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SP Aargau: Zustimmung mit klaren Bedingungen zur Erweiterung des Steinbruchs Gabenchopf West

(sp) Die SP Aargau nimmt im Rahmen der Anhörung zur Richtplananpassung betreffend das Materialabbaugebiet «Gabenchopf West» in Villigen Stellung und spricht sich für eine Zustimmung mit Vorbehalten aus.

Der Kanton Aargau leistet bereits heute einen zentralen Beitrag zur Versorgung der Schweiz mit mineralischen Rohstoffen. So stammt ein erheblicher Teil der inländischen Zementproduktion aus der Region rund um das Werk Siggenthal. Gleichzeitig trägt der Kanton überproportional viele Belastungen, etwa durch Verkehr, Emissionen sowie Eingriffe in Natur und Landschaft.

Die SP anerkennt, dass die Erweiterung des bestehenden Steinbruchs grundsätzlich sinnvoll ist. Durch die Nutzung bestehender Infrastruktur und Logistik kann ein zusätzlicher Flächenverbrauch andernorts vermieden werden. Auch entspricht die Erweiterung der langfristigen Sicherung der Rohstoffversorgung, wie sie im Richtplan vorgesehen ist.

Klare Bedingungen für Zustimmung

Die Zustimmung der SP ist jedoch an klare Voraussetzungen geknüpft:

  • Der Bedarf an zusätzlicher Zementproduktion muss nachvollziehbar und transparent nachgewiesen werden. Eine Überproduktion lehnt die SP ebenso ab wie zusätzliche Importe.
  • Die Beeinträchtigung des BLN-Gebiets «Aargauer Tafeljura» muss auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Die gesetzlichen Anforderungen an die grösstmögliche Schonung sind konsequent einzuhalten.
  • Besonders schützenswerte Lebensräume wie Gewässer, Trockenwiesen oder Orchideenwälder sind bestmöglich zu erhalten und zu schützen.
  • Der ökologische Mehrwert des bestehenden Steinbruchs – etwa als Lebensraum für seltene Arten – soll nicht nur erhalten, sondern gezielt weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus fordert die SP, dass der Kanton stärker vom Materialabbau profitiert. Denkbar wäre beispielsweise ein Fonds für ökologische Aufwertungen, gespeist durch einen Beitrag pro abgebautem Kubikmeter Rohstoff.

«Der Aargau trägt bereits heute einen grossen Teil der Lasten für die Rohstoffversorgung der Schweiz. Wenn nun eine weitere Erweiterung erfolgt, braucht es klare ökologische Leitplanken und auch einen fairen Ausgleich für unseren Kanton», sagt Martin Brügger, Grossrat SP Aargau. Marius Fedeli, ebenfalls Grossrat SP Aargau, ergänzt: «Eine Erweiterung kann sinnvoll sein, wenn sie auf bestehenden Strukturen aufbaut. Entscheidend ist aber, dass Natur- und Landschaftsschutz konsequent eingehalten werden und der Bedarf klar ausgewiesen ist.»

Die SP Aargau steht für eine verantwortungsvolle Rohstoffpolitik. Sie unterstützt die Erweiterung des Steinbruchs Gabenchopf West nur unter der Voraussetzung, dass ökologische, landschaftliche und volkswirtschaftliche Interessen gleichermassen berücksichtigt werden.