(pd) Das Programm Natur 2030 des Kantons Aargau ist ein zentraler Eckpfeiler für den Schutz unserer Natur. Die mit der 2. Etappe Natur Programm 2030 vorgesehenen Massnahmen reichen jedoch nicht aus, um die Biodiversitätskrise zu stoppen. Pro Natura Aargau fordert, dass das Programm signifikant ausgebaut und der Verpflichtungskredit erhöht wird.
Die Biodiversität ist in einem besorgniserregenden Zustand. Dies bestätigt auch der Anhörungsbericht des Kantons Aargau zum kantonalen Programm Natur 2030. Die Biodiversität nimmt ab. Über ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten ist gefährdet oder sogar schon ausgestorben. Dieser negative Trend wird auch im Kanton Aargau festgestellt.
Um das bestehende Defizit aufzuholen, braucht es mehr Naturschutzgebiete und ökologische Aufwertungen bestehender naturnaher Flächen (zum Beispiel Biodiversitätsförderflächen von niedriger Qualität) und Flächen mit brachliegenden Potenzialen (zum Beispiel Flächen entlang Verkehrsinfrastruktur oder ungenutzte Flächen im Siedlungsgebiet). Die 2. Etappe des Natur Programms 2030 muss mit weiteren Massnahmen signifikant ausgebaut werden. Der Verpflichtungskredit für die 2. Etappe ist daher auf mindestens 25 Millionen brutto für fünf Jahre zu erhöhen.
Matthias Betsche, Geschäftsführer Pro Natura Aargau und Grossrat, betont: «Nicht nur Feldlerchen drohen für immer aus dem Aargau zu verschwinden. Sogar unser einheimischer Igel wird im Mittelland mittlerweile seltener und gilt nun als gefährdet. Das sind alarmierende Zeichen. Wenn wir diesen Trend stoppen wollen, müssen wir dringend mehr machen für die Natur als bisher. Die 2. Etappe des Natur Programms muss signifikant ausgebaut werden.»
Pro Natura Aargau begrüsst zudem, dass mit der 2. Etappe des Natur Programms 2030 die Umsetzung des vom Grossen Rat einstimmig beschlossenen Gegenvorschlags zur Gewässer-Initiative an die Hand genommen wird. Die 2. Etappe ist mit konkreten Zielvorgaben zu ergänzen. Diese müssen sicherstellen, dass die erforderlichen Feuchtflächen bis 2030 im Siedlungsraum geschaffen werden, damit die vom Grossen Rat beschlossenen 170 Hektaren bis 2040 realisiert werden. Für die Umsetzung sind mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.