(pd) Die in Frick ansässige Tierstein AG gab heute bekannt, dass sie in Birsfelden den Bau eines modernen, gemischt genutzten Gebäudeensembles mit angeschlossenem öffentlich zugängigem Park plant. Das rund 5'000 m2 grosse Planungsgebiet (Quartierplan «Prisma») liegt zwischen Hauptstrasse und Birs mitten im Zentrum von Birsfelden.
Aktuell befindet sich auf dem Planungsgebiet der Coop Birsfelden mit zwei sich darüber befindenden Altbauten aus den 1960er-Jahren, einer Einstellhalle im Untergeschoss sowie versiegelten Aussenparkplätzen. Ebenfalls auf dem Planungsgebiet steht das im Jahr 1967 fertiggestellte zweigeschossige Wohnheim «Haus Birsstegweg» für chronisch kranke und körperbehinderte Menschen. Alle Bauten und Anlagen entsprechen nicht mehr den heutigen energetischen, wohnhygienischen und ökologischen Standards und haben ihre Lebensdauer überschritten. Das Bauvorhaben wird das aktuelle Nutzungsangebot signifikant erweitern. Gleichzeitig wird eine durchlässige Bebauungs- und Freiraumstruktur geschaffen, die den vielschichtigen und hohen Ansprüchen an diese urbane und sehr zentrale Lage im Zentrum von Birsfelden gerecht wird.
Mit der Entwicklung soll auf dem Planungsgebiet ein zukunftsweisendes Projekt in Form eines Gebäudeensembles, das aus vier Gebäudeelementen besteht, realisiert werden. In der Mitte des Ensembles setzt ein markantes Hochhaus mit insgesamt 27 Obergeschossen und einer Höhe von rund 86 Metern einen neuen städtebaulichen Akzent. Das Bauprojekt umfasst rund 160 bis 180 Wohnungen in verschiedenen Preissegmenten, inklusive des geforderten Anteils an bezahlbarem Wohnraum. Im Untergeschoss befindet sich eine Autoeinstellhalle mit 128 Parkplätzen, im Zwischengeschoss die Laden- und Lagerfläche der erneuerten und auf rund 1600 m2 vergrösserten Coop-Filiale. Die 22 Wohngeschosse (sowie ein Technikgeschoss) des Hochhauses stehen auf drei Sockelbauten. Diese gliedern sich in der Höhe in die vier- bis fünfgeschossige Zeilen- und Blockrandbebauung entlang der Hauptstrasse ein und lockern sie durch ihre Durchlässigkeit auf.
Als erster Sockelbau unterscheidet sich das «Prisma»-Gebäude in Form und Materialisierung von den Umgebungsbauten und bringt in seiner Gestaltung seine programmatische Sonderfunktion als öffentlichstes Gebäude des Ensembles zum Ausdruck. Im Obergeschoss des dreieckigen Prismas befindet sich ein Kultur- und Eventraum, der über einen separaten Eingang erschlossen ist und öffentlich genutzt werden kann. Im zweiten, die Zeilenbebauung an der Hauptstrasse aufnehmenden Sockelgebäude werden erdgeschossig Verkaufs- und Gastronomieflächen erstellt. In den Obergeschossen sind Wohn- und/oder Dienstleistungsflächen angedacht. Im dritten, der Birs zugewandten Sockelbau wird das Wohnheim «Haus Birsstegweg» mit einem eigenen Dachgarten seinen neuen Platz finden.
Die Integration des bestehenden Wohnheims in das Gebäudeensemble ermöglicht die Freispielung des Birsraumes und die Rückgabe wertvoller Flächen an die Natur und an die Öffentlichkeit. Hier entsteht neu der «Park an der Birs», welcher ein grüner Erholungsraum mit hoher Aufenthaltsqualität werden wird. Zusätzlich ist in Richtung Hauptstrasse ein urbaner Platz geplant, der von den drei Sockelgebäuden gefasst ist. Dieser «Birsplatz» soll ein öffentlicher Ort mit Läden, Café, Lounge und Kultur- und Eventraum werden, der als identitätsstiftender Treffpunkt dient. Neben der Autoeinstellhalle entstehen zudem über 400 neue Veloabstellplätze, verteilt auf dem gesamten Gelände. Fusswege und begrünte Achsen verbinden den Birsplatz mit dem Park an der Birs und schaffen eine attraktive Verbindung für Mensch und Natur.
Lukas Fuchs, Geschäftsführer und Miteigentümer der Tierstein AG «Das Projekt Prisma stärkt die Zentrumsfunktion von Birsfelden und setzt einen zukunftsweisenden städtebaulichen Akzent. Unser Bauprojekt hat das Potenzial, zu einem kulturellen und urbanen Kondensationspunkt mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus zu werden. Ich danke allen Beteiligten, allen voran der Gemeinde Birsfelden, dem Architekturteam von Herzog & de Meuron, den Mitgliedern des Ex-pertengremiums und den vielen Ideengeberinnen und -gebern sehr für das grosse Engagement und für die hohe Qualität und Vielfalt der Beiträge. Wir freuen uns auf die nächsten Planungs-schritte und hoffen auf einen baldigen Start der Umsetzung.»
Das Bauprojekt wird auf Basis eines Quartierplanungsverfahrens (Quartierplan «Prisma») entwickelt, welches auf einem städtebaulichen Richtprojekt basiert. Das Bebauungs-, Aussenraum- und Erschliessungskonzept wurde unter Einbezug einer Vielzahl von externen Expertinnen und Experten sowie der Einwohnergemeinde Birsfelden in insgesamt sechs Workshops in den Jahren 2023 und 2024 erarbeitet. Die Ausarbeitung des finalen, dem Quartierplan zugrundeliegenden Richtprojekts sowie sämtlicher Quartierplanunterlagen erfolgte in den Jahren 2024 und 2025 in enger Zusammenarbeit mit der Einwohnergemeinde Birsfelden. Das für die Entwicklung verantwortliche Planerteam besteht neben der Grundeigentümerschaft insbesondere aus dem Architekturbüro Herzog & de Meuron (Städtebau und Architektur), dem Ingenieurbüro Jermann (Raumplanung) sowie dem Landschaftsarchitekturbüro Fontana (Landschaftsarchitektur).
Die öffentliche Mitwirkung zum Quartierplan «Prisma» wurde am 27. November 2025 mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung gestartet. Die abstimmende Gemeindeversammlung ist für den Sommer 2026 geplant, so dass mit einer ersten Baueingabe ab 2027 gerechnet werden kann. Alle weiteren Schritte in Planung und Bau werden aller Voraussicht nach über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren erfolgen.