(mak) Die TCS-Sektion Aargau wuchs letztes Jahr um über 3000 auf 135'000 Mitglieder. Nächstes Jahr feiert sie nebst ihrem 100jährigen Bestehen zwei weitere Jubiläen.
Rund 250 Personen, unter ihnen 189 Delegierte, trafen sich am Freitag, 26. Mai, im Kultur- und Kongresszentrum KuK in Aarau zur 99. Delegiertenversammlung der Sektion Aargau des TCS. Nächstes Jahr wird die Sektion also ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern können.
Wie Präsident Patrick Gosteli unterstrich, sehe man 2027 gar drei Jubiläen entgegen. Dann wird der Campingclub Aargau 80-jährig, die Motorradgruppe Aargau 15-jährig. Das werde man entsprechend feiern, und auch die Bevölkerung einbeziehen, so Gosteli. Für Details sei es aber noch zu früh, die Planung ist in Arbeit.
Der TCS Aargau durfte viel Prominenz begrüssen, allen voran Grossratspräsident Urs Plüss, Ständerat Thierry Burkart sowie die Nationalräte Stefanie Heimgartner, Andreas Meier und Christoph Riner, für eine Grussbotschaft auch TCS-Zentralpräsident Peter Goetschi sowie Philippe Klaus, CEO von TCS Ambulance.
Gosteli selber, der die Aargauer Sektion seit 2020 führt, wurde per Akklamation für weitere drei Jahre als Präsident bestätigt. Ebenso die drei wieder antretenden Vorstandsmitglieder Daniel Diserens, Roland Mauchle und Bernhard Wyder.
Über 3000 neue Mitglieder
Die Kantonalsektion wächst weiter. 2025 stieg die Zahl ihrer Mitglieder um 3081 auf den Rekord von 135'227 Personen. Zudem prämierte der Touring Club Schweiz TCS die Aargauer Sektion Ende März gleich dreifach, so Geschäftsführer Claudio Erdin stolz: Bei der Anzahl verkaufter Produkte resultierte Rang 1, beim Mitgliederanteil der dritte Rang. Und als Gesamt-Champion stand die Sektion gar zuoberst auf dem Treppchen. Dafür gab es riesigen Applaus der Delegierten. Vergangenen November wurde die Sektion zudem Sponsorin des Handballclubs HSC Suhr Aarau. Ab der neuen Saison wird zusätzlich die Junioren-Abteilung unterstützt.
Umzug in die Kantonshauptstadt
Das Jahr 2025 war geprägt durch den Umzug vom bisherigen Hauptsitz Birr nach Aarau, wo am Schlossplatz 1 kurz vor Weihnachten 2025 auch eine neue Kontaktstelle (diese war zuvor an der Bahnhofstrasse Aarau) eröffnet wurde. Das technische Zentrum Birr wurde nach der Einstellung der amtlichen Fahrzeugprüfungen geschlossen. Die Einnahmen waren deutlich rückläufig. Hätte man das Zentrum weiter betreiben wollen, hätte man massiv investieren müssen, gerade mit Blick auf die Elektromobilität, erläuterte Patrick Gosteli den Entscheid an der Delegiertenversammlung. Die Wirtschaftlichkeit sei negativ gewesen. Die Liegenschaft in Birr wurde per 1. Januar 2026 an eine Tochtergesellschaft der Knecht Brugg Holding AG verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Wichtigstes Standbein der TCS Sektion Aargau bleibt das Fahrzentrum Frick. Dort besuchten rund 6000 Teilnehmende ein Fahrsicherheitstraining, grösstenteils für einen obligatorischen 2-Phasen-Kurs. Das freiwillige Kursangebot für Auto- und Motorradtrainings wird laut Claudio Erdin ausgebaut, Potenzial haben auch Firmenfahrkurse.
Sicherheitswesten für Kinder
Die Delegierten hiessen die Rechnung gut, die mit einem Jahresgewinn von 364'000 Franken abschloss. Aus dem Bilanzgewinn wurden je 50'000 Franken Einlagen in den Fonds für Verkehrssicherheit und Mobilität sowie in den Reservefonds für Politik beschlossen. Was geschieht mit diesen Mitteln? Die Sektion rüstet beispielsweise die Regionalpolizei mit Material für den Verkehrsunterricht an Schulen aus. Zudem wurden letztes Jahr rund 10'000 Kinder kostenlos mit Sicherheitswesten (bisher Triki’s, neu Lumi’s) ausgestattet. Ebenfalls unterstützt der TCS Projekte wie Schulweg-Audits oder Verkehrsgärten. Das Engagement in der Verkehrssicherheit wolle man noch sichtbarer gestalten, die Schwächsten im Verkehr schützen und näher zu den Mitgliedern gehen, so Claudio Erdin. Auch die Pro-Abstimmungskampagne über die kantonale Vorlage VERAS (Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr) wird mit 50'000 Franken unterstützt, so Präsident Gosteli vor den Delegierten.
Abstimmung zentral für ganzheitliche Mobilität
Gosteli warb in Aarau denn auch für ein Ja am 14. Juni zur Vorlage VERAS: «Dieses Projekt fördert und entwickelt eine ganzheitliche Mobilität in einem wichtigen Knotenbereich im Aargau weiter.» Die Abstimmung sei wegweisend auch mit Blick auf weitere Projekte wie die Gesamtverkehrskonzepte für die Räume Baden, Zurzibiet und Brugg-Windisch. Das Ganze ergebe ein Mosaik, VERAS sei ein wichtiger Mosaikstein davon.
Landammann Stephan Attiger verwies auf die Probleme mit dem Ausbau des Bahnnetzes, weil die Wünsche der Kantone viel grösser seien als das Portemonnaie des Bundes. Man würde gern mehr Züge anbieten, das derzeitige Netz sei aber ausgelastet. Der Aargau wartet auf den Ausbau der Strecke von Rupperswil nach Zürich Altstetten.
Attiger: A1-Ausbauschritt braucht Priorität
Der A1-Ausbau im Aargau zwischen Aarau Ost und dem Birrfeld sei dringend, so Attiger weiter. Die Situation könne man nicht einfach mit Pannenstreifennutzung beheben. «Wir sind sicher, dass wir mit dem A1-Ausbauschritt wieder in der Priorität 1 sein werden,» sagte der kantonale Verkehrsdirektor weiter. Er setzt auf das bundesrätliche Projekt «Verkehr 45», welches eine gezielte, koordinierte Weiterentwicklung von Schiene, Strasse und Agglomerationsverkehr bezweckt. Bis Ende Juni wird aus «Bern» dazu eine Vernehmlassungsvorlage erwartet. Wichtig sei, mahnte Attiger mit Blick auf die 2024 vom Volk auch im Aargau verworfene Autobahnvorlage, dass das neue Paket nicht überladen werde.
TCS Ambulance war in Crans-Montana im Einsatz
Philippe Klaus, CEO von TCS Ambulance, stellte in Aarau seine Organisation vor, die erste nationale private Unternehmensgruppe im Bereich Notfall- und Patiententransport. Am 1. Januar war TCS Ambulance mit den beiden Gesellschaften aus dem Waadtland auch bei der Brandkatastrophe in Crans Montana im Rettungseinsatz. Unterwegs ist TCS Ambulance bisher primär in der Westschweiz, seit kurzem auch im Aargau als erstem Deutschschweizer Kanton. Das Einsatzgebiet umfasst derzeit 23 Gemeinden und Weiler mit rund 35'000 Einwohnerinnen und Einwohnern in den Bezirken Bremgarten und Baden. Die Wache ist in Berikon, im Einsatz sind zehn Fahrzeuge. Das Aufgebot erfolgt durch die Sanitätsnotrufzentrale 144 des Kantons Aargau.