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VCS beider Basel: «Autolobby sorgt für enorme Kosten»

(pd) Heute hat der Baselbieter Regierungsrat die Anti-Tempo-30-Initiative an den Landrat übergeben. Statt auf Tempo 30, das kostengünstig und einfach eingerichtet werden kann, sollen künftig teure Lärmschutzfenster und lärmmindernde Beläge eingebaut werden. Die Betroffenen entlang der Kantonsstrassen haben davon nichts, ausser mehr Baustellen, ist der VCS beider Basel überzeugt.

Von den 425 km Kantonsstrassen werden die Lärmgrenzwerte fast überall überschritten, wo diese durch Siedlungen führen. Das sorgt für Mehraufwand für Eigentümer:innen von Immobilien, wenn diese (um-) bauen wollen. Besonders schädlich wirke sich der Lärm auf davon betroffene Anwoh-ner:innen aus, so der VCS in seiner Medienmitteilung. Ihre Gesundheit leide stark. Noch immer seien zehntausende Menschen im Kanton davon betroffen. Deshalb sei klar, dass der Kanton Basel-Landschaft noch grossen Nachholbedarf für Lärmsanierungen habe.
Die Anti-Tempo-30-Initiative verlangt, dass Tempo 30 nur dann verfügt werden darf, wenn «alle an-deren möglichen Massnahmen bereits umgesetzt sind». Eine einfache und günstige Massnahme absichtlich zu verhindern, sei angesichts der Kantonsfinanzen unklug, betont der VCS.
Alle baulichen Massnahmen gegen Strassenlärm würden zudem noch grössere Nachteile mit sich bringen: Lärmmindernde Beläge seien teurer und würden nur rund halb so lange halten wie konventionelle. Lärmschutzfenster nützten in heissen Sommernächten und im Garten nichts, kosteten aber horrend viel. Lärmschutzwände schafften Hindernisse und zerstörten die Ortszentren. Fazit des VCS: «Die Lösungen der Autolobby halten selbst einer oberflächlichen Prüfung nicht stand.»

Tempo 30 ist dorf- und stadtgerecht
Tempo 30 sei neben der deutlichen Lärmreduktion gerade für die Sicherheit in Ortszentren entscheidend. Werde höchstens mit 30 km/h gefahren, so seien Kollisionen einfacher zu vermeiden. Und wenn dennoch ein Auto mit eine:r Fussgänger:in kollidiere, so seien die Folgen viel weniger gravierend.
Auch wenn die Autolobby viele, oft strube, Behauptungen zu Tempo 30 raushaue und nicht zwischen Tempo-30-Zonen und Tempo-30-Strecken unterscheiden könne, seien diese falsch. Der VCS beider Basel: «Überall, wo Tempo 30 bereits eingeführt wurde, hat sich die Verkehrssituation verbessert. Die Strassen sind sicherer für alle, der Verkehr ist flüssiger, die Ortszentren attraktiver für Geschäfte, Restaurants, Cafés und Märkte.»