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Der Durchzug der Kraniche mit ihren trompetenartigen Rufen ist ein Naturspektakel, das wir vermehrt auch in der Schweiz beobachten können. Foto: © Marcel Burkhardt.

So viele Kraniche wie noch nie

(pd) Jetzt im Herbst können in der Schweiz durchziehende Kraniche beobachtet werden. Mit ihren lauten, trompetenden Rufen sind sie sehr auffällig, wenn sie in typischer V-Formation Richtung Süden fliegen. Obwohl die Zugzeit des Kranichs erst begonnen hat, wurde bereits ein Trupp von rund 800 Individuen beobachtet – so viele wie noch nie in der Schweiz.

Der Auftakt zur Zugzeit in diesem Jahr ist vielversprechend. Bereits jetzt wurden mehrere sehr grosse Kranichtrupps beobachtet, darunter auch ein Trupp von rund 800 Vögeln – so viele wie noch nie in der Schweiz. Auch im benachbarten Bayern wurden Rekordzahlen durchziehender Kraniche gemeldet. Wer in diesen Tagen aufmerksam in den Himmel schaut und die Ohren spitzt, hat vielleicht das Glück, die imposanten Vögel zu sehen.
Kraniche sind für ihre traditionellen Zugrouten bekannt. Der westlichste Zugweg führt von Skandinavien und Nordosteuropa in einem sehr engen Korridor nach Südwesten und endet in Spanien. Ein weiterer Weg führt von Finnland via Ungarn und Italien nach Nordafrika. Somit liegt die Schweiz nicht direkt auf einer «Kranich-Autobahn». Weil zudem diese Hauptzugrouten recht schmal sind, war der Kranich bei uns bis vor wenigen Jahren nur selten als Durchzügler zu beobachten.

Der Durchzug der Kraniche mit ihren trompetenartigen Rufen ist ein Naturspektakel, das wir vermehrt auch in der Schweiz beobachten können. Foto: © Marcel Burkhardt.2011 aber geschah Aussergewöhnliches: In der Schweiz wurden während des Herbstzugs über 10-mal mehr Kraniche beobachtet als üblich. Seither blieb die Zahl beobachteter Kraniche mit Schwankungen hoch. Was ist passiert? Ein Teil der Kraniche, die normalerweise den ungarischen Hortobágy-Nationalpark passieren, um dann via Italien nach Nordafrika zu gelangen, änderte die Route. Statt über Italien nach Nordafrika flogen sie über die südfranzösische Camargue nach Spanien. 2011 wurde dieser Routenwechsel vermutlich durch starke Ostwinde unterstützt, aber auch in den Folgejahren wurde der neue Zugweg rege genutzt. Kraniche haben keine genetisch definierten Zugrouten, die erfahrenen Tiere geben ihr Wissen an die anderen weiter. Die neue Zugroute durch Mitteleuropa scheint den Kranichen zu behagen. Da die Schweiz auf dem Weg zwischen Hortobágy und Camargue liegt, dürfen auch wir uns vermehrt an den
sehnsüchtig anmutenden Rufen durchziehender Kraniche erfreuen.

Bilder: Der Durchzug der Kraniche mit ihren trompetenartigen Rufen ist ein Naturspektakel, das wir vermehrt auch in der Schweiz
beobachten können. Foto:s © Marcel Burkhardt.