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Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025

(sta) Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Im Vergleich zum Vorjahr gingen um 9.4 Prozent weniger Fälle ein. Mit 54'965 erledigten Fällen lag die Gesamterledigungszahl – auch dank eines Sondereffekts – deutlich über dem Vorjahresniveau.

Die Leistungsaufträge des Regierungsrats zur Einhaltung des Beschleunigungsgebots konnten auch im Jahr 2025 erneut erfüllt werden. Rückblickend ist es gelungen, für die drei im Jahr 2026 ausscheidenden Geschäftsleitungsmitglieder kompetente Nachfolgen zu finden. Im laufenden Jahr werden die Staatsanwaltschaft insbesondere die Wechsel an der Spitze von drei Hauptabteilungen, die weiterhin hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden sowie verschiedene Projekte beschäftigen.
Anlässlich einer Medienkonferenz am Mittwochvormittag blickten die Ersten Staatsanwältinnen des Kantons Basel-Landschaft, Jacqueline Bannwarth und Patrizia Krug, auf ein zwar anstrengendes, aber erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück und wagten einen Ausblick auf das laufende Jahr. Regierungsrätin Kathrin Schweizer, Vorsteherin der Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft, würdigte die Arbeit der Staatsanwaltschaft und ihrer Mitarbeitenden in ihrem Votum.

Falleingänge und pendente Verfahren rückläufig
Im Berichtsjahr 2025 gingen bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 33'813 neue Fälle ein. Dieser Wert liegt um 3521 Fälle oder um 9.4 Prozent tiefer als im Vorjahr (Eingang 2024: 37'334 Fälle). Damit gingen die Falleingangszahlen erstmals seit dem Jahr 2022 wieder etwas zurück. Dieser Effekt beschränkt sich jedoch auf den Bereich der weniger arbeitsintensiven Übertretungen.
Die Anzahl der per Ende 2025 hängigen Fälle (11'708 Fälle) ist im direkten Vergleich zum Vorjahr (2024: 13'292 Fälle) wieder etwas gesunken, liegt jedoch weiterhin deutlich über dem tiefen Wert von 2023 (8413 Fälle). Der Rückgang betrifft ausschliesslich Fälle im Übertretungsbereich. Die Pendenzen im Bereich der Vergehen und Verbrechen nahmen hingegen leicht zu. Bei den älteren Verfahren zeigt sich, dass diese erneut abgebaut werden konnten.

Höhere Fallerledigungszahlen und ein Sondereffekt
Im Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 54’965 Fälle erledigt, womit die Gesamterledigungszahl deutlich über dem Vorjahresniveau (2024: 33'972 Fälle) liegt. Neben höheren Erledigungszahlen in allen Bereichen fallen insbesondere die ausserordentlich hohen Werte im Bereich der sonstigen Erledigungen auf. Diese gehen auf den Umstand zurück, dass verjährte Fälle in nicht eröffneten Strafverfahren (21'519 Fälle) – eine der sonstigen Erledigungsarten – hinsichtlich der im Jahr 2026 bevorstehenden Einführung der neuen Geschäftskontrolle-Version «Tribuna V4» im Zuge der Digitalen Transformation auf einen Schlag erledigt werden mussten.

Leistungsaufträge erfüllt
Die Leistungsaufträge des Regierungsrats zur Einhaltung des Beschleunigungsgebots konnte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft auch im Jahr 2025 wieder erfüllen. So wurden 79.4 Prozent (Leistungsziel: 60.0 Prozent) der im Berichtsjahr abgeschlossenen Vergehens- und Verbrechensfälle innerhalb eines Jahres erledigt. Im Bereich der Übertretungen liegt dieser Wert bei 84.1 Prozent (Leistungsziel: 80.0 Prozent).

Rückblick: Nachfolgen in der Geschäftsleitung gesichert und kontinuierliche Weiterbildung
Im Jahr 2025 galt es, für die drei im laufenden Jahr altershalber ausscheidenden Mitglieder der Geschäftsleitung der Staatsanwaltschaft eine kompetente Nachfolge zu sichern. Die Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten, die Selektionsverfahren sowie der politische Prozess bis hin zu deren Wahl gestaltete sich insbesondere in zeitlicher Hinsicht herausfordernd. Viel Gewicht wurde auch der kontinuierlichen Weiterbildung der Mitarbeitenden sowie der digitalen Transformation beigemessen.

Ausblick: Auch das Jahr 2026 wird herausfordernd
Der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft steht ein herausforderndes 2026 bevor. Zunächst wird es in drei von vier Hauptabteilungen zu einem Leitungswechsel kommen. Zwar sind die gewählten neuen Leitungsmitglieder sehr erfahren und gut auf die neuen Funktionen vorbereitet, doch dürften diese Wechsel die Staatsanwaltschaft dennoch beschäftigen.
Auch mit Blick auf die Entwicklung der nach wie vor hohen Fallbelastung der Mitarbeitenden lassen die etwas gesunkenen Falleingänge im Jahr 2025 und die leicht tiefere Anzahl hängiger Fälle aus dem Vorjahr zwar etwas Optimismus zu. Ein spürbarer Effekt stellt sich jedoch erst zeitlich verzögert ein und ist zudem davon abhängig, dass die Falleingänge auch im laufenden Jahr nicht wieder deutlich ansteigen. Eine weiterhin zentrale Aufgabe der Leitung der Staatsanwaltschaft wird es daher sein, die Fallbelastungen im Blick zu haben und an der weiteren Optimierung der Prozesse zu arbeiten.
Im Jahr 2026 setzt die Staatsanwaltschaft einen Weiterbildungsschwerpunkt. Im Kurs «Istanbul Konvention – wie wir mit Opfern umgehen wollen» wird der Umgang mit Opfern und deren Betreuung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. An den zwei ganztägigen Weiterbildungen nehmen neben den Mitarbeitenden der Staatsanwaltschaft auch Kolleginnen und Kollegen der Jugendanwaltschaft und der Polizei Basel-Landschaft teil.
Weitere wichtige Themen werden im laufenden Jahr die digitale Transformation mit der Pilotierung der «Justizakte-Applikation» (JAA) und der Einführung der neuesten Version der Geschäftskontrolle «Tribuna V4» sowie die auf den 1. Januar 2027 geplante Zusammenführung der Staatsanwaltschaft mit der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft sein. Die Vorlage zur Zusammenführung der beiden Strafverfolgungsbehörden befindet sich derzeit im politischen Prozess. Die definitive Umsetzung der geplanten Massnahmen erfolgt nach einem der Vorlage entsprechenden Beschluss des Landrats.
Mit Blick auf die erneut guten Erledigungszahlen im Berichtsjahr 2025 und die diesem Ergebnis zugrundeliegende effiziente Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft dankten sowohl Regierungsrätin Kathrin Schweizer als auch die Ersten Staatsanwältinnen den Mitarbeitenden der Staatsanwalt-schaft für die engagierte Arbeit im Dienst der Bevölkerung des Kantons Basel-Landschaft.