(vs) Wie schön wäre es, wenn eines der besten Mittel gegen den Alltagsstress in Stadtparks zu finden wäre? Tatsächlich ist das der Fall, denn die Wissenschaft bestätigt: Vögel zu beobachten und ihnen zuzuhören, ist gut für die Gesundheit, wie die Vogelwarte Sempach mitteilt.
Eine im Mai 2026 veröffentlichte Studie der Universität Tübingen belegt: Wenn man während eines 30-minütigen Spaziergangs in einem Stadtpark dem Vogelgesang lauscht, sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol um fast 40 Prozent, der Blutdruck geht zurück und positive Emotionen nehmen um mehr als 20 Prozent zu.
Diese Ergebnisse bestätigen den Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Vogelbeobachtung, wozu es viele Studien gibt. Forschende der Universitäten Senckenberg und Kiel beispielsweise haben anhand einer Stichprobe von mehr als 26 000 Erwachsenen aus 26 europäischen Ländern nachgewiesen, dass Personen, in deren Umgebung es eine grosse Vogelvielfalt gibt, deutlich zufriedener mit ihrem Leben sind. Den Untersuchungen zufolge ist das durch diese Vielfalt hervorgerufene Glücksgefühl in seiner Intensität sogar mit einer Gehaltserhöhung vergleichbar.
In der Schweiz unterstreicht der Nationale Gesundheitsbericht 2025 die Zusammenhänge zwischen der Natur in unserer Umgebung und psychischer Gesundheit. Das zeigt, wie wichtig es ist, unsere Vogelwelt in städtischen und stadtnahen Gebieten zu fördern – schliesslich dient es auch unserem Wohlbefinden. Der Auftrag an uns selbst ist also unmissverständlich: Pflanzen wir also einheimische Büsche, lassen alte Bäume stehen und legen Blumenwiesen an. Dann können wir das beruhigende Schauspiel geniessen, das uns unsere gefiederten Freunde bieten!
Bild: Der fröhliche Gesang des Stieglitzes – er gehört zu den beliebtesten Vögeln in unseren Gärten. Er erinnert uns daran, dass die Natur direkt vor unserem Fenster eine wertvolle Quelle für unser seelisches Wohlbefinden ist. Foto: Vogelwarte Sempach © Mathias Schäf