Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Klarer Himmel
26.7 °C Luftfeuchtigkeit: 49%

Freitag
17.8 °C | 32.7 °C

Samstag
19.6 °C | 33.1 °C

Neuste Robotik erstmals für Brustrekonstruktion in Basel eingesetzt

(pd) Am Universitätsspital Basel (USB) kommt der Operationsroboter DaVinci künftig in immer mehr Fachgebieten zum Einsatz. Nach der Einführung der robotergestützten Herzchirurgie zu Jahresbeginn hat ein interdisziplinäres Team im März erstmals in der Schweiz eine roboterassistierte DIEP-Brustrekonstruktion durchgeführt. Für rund ein Drittel der Patientinnen wäre das Verfahren der Zugang zum Goldstandard der autologen Brustrekonstruktion.

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste bösartige Tumorerkrankung: Jährlich erkranken in der Schweiz rund 6000 Personen daran, im Durchschnitt ist jede achte Frau im Laufe ihres Lebens betroffen. Viele von ihnen benötigen nach der Tumorentfernung eine Brustrekonstruktion. Am 23. März hat ein interdisziplinäres Team des Universitätsspitals Basel (USB) hierfür erstmals in der Schweiz den Operationsroboter DaVinci 5 eingesetzt, ein weiterer Schritt in der kontinuierlichen Erweiterung robotischer Verfahren zum Nutzen der Patientinnen.

Potenzial für ein Drittel der Patientinnen mit Eigengewebsrekonstruktion
Am USB werden pro Jahr rund 80 autologe Brustrekonstruktionen durchgeführt. Erfahrungen aus den USA zeigen, dass sich etwa ein Drittel der Patientinnen für ein Verfahren mit dem Operationsroboter eignet. Am USB entspricht dies rund 25 bis 30 Patientinnen pro Jahr, die künftig von der schonenderen Technik profitieren können.

Weniger Komplikationen, kürzere Erholungszeit
Im März führten Chirurg*innen unter der Leitung von Dr. Thierry Schweizer und Prof. Martin Haug aus der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie gemeinsam mit Dr. Fiorenzo Angehrn und PD Daniel Steinemann aus der Klinik für Viszeralchirurgie die Operation durch. Im Zentrum des neuen Verfahrens steht die Verringerung der sogenannten Hebemorbidität, also die Belastung an der Stelle, an der das Gewebe entnommen wird. Studien zeigen für die robotergestützte Technik signifikant weniger postoperative Schmerzen, eine kürzere Hospitalisationszeit sowie ein geringeres Risiko für Bauchwandschwäche und Hernien. Die erste am USB operierte Patientin konnte das Spital bereits fünf Tage nach dem Eingriff in stabilem Zustand verlassen, ohne Wundheilungsstörungen oder Einschränkungen im Bereich der Bauchdecke.

Basel unter den ersten Zentren weltweit
Das roboterassistierte DIEP-Verfahren wird bislang nur an wenigen Zentren weltweit angeboten, gewinnt international jedoch zunehmend an Bedeutung. Auch in der Schweiz planen derzeit mehrere Spitäler ihren ersten Fall. Das USB kann dabei auf die langjährige Erfahrung von Clarunis in der robotischen Viszeralchirurgie zählen, eine Partnerschaft, die den Boden für das neue Verfahren bereitet hat. Zudem gehört das USB gemäss einer internationalen OECD-Erhebung bereits heute zu den weltweit führenden Zentren bezüglich Zufriedenheit der Patientinnen nach einer Brustrekonstruktion.

Robotik als Teil einer breiteren Strategie
Die DIEP-Rekonstruktion reiht sich ein in eine Reihe von Eingriffen, bei denen das USB robotische Verfahren einführt oder weiter ausbaut, etwa in der Herzchirurgie, wo seit Januar 2026 ein Operationsroboter für minimalinvasive Eingriffe am Herzen zum Einsatz kommt. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten über verschiedene Fachgebiete hinweg von präziseren, schonenderen Operationstechniken und einer rascheren Genesung profitieren zu lassen. Das USB plant, die roboterassistierten Verfahren in der Chirurgie künftig weiter auszubauen und wissenschaftlich zu begleiten.