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Trotz Hitachi-Absage: Jungfreisinnige Aargau fordern Festhalten am Wirtschaftsstandort

(jfdp) Die Jungfreisinnigen Aargau fordern, dass die Planung rund um den Standort Tägerhardächer in Wettingen trotz der Absage von Hitachi Energy nicht einfach eingestellt wird. Der Kanton Aargau soll am eingeschlagenen Weg festhalten und das Gebiet unabhängig vom konkreten Hitachi-Projekt als wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung sichern.

Mit der Absage von Hitachi Energy verliert der Aargau eine grosse Chance. Rund 1000 bestehende Arbeitsplätze hätten im Kanton gesichert und mittelfristig rund 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Der Entscheid zeigt: Der Aargau darf bei grossen Unternehmensansiedlungen nicht erst dann mit der Planung beginnen, wenn ein Unternehmen bereits vor der Tür steht. Wer Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Wertschöpfung im Kanton schaffen will, muss geeignete Wirtschaftsflächen vorausschauend sichern. Etienne Frey, Präsident der Jungfreisinnigen Aargau, sagt dazu: «Hitachi hat sich gegen den Aargau entschieden, aber die Standortfrage bleibt. Wenn ein Gebiet für Hitachi raumplanerisch geeignet war, um tausende Arbeitsplätze zu ermöglichen, darf es nach der Absage eines einzelnen Unternehmens nicht einfach wieder in der Schublade verschwinden.»
Der Regierungsrat habe mit der Botschaft zur Richtplananpassung selbst aufgezeigt, dass der Standort Tägerhardächer in Wettingen grundsätzlich für einen wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt geeignet sei. Vorgesehen waren unter anderem die Festsetzung eines wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkts von kantonaler Bedeutung, die Festsetzung von Siedlungsgebiet sowie Anpassungen bei Fruchtfolgeflächen und Siedlungstrenngürtel. Der Regierungsrat kam dabei zum Schluss, dass die Vorlage aus kantonaler Sicht raumplanerisch zweckmässig ist. Für Paloma Spiess, Vizepräsidentin der Jungfreisinnigen Aargau, ist deshalb klar: «Standortförderung darf nicht erst beginnen, wenn ein Unternehmen bereits vor der Tür steht.»
Gleichzeitig kritisieren die Jungfreisinnigen Aargau die Verhinderungspolitik, die im Zusammenhang mit dem Projekt sichtbar wurde. Wer grosse Ansiedlungen mit Grundsatzopposition, jahrelangen Verfahren und Drohungen bis vor Bundesgericht bekämpfe, müsse der Bevölkerung auch erklären, wer künftig die ausbleibenden Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Wertschöpfung ersetzen solle.
Deshalb fordern die Jungfreisinnigen, dass der Regierungsrat und der Grosse Rat die Arbeiten nicht vollständig abbrechen, sondern geeignete Wirtschaftsflächen im Raum Baden-Wettingen und in weiteren Regionen des Kantons langfristig schaffen und sichern. Der Aargau dürfe bei der nächsten grossen Ansiedlung nicht wieder bei null anfangen.