(pd) Visarte, der Berufsverband visuelle Kunst Schweiz, publizierte jüngst die dritte Ausgabe der «Leitlinien – Honorare für Künstler:innen und Kurator:innen». Erfreulicherweise finden diese bei immer mehr Förderstellen Beachtung, dennoch bleibt noch viel zu tun. Im Jahr 2026 macht Visarte Schweiz gemeinsam mit den Visarte Regionalgruppen mit diversen Aktionen auf die Missstände in der Branche aufmerksam.
Anlässlich der jüngst veröffentlichten, überarbeiteten Honorarleitlinien von Visarte setzen Künstler:innen und Kurator:innen in der ganzen Schweiz im Laufe des Jahres mit zahlreichen Aktionen ein Zeichen für faire Arbeitsbedingungen im Kunst- und Kulturbereich.
Die Aktionstage richten sich nicht nur an Kunstschaffende, sondern auch an Institutionen, Ausstellungsorte, Förderstellen, Politik und Öffentlichkeit. Visarte ruft dazu auf, die neuen Honorarleitlinien konsequent anzuwenden und künstlerische Leistungen als professionelle Arbeit anzuerkennen. Nur so kann der Kunst- und Kulturbereich langfristig sozial nachhaltig gestaltet werden.
«Mit den Honorarleitlinien und den begleitenden Aktionstagen lenken wir die Aufmerksamkeit auf das, was im Kulturbetrieb noch immer häufig zu kurz kommt: Kunst entsteht durch qualifizierte, zeitintensive Arbeit. Faire Honorare sind die Voraussetzung für Qualität, Vielfalt und ein nachhaltiges Kunstschaffen», sagt Christian Jelk, Präsident Visarte Schweiz.
Organisiert von Visarte Schweiz, treffen sich Künstler:innen während der Art Basel, am Montag, 15. Juni, zu einer gemeinsamen Performance. An diesem international bedeutenden und prestigeträchtigen Kunstanlass setzt der Berufsverband visuelle Kunst Schweiz ein sichtbares Zeichen: Professionelle künstlerische Tätigkeit ist Arbeit – und muss entsprechend honoriert werden.
Auch die Visarte-Regionalgruppen planen jeweils eigene Aktionen. Gemeinsam machen die Künstler:innen auf ihre noch immer oft prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam und thematisieren die Notwendigkeit transparenter und angemessener Honorare.
Drei Schwerpunkte Visarte Aargau Aktionstage 2026
– Workshop: Wie kalkuliere ich meine Arbeit realistisch und wie setze ich die Visarte Honorarempfehlung um? Visarte Aargau lädt Künstler:innen und Kurator:innen am 25. April zu einem praxisnahen Workshop ein, der Fragen zur Anwendung der Honorarleitlinien und zur Projektfinanzierung behandelt.
– 1. Mai-Umzug: Visarte Aargau ruft alle Künstler:innen, Kulturschaffenden und solidarischen Mitstreiter:innen auf, ein sichtbares, kulturpolitisches Zeichen zu setzen und sich am 1. Mai-Umzug in Aarau für faire Entlöhnung der künstlerischen Arbeit einzusetzen.
– Plakataktion: Im Zeitraum von September bis Dezember 2026 werden Textplakate mit Statements von Kunstschaffenden in den grösseren Städten und Gemeinden des Kantons ausgehängt.
Zu den Honorarleitlinien
2016 publizierte Visarte zum ersten Mal eine Empfehlung für die Honorierung von Künstler:innen in der Schweiz. Seither wurden die Honorarleitlinien zweimal neu überarbeitet und ergänzt. Die aktuelle, 2025 publizierte Broschüre, bietet Künstler:innen und Kurator:innen eine umfassende, praxisnahe Orientierungshilfe für das Berechnen und Verhandeln von angemessenen Honoraren. Sie definiert Mindestansätze für unterschiedliche Tätigkeiten im Kunstbetrieb, von Ausstellungshonoraren bis Mithilfe beim Aufbau, und stärkt damit das Berufsbild der professionellen Künstler:innen. Viele Kunstschaffende verhandeln dank der Visarte-Honorarleitlinie erfolgreich ihre Honorare. Viele Förderstellen von Kantonen, Städten und Gemeinden haben die Forderung nach angemessener Bezahlung gehört und in ihren Förderrichtlinien verankert. Trotzdem bleibt noch einiges zu tun, bis die faire Entlohnung von Künstler:innen schweizweit Normalität wird.