(pd) An der gestrigen Mitgliederversammlung hat die SP Aargau die Stimmfreigabe zum Referendum über VERAS beschlossen. Am Podium vertrat Lucia Lanz, Grossrätin der SP, das Projekt VERAS, während Gian von Planta als Vertreter des Nein-Komitees die ablehnende Haltung darlegte. Nachfolgend eine Stellungnahme des Nein-Komitees:
«Nach einer intensiven Diskussion unter den Delegierten verzichtete die Versammlung darauf, überhaupt über eine Ja- oder Nein-Parole abzustimmen. Offenbar war die Sorge zu gross, dass bestehende Gräben innerhalb der SP sichtbar würden, beziehungsweise, dass das Projekt VERAS abgelehnt werden könnte, dies trotz einzelner zustimmender Stimmen aus Suhr und Gränichen.
Die Diskussion zeigte deutlich, dass das 384-Millionen-Projekt als überdimensioniert wahrgenommen wird. Es handelt sich um das teuerste Tiefbauprojekt, das der Kanton je realisiert hat, und es kostet rund zehnmal mehr als beispielsweise die Umfahrung in Mellingen. Anlass zur Kritik gab auch die Tatsache, dass der Kern von Suhr selbst nach dem Bau der Umfahrung weiterhin mit rund 13’000 Durchfahrten rechnen muss und somit nicht wesentlich entlastet wird.
Der Entscheid der SP Aargau für die Stimmfreigabe unterstreicht, wie problematisch die Vorlage ist. Das Nein-Komitee erhofft sich aufgrund dieser offenen Ausgangslage nun eine vertiefte Auseinandersetzung über Parteigrenzen hinweg und gemeinsam mit der Bevölkerung, für mehr Transparenz, zusätzliche Aufklärung und eine Diskussion, die sich konsequent an Fakten und langfristigen Lösungen orientiert.
Es stellt sich die Frage, ob dieses Mammutprojekt mit einer zukunftsfähigen Mobilität vereinbar ist oder ob es letztlich zu noch mehr Verkehr, Stau und einer unkontrollierten Zersiedelung führt.»