(pd) An den Aargauer 1.-Mai-Kundgebungen nahmen rund 2500 Menschen teil und setzten ein klares Zeichen gegen Abschottung und für den Erhalt von Jobs und den Schutz der Löhne. Aufgerufen zum 1. Mai hatte der Aargauische Gewerkschaftsbund (AGB) unter dem Motto «Jobs und Löhne verteidigen – Nein zur Abschottung».
Damit stand der 1. Mai im Zeichen der SVP-Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz (Nachhaltigkeitsinitiative)», auch Chaosinitiative genannt, die am 14. Juni 2026 zur Abstimmung kommt, und deren dezidierter Ablehnung. Insgesamt nahmen rund 2500 Menschen an den acht Feiern im Kanton Aargau teil. In Baden und Aarau versammelten sich rund 800 Demonstrierende zu lautstarken und kämpferischen Demonstrationen durch die Innenstädte.
Prominente Redner aus der Gewerkschaftsbewegung und der nationalen wie kantonalen Politik thematisierten die – ihrer Ansicht nach – «grosse Gefahr», die von der Chaosinitiative ausgehe. Eine Annahme würde zahlreiche Arbeitsplätze gefährden und zu einem massiven Wohlstandsverlust für die gesamte Bevölkerung führen, sagten die Redner. Durch den Wegfall der bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der Europäischen Union würde der Lohnschutz in der Schweiz untergraben werden, mit «verheerenden Konsequenzen» für die einheimischen Arbeitnehmenden. Die Ziele der Chaosinitiative müssten daher klar benannt werden: Es gehe nicht um Nachhaltigkeit, wie die SVP in ihrem irreführenden Initiativtitel suggeriere, sondern um die Zerstörung der geregelten Beziehungen der Schweiz zur EU und damit verbunden einen Angriff auf die Arbeitnehmenden, so der Tenor der Reden. Dem entgegen setzen die Gewerkschaften «Solidarität mit der arbeitenden Bevölkerung innerhalb und ausserhalb der Schweiz sowie ein klares Bekenntnis zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen».
Diese Punkte wurden an den 1.-Mai-Kundgebungen im Aargau von Rednern aus der Gewerkschaftsbewegung sowie der nationalen und kantonalen Politik klar thematisiert. In Aarau, Baden, Lenzburg, Brugg, Zofingen und Rheinfelden hielten mit Farah Rumy, Fabian Molina, Simona Brizzi, Cédric Wermuth und Samira Marti bedeutende Mitglieder der Nationalratsfraktion der SP engagierte Reden, während in Bremgarten die Präsidentin der JUSO Schweiz, Mirjam Hostetmann, zur Menge sprach. In Aarau machte Vania Alleva, Präsidentin der grössten Schweizer Einzelgewerkschaft Unia, klar: Die SVP wolle nicht weniger Menschen in der Schweiz, sondern Arbeitnehmende mit weniger Rechten, so ihre Darstellung. Sie erinnerte damit an das dunkle Kapitel unseres Landes, als der Saisonniersstatus das Leben vieler migrantischer Familien negativ prägte. Diese, wie sie es nannte, «menschenverachtende Politik und die Ausbeutung von ausländischen Arbeitnehmenden» sollten sich nicht wiederholen.
In Lenzburg, Zofingen, Brugg und Bremgarten trugen mit Lelia Hunziker, Stefan Dietrich und Dariyusch Pour Mohsen Personen aus Landes- und Regionalvorstand sowie operativer Regionalleitung des VPOD Reden bei, in denen sie die laufenden Arbeitskämpfe im Service Public thematisierten. Ergänzt wurden die Beiträge vielerorts mit Reden von kantonalen Politikern wie Selena Rhinisperger und Colette Basler sowie in Aarau mit einer Rede von Özen Aytac von der Union der kurdischen Frauenbewegung Schweiz.
Der 1. Mai im Aargau zeigte die Gewerkschaftsbewegung von ihrer kämpferischen Seite – mit klaren Botschaften für mehr Solidarität, für den Schutz von Arbeitsplätzen und Löhnen, und gegen, wie es in der Mediensmitteilung heisst, «rechte Hetze.» Sämtliche Reden werden laufend unter www.1maiaargau.ch publiziert.