?

Der praktische Ferien-Check, den sehr viele AGVS-Garagen anbieten, ist quasi das Fitnessprogramm für Autos vor der Auslandsfahrt. Ob Flüssigkeitsstände oder Reifendruck, Bremsen oder Starterbatterie (die in der Sommerhitze leidet) und vieles mehr: Die Profis erkennen und beheben potenzielle Pannenursachen. Doch obendrein muss die Ausrüstung stimmen – sonst wird es im Ausland teuer. Der AGVS erläutert hier Grüne Karte, CH-Schild, Warnweste, Internationalen Führerschein und Umweltzonen der Nachbarländer.

Die Grüne Karte
Früher zählte die Grüne Versicherungskarte als Nachweis der Autohaftpflichtversicherung zu den üblichen Dokumenten auf Auslandsreisen mit dem Auto. Heute reicht in der EU das Kontrollschild als Nachweis, weshalb die Grüne Karte – die heute in der Regel weiss statt grün ist – kaum mehr mitgeführt wird. Doch Achtung: Es gibt durchaus Länder, in denen sie noch Pflicht ist, etwa in Albanien, Bosnien-Herzegowina oder in der Türkei. In anderen Ländern wird sie empfohlen – etwa in Grossbritannien oder Italien. Tipp: Weil die Grüne Karte (Gültigkeit maximal fünf Jahre) Polizeikontrollen und vor allem die Schadenregulierung stark vereinfacht und bei der Autoversicherung gratis zu bestellen ist, sollte sie wie auch ein Europäisches Unfallprotokoll (gibt es ebenfalls bei Versicherungen) im Ausland einfach stets im Auto mitgeführt werden.

Der CH-Kleber
Das Landeskennzeichen – also CH-Schild – ist nicht innerhalb der Schweiz, wohl aber auf Auslandsfahrten auch heute noch Pflicht. Übrigens nicht nur laut dortigen, sondern auch laut hiesigen Gesetzen. Denn anders als etwa das Länderkürzel in EU-Kontrollschildern gilt unser Schweizerkreuz im hinteren Kontrollschild nicht als Ersatz. Je nach Land wird die Fahrt ohne das Kürzel für Confoederatio Helvetica oft toleriert, kann aber auch gebüsst werden und kostet dann zum Beispiel in Deutschland (Bussen eher selten) 10 Euro oder in Italien (Bussen häufig) ab unter 60 bis über 300 Euro. Wichtig: Kleinere Varianten als der Standardkleber (17,5 mal 11,5 Zentimeter) reichen nicht. Tipp: Magnet-CH-Schilder ersparen das Aufkleben und Abziehen eines Klebers und kosten meist fünf bis zehn Franken. Zuvor sollte die AGVS-Garage konsultiert werden, ob das Heck des Autos genug magnetische Metallflächen bietet: Oft dominiert dort Plastik oder Aluminium.

Die Warnweste
Hierzulande sind Warnwesten nicht obligatorisch, doch im Ausland sind sie oft ebenso Pflicht wie das auch in der Schweiz und Liechtenstein vorgeschriebene Pannendreieck. Eine prima Länderübersicht zu der im Ausland geforderten Ausrüstung (etwa Warntafeln für Heck-Veloträger) bietet der Touring Club Schweiz (tcs.ch). Die grossen Nachbarländer im Warnwesten-Check: In Deutschland und Österreich geht es auch ohne. In Frankreich und in Italien ist eine Warnweste pro Fahrzeug Pflicht. Bei Aufenthalt auf der Fahrbahn ausserorts muss jede Person eine Warnweste tragen; in Frankreich nachts und bei schlechter Sicht und in Italien immer. Busse sonst: Frankreich ab 90, Italien 42 bis 168 Euro. Tipp: Warnwesten erhöhen auch bei uns die Sicherheit und sollten stets an Bord sein; sie sind auch in vielen AGVS-Garagen günstig erhältlich.

Der Internationale Führerschein
Ähnlich wie die Grüne Karte war der Internationale Führerschein früher vielerorts ein Muss. In Europa ist er dies nicht mehr, wenngleich für manche Länder (etwa Russland) empfohlen. In Übersee jedoch ist er nach wie vor oft Pflicht oder mindestens bei Kontrollen nützlich. Gut zu wissen: Der Internationale Führerschein ist keine Fahrtberechtigung, sondern nur in Kombination mit dem «normalen» Führerausweis gültig und quasi eine Übersetzung. Ausländische Behörden können so die Gültigkeit des nationalen Führerausweises und dessen Ausweiskategorien nachvollziehen. Erhältlich für meist 15 bis 45 Franken (je nach Kanton) und drei Jahre gültig, sollte der Internationale Führerschein mindestens auf anderen Kontinenten dabei sein.

Die Umweltplakette
Früher waren nur die mautpflichtigen Autobahnen in vielen Ländern zu beachten. Heute will obendrein für Umweltzonen eine Plakette ins Auto geklebt oder online gelöst sein. Ein Blick auf die grossen Nachbarn: Für Österreich ist keine Massnahme nötig. In Deutschland gibt es heute 37 Umweltzonen (in Grenznähe etwa Freiburg im Breisgau), für die eine grüne Klebe-Umweltplakette am Auto sein muss, die zum Beispiel via TCS bezogen werden kann. Ohne kostet es 100 Euro. In Frankreich ist es bereits komplexer: Für die national gültigen, online erhältlichen Crit’Air-Plaketten stellt jede der über 40 Umweltzonen eigene Regeln auf, wo welche Plakette reicht. Ohne sind ab 68 Euro fällig. Tipp: Teils gibt es für nicht plakettenberechtigte Autos Sondertickets, wie etwa in Strasbourg. Sehr unübersichtlich ist die Situation in Italien. Es existieren hunderte ZTL-Zonen (teils Umwelt-, teils Einfahrtsverbotszonen) – und jede hat eigene Regeln, für die dann online eine Bewilligung gelöst werden will. Auf Toleranz zu hoffen, kann nach hinten losgehen: Teils wird kamerabasiert automatisch gebüsst, etwa in Florenz. Busse je Einfahrt: 87 Euro plus Gebühr. Tipp: Hotels in Umweltzonen kennen die Regeln und organisieren Gästen oft vorab die entsprechende Bewilligung.

Bild: Der CH-Kleber auf dem Auto-Heck ist im Ausland unverändert Pflicht. Ohne droht eine Busse. Foto: iStock